Tuesday, August 23, 2011

Das Ensemble stellt sich vor (XII) – Tamara Banjesevic (Susanna)


Nachdem aus den Vorsingen im April ein spannendes und vielversprechendes Ensemble hervorgegangen ist, möchten wir Ihnen dessen Mitglieder nicht vorenthalten und stellen Ihnen die Solistinnen und Solisten im Verlauf der nächsten Monate an dieser Stelle kurz vor. Wir haben sie auch gebeten, einen kleinen Fragebogen zu beantworten.

Die Sopranistin Tamara Banjesevic stammt aus der serbischen Hauptstadt Belgrad. Nach ihrem Schulabschluss zog sie nach Mannheim und studiert dort seit 2007 bei Prof. Snežana Stamenković an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst. Ihre Gesangsstudien ergänzte sie durch Meisterkurse bei Helen Donath, Rudolf Piernay, James Taylor und Philip Kang. Neben mehrfachen Auszeichnungen beim Nationalen Gesangswettbewerb ‚Lazar Jovanović‘ in Serbien errang sie 2009 den 4. Preis und den Förderpreis beim Internationalen Gesangswettbewerb ‚Ferruccio Tagliavini‘ in Deutschlandsberg (Österreich). Sie war Trägerin des Musikpreises der Bruno Frey-Stiftung und Stipendiatin des DAAD, des Lyons Club und des Rotary Club.

Tamara Banjesevic trat u.a. als Solistin in Schumanns Byron-Vertonung ‚Manfred‘ auf, (mit der Philharmonie Baden-Baden unter Pavel Baleff) und sang eine Solopartie in ‚Szenen aus Goethes Faust‘ des Komponisten beim Musikfest Stuttgart (Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR unter Helmuth Rilling). Zudem war sie u.a. in Händels ‚Messias‘ als Solistin zu hören, im Schwetzinger Schloss und im Rahmen der Jeunesse Musicales Deutschland für Otto Nicolais Oper ‚Die lustigen Weiber von Windsor“ an die Jungen Oper Schloss Weikersheim sowie als Gastsolistin für ‚Papageno spielt auf der Zauberflöte‘ an das Nationaltheater Mannheim engagiert.
In der diesjährigen ‚Le nozze di Figaro‘-Produktion der Sommer Oper Bamberg übernimmt sie die Rolle der Susanna.

Ein paar Fragen an Tamara Banjesevic ...

Geboren 1987 in Belgrad
Ich lebe in Mannheim

Wenn ich nicht Sängerin geworden wäre, wäre ich heute … Schauspielerin.

Als ich zum ersten Mal auf einer Bühne stand, … war ich verliebt und wollte für immer und ewig dort bleiben ...

Ein Leben ohne Musik kann ich mir nicht vorstellen, es wäre warscheinlich sehr leer.

Wenn ich in eine Zeitreise unternehmen könnte, würde ich ... gerne das Antike Griechenland besuchen, das hat mich immer fasziniert.

Meine Lieblingsfigur (nicht: Gesangspartie) aus einer Mozart-Oper? Elektra aus Idomeneo, denn sie ist eine komplexe Persönlichkeit, und es ist eine grosse Herausforderung, sie richtig darzustellen.

Spielte ich ein Instrument im Orchester, dann wäre es … das Cello. Es ist ein edles Instrument mit einem verführerisch sinnlichen Klang.

Bei der SOB habe ich mich beworben, weil … ich die Susanna so gern spielen wollte.

In zehn Jahren möchte ich … bei den Salzburger Festspielen singen :-) !!!!

Welche Tempobezeichnung entspricht am ehesten meinem Temperament?

Appassionato!




Monday, August 22, 2011

Das Ensemble stellt sich vor (XI) – Jisu Park (Il Conte d‘Almaviva)


Nachdem aus den Vorsingen im April ein spannendes und vielversprechendes Ensemble hervorgegangen ist, möchten wir Ihnen dessen Mitglieder nicht vorenthalten und stellen Ihnen die Solistinnen und Solisten im Verlauf der nächsten Monate an dieser Stelle kurz vor. Wir haben sie auch gebeten, einen kleinen Fragebogen zu beantworten.

Der Bariton Jisu Park stammt aus Süd-Korea. Er studierte zunächst Gesang bei Prof. Sung-Hwa Lee an der Kyunghee Universität in Seoul und wechselte nach seinem Bachelor-Abschluss zu Prof. Dr. Jeanette Favaro-Reuter an die Hochschule für Musik und Theater Leipzig, wo er sein Diplom und sein Konzertexamen ablegte. Seit September 2010 ist er dort, nach einem Aufenthalt am Opernstudio des Nationaltheaters Weimar, Mitglied der Meisterklasse von Jeanette Favaro-Reuter.
Er war Stipendiat des DAAD und der Richard-Wagner-Stipendienstiftung, ist Stipendiat der Ottilie-Selbach-Redslob-Stiftung, war Finalist beim Frankfurter Mendelssohn-Preis Gesangswettbewerb und beim Internationalen Wettbewerb für Liedkunst Stuttgart 2010 und errang den 2. Preis beim Liedwettbewerb in Weimar 2009. Zudem besuchte er Meisterkurse bei Grace Bumbry, Dietrich Fischer-Dieskau, Edith Wiens, Simon Estes, Graham Johnson, Erling R. Eriksen, Karl-Peter Kammerlander und Brigitte Fassbaender.

Den Conte in Mozarts ‚Le Nozze di Figaro‘ hat Jisu Park bereits an der Leipziger Oper gesungen, zuvor auch den Figaro bei den Schlossfestspielen Sondershausen. Er sang zuletzt Martin Luther/Gott in Bert Appermonts ‚Katarina von Bora‘ mit der Sächsischen Bläserphilharmonie unter Prof. Thomas Clamor im Gewandhaus zu Leipzig (UA) und im Kulturpalast zu Dresden. Ebenso übernahm er die Rolle des Tartaglia in Busonis ‚Turandot‘, den Masetto in ‚Don Giovanni‘ und Marullo/Ceprano in Verdis ‚Rigoletto‘ (alle am Nationaltheater Weimar). Zudem Partien aus ‚Lohengrin‘, ‚Carmen‘, Rossinis ‚Wilhelm Tell‘, ‚Hoffmanns Erzählungen‘ und ‚La Cenerentola‘, u.a. am Landestheater Altenburg, Volkstheater Rostock und am Staatstheater Braunschweig.
Neben dem Opernfach ist Jisu Park auch als Konzertsolist und Sänger geistlicher Musik zu hören. Neben Kantaten und dem ‚Weihnachtsoratorium‘ von Bach gehören Partien aus Brahms‘ ‚Ein Deutsches Requiem‘, ‚Carmina Burana‘ (Gewandhaus zu Leipzig) und Pergolesis Stabat Mater zu seinem Repertoire. Im Mai 2011 sang er Mahlers ‚Lieder eines fahrenden Gesellen‘ am Theater Gera.

In der diesjährigen ‚Le nozze di Figaro‘-Produktion der Sommer Oper Bamberg übernimmt er die Rolle des Grafen Almaviva.

Ein paar Fragen an Jisu Park ...

Geboren 1980 in Seoul, Süd-Korea
Ich lebe in Weimar

Wenn ich nicht Sänger geworden wäre, wäre ich heute … nichts!

Als ich zum ersten Mal auf einer Bühne stand, … konnte ich kaum stehen, weil ich so nervös war.

Ein Leben ohne Musik … wäre undenkbar, da ich schon ganz früh, durch meine Eltern, mit Musik aufgewachsen bin und viel darüber gelernt habe.

Meine Lieblingsfigur (nicht: Gesangspartie) aus einer Mozart-Oper? Leporello, weil er alles über seinen Herrn Don Giovanni weiss und ihm meist sogar überlegen ist. Trotzdem spielt er immer noch den braven Diener. In dieser Rolle kann man auf der Bühne alles zeigen ...

Spielte ich ein Instrument im Orchester, dann wäre es … das Schlagzeug. Ich spiele es tatsächlich selbst, allerdings in einer Jazz Band.

Bei der SOB habe ich mich beworben, weil … ich die Rolle einfach liebe und sehr gerne singe.

In zehn Jahren möchte ich … immer noch auf der Bühne stehen und, wenn möglich, junge Sänger unterrichten.

Welche Tempobezeichnung entspricht am ehesten meinem Temperament?
Largo, aber manchmal auch Vivace.




Tuesday, August 16, 2011

Das Ensemble stellt sich vor (X) – Ana Gabriella Schwedhelm (Contessa d'Almaviva)


Nachdem aus den Vorsingen im April ein spannendes und vielversprechendes Ensemble hervorgegangen ist, möchten wir Ihnen dessen Mitglieder nicht vorenthalten und stellen Ihnen die Solistinnen und Solisten im Verlauf der nächsten Monate an dieser Stelle kurz vor. Wir haben sie auch gebeten, einen kleinen Fragebogen zu beantworten.

Die Sopranistin Ana Gabriella Schwedhelm ist in Mexiko aufgewachsen. Sie studierte bei Dennis O’Neill und Phillip Thomas an der Cardiff International Academy of Voice, am National Conservatory of Music in Mexico City und bei Jenny Dakin und Iain Ledingham an der Royal Academy of Music (RAM) in London, die sie mit einem Bachelor of Music (First Class Honours) und einem Master-Abschluss mit Auszeichnung abschloss. Ihre Gesangsausbildung ergänzte sie durch Meisterkurse bei Kiri Te Kanawa, June Anderson, Barbara Bonney, Gerald Finley, Carlo Rizzi, Malcolm Martineau und Helmuth Deutsch. Sie war u.a. Finalistin und Sonderpreisträgerin „Meisterklasse“ des Internationalen Gesangswettbewerbes ‚Jaume Aragall‘ (Spanien, 2010), zweite Preisträgerin des Ludmilla Andrew Russian Song Prize (RAM, 2009) und gewann den Henry Cummings prize for singing (RAM, 2007).

Zu Ana Gabriella Schwedhelms Opernrollen gehören u.a. die Ilia in Mozarts ‚Idomeneo‘ (am Teatro dei Differenti, Barga, Italien), Nerone in Händels ‚Agrippina‘, Zenobia in Rossinis ‚Aureliano in Palmira‘, Chérubin in Massenets gleichnamiger Oper und Ms. Julian in Brittens ‚Owen Wingrave‘ (Produktionen der RAM). Zudem die Despina in ‚Cosi fan Tutte’ und Damigella in Monteverdis ‚L’incoronazione di Poppea‘ beim Festival Internazionale die Musica ‚Cinque Terre‘ (Italia) und Venus und Erste Nymphe in Purcells ‚King Arthur‘ unter Laurence Cummings in Varazdin, Kroatien. Neben diversen Oratorienpartien – u.a. aus Händels ‚Messias‘ (Rickmansworth) und ‚Samson‘ (Uxbridge), Bachs Matthäuspassion (Bristol Cathedral) und h-Moll-Messe (unter Trevor Pinnock, Spitalfields) und Mozarts Requiem (St. Martin in the Fields) – ist Ana Gabriella Schwedhelm vielfach mit Liedprogrammen aufgetreten, u.a. mit Schumanns ‚Myrthen‘ 2010 beim Festival de Aix en Provence.

In der diesjährigen ‚Le nozze di Figaro‘-Produktion der Sommer Oper Bamberg übernimmt sie die Rolle der Gräfin Almaviva.

Ein paar Fragen an Ana Gabriella Schwedhelm ...

Geboren in Arlington, Virginia, USA (aber aufgewachsen in Mexiko)
Ich lebe in Barcelona

Wenn ich nicht Sängerin geworden wäre, wäre ich heute … Ich konnte mir damals und kann mir auch heute noch keinen anderen Beruf vorstellen!

Als ich zum ersten Mal auf einer Bühne stand, … war ich fünf Jahre alt. Meine Oma hatte mich zum Singen neben die Mariachis gestellt.

Einem Leben ohne Musik fehlten einfach zu viele Farbschattierungen.

Wenn ich eine Zeitreise unternehmen könnte, ginge sie … einhundert oder zweihundert Jahre in die Zukunft.

Meine Lieblingsfigur (nicht: Gesangspartie) aus einer Mozart-Oper? Rosina, die Gräfin Almaviva, denn sie ist eine vollkommene, glaubwürdige und aktuelle Figur – und sie steht für Vergebung.

Spielte ich ein Instrument im Orchester, dann wäre es … das Cello, denn es muss wunderbar sein, mit den Vibrationen zu verschmelzen, die das Instrument hervorbringt, und die man gleichzeitig zum Leben erweckt.

Bei der SOB habe ich mich beworben, weil … in ‚Figaro‘ zu singen schon immer einer meiner größten Träume war.

In zehn Jahren möchte ich … viel mit musikalisch inspirierenden Konzerten und Produktionen beschäftigt sein, die den Menschen die Wunder der Kunstform Oper näherbringen.

Welche Tempobezeichnung entspricht am ehesten meinem Temperament?
Andante Cantabile.




Tuesday, August 9, 2011

Das Ensemble stellt sich vor (IX) – Bernhard Hansky (Figaro)

Nachdem aus den Vorsingen im April ein spannendes und vielversprechendes Ensemble hervorgegangen ist, möchten wir Ihnen dessen Mitglieder nicht vorenthalten und stellen Ihnen die Solistinnen und Solisten im Verlauf der nächsten Monate an dieser Stelle kurz vor. Wir haben sie auch gebeten, einen kleinen Fragebogen zu beantworten.

Der Bariton Bernhard Hansky stammt aus Eisenhüttenstadt. Er studiert seit 2007, zunächst als Jungstudent, bei Hanno Müller-Brachmann an der Hochschule für Musik ‚Hanns Eisler‘ Berlin und besuchte Meisterkurse bei Prof. Jutta Schlegel, Raúl Giménez, Giorgio Caoduro, Andreas Homoki und arbeitete 2011 auch mit Dietrich Fischer-Dieskau. Er war Preisträger der Franz-Grothe-Stiftung beim Bundeswettbewerb Gesang 2008.


Bernhard Hansky sang 2011 die Partie des Le Devin in ‚Le devin du village‘ von Jean-Jacques Rousseau mit dem Ensemble für Alte Musik ‚Le tendre amour‘, Jäger und König in Ali N. Askins Kinderoper ‚Eisenhans!‘ im Mai an der Staatsoper Berlin und den Dandini in Rossinis ‚La Cenerentola‘ am Nationaltheater Brno (Tschechien). Letzteren hat er bereits bei den Rossini-Festspielen Bad Wildbad und beim Opernfestival Lignano (Italien) gegeben. Zuvor sang er u.a. den Publio bei Christoph Hagels ‚La Clemenza di Tito‘-Produktion im Bodemuseum Berlin, Masetto in ‚Don Giovanni‘ und den Conte in einer Querschnitts-Aufführung des ‚Figaro‘ in Italien. Zudem Partien aus ‚Der Barbier von Sevilla‘ von Giovanni Paisiello, ‚Die junge Gräfin‘ von F. L. Gassmann und den Ottone in Monteverdis ‚L’Incoronazione di Poppea‘.

In der diesjährigen ‚Le nozze di Figaro‘-Produktion der Sommer Oper Bamberg übernimmt er die Rolle des Figaro.

Ein paar Fragen an Bernhard Hansky ...

Geboren 1988 in Eisenhüttenstadt (Brandenburg)
Ich lebe in Berlin

Wenn ich nicht Sänger geworden wäre, wäre ich heutewahrscheinlich Betreuer im Bereich Sonderpädagogik, was mir in einem Jahrespraktikum viel Freude bereitet hat. Oder ich wäre Restaurantleiter bzw. hätte einen eigenen Laden.

Als ich zum ersten Mal auf einer Bühne stand, … wusste ich, dass ich mehr davon möchte.

Ein Leben ohne Musik wäre … nahezu undenkbar, da Musik das Leben so wahnsinnig bereichert..

Wenn ich eine Zeitreise unternehmen könnte, ginge sie … auf jeden Fall in die Zeit des Barock. Diese Epoche fasziniert mich sehr, weil sie so viel Schönes und Bleibendes in Musik und Architektur geschaffen hat.

Meine Lieblingsfigur (nicht: Gesangspartie) aus einer Mozart-Oper? Es mag lustig klingen, aber das ist für mich definitiv die Susanna aus dem ‚Figaro‘. Dieses Kammermädchen ist mit allen Wassern gewaschen und weiß genau, welche Fäden sie ziehen muss, damit alles so funktioniert, wie sie es will. Eine nicht zu unterschätzende Persönlichkeit, die darzustellen eine wahre Freude sein muss..

Spielte ich ein Instrument im Orchester, dann wäre es … Die Triangel :-) Für alles andere wäre ich zu ungeduldig.

Bei der SOB habe ich mich beworben, weil … ich die Atmosphäre von Opernfestivals liebe, ebenso wie das Aufeinanderprallen verschiedener Sänger aus aller Welt.

In zehn Jahren möchte ich … wo auch immer schöne Sachen singen und ein erfülltes, glückliches Berufsleben haben.

Welche Tempobezeichnung entspricht am ehesten meinem Temperament?
Largo – weil ich (wie jeder andere) auch eine nachdenkliche Seite habe und diese gerne musikalisch ausdrücke.

Friday, August 5, 2011

Das Ensemble stellt sich vor (VIII) – Irina Marinaş (Susanna)



Nachdem aus den Vorsingen im April ein spannendes und vielversprechendes Ensemble hervorgegangen ist, möchten wir Ihnen dessen Mitglieder nicht vorenthalten und stellen Ihnen die Solistinnen und Solisten im Verlauf der nächsten Monate an dieser Stelle kurz vor. Wir haben sie auch gebeten, einen kleinen Fragebogen zu beantworten.

Die Sopranistin Irina Marinaş stammt aus Rumänien. Sie begann ihr Gesangs- (und Italienisch)- Studium bei Professor Stefano Algieri an der Schulich School of Music an der McGill University in Montreal, Kanada, das sie mit dem Bachelor of Music (mit Auszeichnung) abschloss. Seit 2009 absolviert sie ein Masterstudium am Mozarteum Salzburg als Studentin von Horiana Branisteanu in der Abteilung Oper und Musiktheater. Sie errang 2008 den zweiten Platz beim nationalen Finale des kanadischen Musikwettbewerbes und ist zweifache Stipendiatin des ‚Grant for Classical Musicians‘ des ‚Canada Council for the Arts‘.

Die Rolle der Susanna in ‚Le Nozze di Figaro‘ übernahm sie bereits 2009 beim Operafestival di Roma. Sie sang unlängst die Violetta in Verdis ‚La Traviata‘ am Mozarteum Salzburg und die Konstanze in ‚Die Entführung aus dem Serail‘ von W.A. Mozart (mit der Staatsphilharmonie Sibiu in Hermannstadt und Salzburg). In Produktionen der Opernwerkstatt des Mozarteums ist sie als Apollo in ‚Il parnaso confuso‘ von Christoph Willibald Gluck und Zerlina in ‚Don Giovanni‘ aufgetreten, zudem als Interpretin der Noémie in Jules Massenets ‚Cendrillon‘ an der Opera da Camera, Montreal.

In der diesjährigen ‚Le nozze di Figaro‘-Produktion der Sommer Oper Bamberg übernimmt sie die Rolle der Susanna.

Ein paar Fragen an Irina Marinaş ...

Geboren 1985 in Rumänien
Ich lebe in Salzburg

Wenn ich nicht Sängerin geworden wäre, hätte ich heuteauf irgendeine Weise etwas mit Politik zu tun und würde für eine Sache kämpfen, an die ich fest glaube (Gleichheit, Menschenrechte, Bildung, etc.)

Als ich zum ersten Mal auf einer Bühne stand, … war ich fünf Jahre alt, habe an einem Gesangswettbewerb für Kinder teilgenommen und eine Reise ans Schwarze Meer gewonnen.

Ein Leben ohne Musik wäre … farblos und schrecklich langweilig.

Wenn ich eine Zeitreise unternehmen könnte, … würde ich gerne in die Zukunft reisen, sagen wir 50 Jahre, ins Jahr 2061. Können wir uns vorstellen, wie viele technologische und wissenschaftliche Entdeckungen die Menschheit gemacht haben wird? Wieviele Krankheiten man noch heilen können wird? Ich glaube daran, dass die Lebensqualität noch höher als heute sein wird, und ich hoffe, dass es allen auf unserer Erde so geht; ich hoffe auch, dass wir den Planeten und das Leben auf ihm besser verstehen werden.

Meine Lieblingsfigur (nicht: Gesangspartie) aus einer Mozart-Oper? Donna Elvira aus ‚Don Giovanni‘, eine sehr unterhaltsame und lustige Figur. Sie mag zwar als schwache Frau erscheinen, die auf den Mann hereinfällt, der sie immer wieder betrügt, doch ich glaube, das Publikum kann sich in sie hineinversetzen und mag sie gerade deswegen.

Spielte ich ein Instrument im Orchester, dann wäre es … ein Streichinstrument, wegen des sinnlichen und seelenvollen Klangs.

Bei der SOB habe ich mich beworben, weil … ich die Susanna in ‚Le nozze di Figaro‘ an einem richtigen Theater singen wollte, umgeben von professionellen Musikern, die lieben, was sie da tun …

In zehn Jahren möchte ich … die Tosca in Covent Garden singen.

Welche Tempobezeichnung entspricht am ehesten meinem Temperament? Andante.



Tuesday, July 26, 2011

„Ein Fundament schaffen ...“ – Angelika Kirchschlager im Gespräch über Mozart, Meisterkurse und „Allegro con moto"




Bild: Nikolaus Karlinsky
Angelika Kirchschlager
Bild: Nikolaus Karlinsky
Angelika Kirchschlager ist eine der am meisten gefeierten Mezzosopranistinnen unserer Zeit. In Salzburg geboren und in Wien ausgebildet, ist sie heute weltweit auf den bedeutendsten Opernbühnen zuhause, gerngesehener Gast bei den großen Orchestern und auch als Lied-Interpretin hochgeschätzt. Vom 11. bis 14. September 2011 wird sie einen Meisterkurs für die Sängerinnen und Sänger des Ensembles der Sommer Oper Bamberg geben. Ein kleines Gespräch vorab.

Sommer Oper Bamberg: Sehr geehrte Frau Kammersängerin, es freut uns sehr, dass Sie sich trotz eines immens vollen Terminkalenders die Zeit für den Meisterkurs der SOB nehmen werden.

Angelika Kirchschlager: Vielen Dank, ich freue mich auch sehr darüber. Ich habe gerade mit den Bamberger Symphonikern geprobt und dabei festgestellt, wie schön die Stadt doch ist. Umso mehr freue ich mich, dass ich noch einmal hierher kommen darf.

SOB Woran werden Sie mit den jungen Sängerinnen und Sängern arbeiten? Was erwartet die Teilnehmer Ihres Meisterkurses?

„Ich ermutige die Sänger immer, authentisch zu sein, eine sehr persönliche Rollengestaltung zu finden, und keine anderen berühmten Sänger zu kopieren ... ”A.K. Ich unterrichte mittlerweile seit drei Jahren, und dabei hat sich herausgestellt, wie wichtig es ist, ausführlich an den Rezitativen zu arbeiten. Ich habe mit großer Freude sieben Jahre lang mit Riccardo Muti jeden Sommer eine Da Ponte/Mozart-Oper einstudiert. Alle drei, die es gibt. Und auch Muti hat fast ausschließlich an den Rezitativen gearbeitet. Die Arien sind dann einfach so durchgelaufen, aber die Rezitative waren wirklich harte Arbeit. Darauf werde ich also ein ganz besonderes Augenmerk legen. Die meisten Kursteilnehmer glauben zunächst, das sei langweilig, aber aus Erfahrung kann ich sagen, dass das wirklich viel Spaß machen wird. Die Rollengestaltung bei Mozart geschieht ja hauptsächlich durch die Rezitative, die Handlung wird nur durch sie vorangetrieben. Ich ermutige die Sänger immer, authentisch zu sein, eine sehr persönliche Rollengestaltung zu finden, und keine anderen berühmten Sänger zu kopieren; sondern ganz bei sich zu bleiben und ihre Kraft aus sich selbst zu holen. Auch das ist überaus spannend. Ich ermutige sie immer, mutig zu sein, nicht zu angepasst, sondern individuell, ihren eigenen Weg zu finden.

SOB
Sie unterrichten, wie Sie eben sagten, seit drei Jahren. Haben Ihnen Kurse wie dieser, bei dem ein erfahrener Künstler sein Wissen an den Nachwuchs weitergibt, in Ihrer eigenen künstlerischen Entwicklung geholfen, und möchten Sie das weitergeben?

„Mir macht Unterrichten wahnsinnig viel Spaß!”A.K. Ich merke, wie schnell die Zeit vergeht, denn ich sehe mich manchmal noch immer als Studentin von Walter Berry in Wien. Bei ihm habe ich Lied- und Oratoriengesang studiert. Er hat mich zu vielen Dingen ermutigt, war geduldig und hat mich darin bestärkt, dass ich meinen Weg finden werde, wenn ich alles so mache, wie ich es für richtig halte. Diese Erfahrung, die mir selber durch meinen Lehrer zuteil wurde, gebe ich auf jeden Fall weiter. Mein Unterricht beschränkt sich momentan auf Workshops und Meisterkurse; ich unterrichte nur dort, wo ich glaube, dass ich etwas zu sagen habe [lacht]. Ich bin jetzt seit zwanzig Jahren als Sängerin unterwegs, und obwohl man ja nie auslernt, stelle ich erstaunt fest, dass sich doch einiges an Erfahrung angesammelt hat. Es gibt also einiges, was ich zu sagen habe. Und mir macht Unterrichten wahnsinnig viel Spaß!

SOB Eine bessere Voraussetzung für den Kurs kann man sich gar nicht wünschen. Doch was kann man allgemein als Sänger lernen, und was muss man mitbringen?

A.K. Man muss zum Beispiel lernen, wie man Rezitative wirklich singt, denn das bringt niemand mit. Das ist wirklich Knochenarbeit, das ist Handwerk. Man kann Phrasieren lernen, verschiedene Tricks, man kann und muss selbstverständlich singen lernen. Das ist bei jedem anders. Es gibt natürlich die absoluten Naturbegabungen, die sich einfach auf die Bühne stellen und mit ihrer Persönlichkeit und Sangesfreude überzeugen. Dann gibt es andere, die zwar wahnsinnig tolle Stimmen haben, aber sich etwas schwerer damit tun, sich auf der Bühne zu präsentieren. Und genau dort setze ich dann an: Wenn man ihnen die Angst nimmt und Zuversicht gibt, dann können sich auch etwas scheuere Sänger öffnen – und dabei etwas über sich selbst erfahren. Nach meinen Beobachtungen kann man das, was man in diesen Interpretationsstunden gelernt hat, auch für sein eigenes Leben mitnehmen. Das sind ganz tolle Erfahrungen.

SOB Sie werden bei Ihrem Bamberger Meisterkurs an den Rezitativen aus ‚Le nozze di Figaro‘ arbeiten, der Oper, die im Anschluss einstudiert wird. Was halten Sie von dieser Kombination: Meisterkurs und Opernproduktion?

„Ich versuche, ein Fundament zu schaffen, das dann in Zukunft ausstrahlt.”A.K. Das ist eine phantastische Idee, sie gibt dem Ganzen noch einen „Kick“. Doch das, was ich in diesen drei oder vier Tagen vermittle, kann ja nicht nur ausschließlich auf den ‚Figaro‘ angewendet werden. Die jungen Sänger sollen das ja auch mitnehmen. Ich versuche immer, Dinge zu sagen, die auch auf andere Opern anwendbar sind, aber auch auf Lieder, auf das Singen im Allgemeinen. Ich sage ihnen nicht, wie sie die Susanna bei der und der Note singen müssen; mein Ansatz ist grundsätzlicher, ich versuche, weiter in die Tiefe zu gehen, ein Fundament zu schaffen, das dann in Zukunft ausstrahlt.

SOB Sie selbst haben Ihre Karriere ja auch mit Mozart begonnen. Was für eine Beziehung haben Sie zu seinen Opern?

„Ich singe sie jetzt schon so viele Jahre und lerne doch immer noch etwas über diese Opern. Je mehr Einblick ich bekomme, umso sprachloser werde ich eigentlich.”A.K. Für mich gehören Mozarts Opern, vor allem aber die drei Da Ponte-Opern [‚Le nozze di Figaro‘, ‚Cosi fan tutte‘ und ‚Don Giovanni‘], zum Besten, was je kreiert wurde. Text, Musik, Psychologie – alles greift dort in atemberaubender Weise ineinander. Es sind Psycho-Sozialstudien von Menschen, die sich in diesen drei Geschichten finden. Es ist beeindruckend, wie Mozart das Libretto von Da Ponte ausleuchtet und die Protagonisten musikalisch miteinander verwebt ... Ich singe sie jetzt schon so viele Jahre und lerne doch immer noch etwas über diese Opern. Je mehr Einblick ich bekomme, umso sprachloser werde ich eigentlich. Es ist unfassbar ...
Cherubino war übrigens meine allererste Opernpartie, die ich in einer Hochschulproduktion im kleinen Schönbrunner Schlosstheater in Wien gesungen habe. Das kommt mir fast wie ein anderes Leben vor, seither ist so viel passiert. Die Rolle singe ich ja auch nicht mehr, irgendwann muss Schluss sein. Aber gerade mit dem ‚Figaro‘ verbinde ich einiges, ich könnte ganze Bücher mit Anekdoten füllen. Man könnte fast ein bissl sentimental werden ... [lacht].

SOB Auf welche anderen Projekte freuen Sie sich denn im Moment besonders?

A.K. Ich habe einen sehr spannenden Sommer vor mir, ich werde in Südamerika singen, bei vielen schönen Festivals. Ich war im Juni in Aldeburgh, bei Benjamin Brittens Festival, in Schwarzenberg bei der Schubertiade, in bin in Bregenz, Verbier und Edinbourgh ... alles Projekte, auf die ich mich irrsinnig freue. Ich singe auch nur Dinge, die mir selbst viel Spaß machen. Das ist der Vorteil, wenn man schon einige Jahre dabei ist: Man kann es sich irgendwann ein wenig bequemer machen und nur noch das singen, was relativ stressfrei ist und trotzdem wunderschön. Worauf ich mich besonders freue, ist die „Mahagonny“-Produktion an der Wiener Staatsoper. Dann bin ich zu Liederabenden mit Jean-Yves Thibaudet in Amerika. Und in Südamerika war ich auch noch nie ... Ich kann mich gar nicht so richtig entscheiden ...

SOB
Zum Abschluss würde ich mich freuen, wenn ich Ihnen unseren kleinen Fragebogen vorlegen dürfte, den die Ensemblemitglieder bereits beantwortet haben.

A.K. Sehr gerne.

(Noch) ein paar Fragen an Angelika Kirchschlager ...

Wenn ich nicht Sängerin geworden wäre, wäre ich heute … Goldschmiedin oder Buchbinderin.

Als ich zum ersten Mal auf einer Bühne stand, … war das im Kinderchor von Carmen, da war ich zehn.

Ein Leben ohne Musik wäre … eigentlich nicht wirklich denkbar.

Wenn ich eine Zeitreise unternehmen könnte, würde ich ... wahrscheinlich ins Mittelalter reisen, aber nicht sehr lange. Nach einer Stunde hätte ich wohl schon genug. Aber das würde mich wirklich interessieren ...

Meine Lieblingsfigur aus einer Mozart-Oper (nicht als Gesangspartie, sondern als Charakter)? Vielleicht die Gräfin, aus ‚Figaros Hochzeit‘, oder Idomeneo. Wegen ihrer Menschlichkeit. Die Gräfin wegen ihrer Geduld, ihrer großen Liebe, wegen ihrer Leidensfähigkeit, ihrer Vergebung und Großzügigkeit. Und Idomeneo wegen seiner Schwäche.

Wenn ich ein Orchesterinstrument spielte, wäre es ... das Violoncello, einfach wegen seines Klangs. Weil es meinem Stimmklang entgegenkommt, weil es im wahrsten Sinne eine Saite in mir zum Schwingen bringt.

In zehn Jahren möchte ich … nur mehr zu Hause bleiben [lacht]. Ja, das können Sie schreiben: In zehn Jahren Österreich nicht mehr verlassen müssen, wenn ich nicht will.

Welche Tempobezeichnung entspricht am ehesten meinem Temperament? [Überlegt ...] Allegro, das ist schon mal sicher ... con ... [lacht], ich wollte gerade sagen „vivace“, aber das ist dann zu schnell ... „con moto“ oder „ma non troppo“.


SOB Frau Kirchschlager, vielen herzlichen Dank für das Gespräch. Wir freuen uns sehr, Sie im September in Bamberg begrüßen zu dürfen.

Das Gespräch führte Maximilian Rauscher.


Friday, July 22, 2011

Das Ensemble stellt sich vor (VII) – Elias Benito Arranz (Il Conte d‘Almaviva)



Nachdem aus den Vorsingen im April ein spannendes und vielversprechendes Ensemble hervorgegangen ist, möchten wir Ihnen dessen Mitglieder nicht vorenthalten und stellen Ihnen die Solistinnen und Solisten im Verlauf der nächsten Monate an dieser Stelle kurz vor. Wir haben sie auch gebeten, einen kleinen Fragebogen zu beantworten.

Der Bariton Elias Benito Arranz stammt aus Barcelona. Nach einem Klavier- und geisteswissenschaftlichen Studium in Spanien begann er eine Gesangsausbildung an der Royal Academy of Music in London, die er mit einem Postgraduiertendimplom abschloss und am Opernstudio des Theater La Monnaie und der Chapelle Musicale Reine Elisabeth in Brüssel fortsetzte. Er ist Träger des Arthur Burcher Prize 2004 der Royal Academy of Music und war Stipendiat des Sir Richard Stapley Educational Trust und des Simon Fletcher Charitable Trust.

Den Conte d’Almaviva hat Elias Benito Arranz bereits am Teatre de la Farandula in Sabadell gesungen, im vergangenen Jahr debütierte er als Papageno in der Zauberflöte beim Jackdaws Festival und gab den Uberto in Pergolesis La serva padrona beim Festival d’Été Mosan. Zudem sang er den Leporello in Mozarts Don Giovanni, diverse Rollen in mehren Pasticcios und Brittens Death in Venice und den Guccio in Puccinis Gianni Schicchi.

Auch als Oratorien- und Konzertsolist tritt Elias Benito Arranz regelmäßig in Erscheinung, unter anderem in Beethovens Neunter Symphonie (London Chamber Orchestra unter Christopher Warren-Green, St John Smith Square London), mit Bachs Magnificat in Antwerpen, der Johannespassion in Uxbridge oder mit Mendelssohns Elias in Bilbao (Bilbao Symphony Orchestra unter Juan Jose Mena). Er sang in der h-Moll Messe beim Spitalfields Festival mit dem Royal Academy Baroque Orchestra unter der Leitung von Trevor Pinnock, Mozarts Requiem mit der Brandenburg Sinfonia in St. Martin in the Fields, u.v.a. Recitals mit Liedprogrammen in Frankreich und Belgien vervollkommnen sein künstlerisches Profil.


In der diesjährigen Le nozze di Figaro-Produktion der Sommer Oper Bamberg übernimmt er die Rolle des Grafen Almaviva.


Ein paar Fragen an Elias Benito Arranz ...

Geboren und lebt in Barcelona.

Wenn ich nicht Sänger geworden wäre, würde ich heute … Sprachen oder Literatur unterrichten.

Als ich zum ersten Mal auf einer Bühne stand, … geriet ich zuerst in Panik; als ich mich schließlich beruhigen konnte, war es ganz wunderbar. Ich liebe es, auf der Bühne zu stehen!

Ein Leben ohne Musik wäre … unvollständig und nicht erfüllend.

Wenn ich eine Zeitreise unternehmen könnte, … würde ich in die Zukunft reisen.

Meine Lieblingsfigur (nicht: Gesangspartie) aus einer Mozart-Oper? Ich würde mich für die Gräfin entscheiden, aus literarischen Gründen, vor allem, wenn man an den ersten Teil [der literarischen Vorlage] von Beaumarchais denkt. Mich interessiert dabei vor allem die Komplexität ihrer Gefühle, die Einfachheit der menschlichen Existenz mit gesellschaftlichen Erwartungen in Einklang bringen zu müssen. Das macht ihr das Leben zu einer Falle, mit der sie ständig umgehen muss.

Spielte ich ein Instrument im Orchester, dann wäre es … Oboe.

Bei der SOB habe ich mich beworben, weil … ich das ganze Projekt überaus reizvoll finde. Und ich möchte die Rolle des Grafen erkunden und singen.

In zehn Jahren möchte ich … gerne eine ordentliche und wunderbare Gesangskarriere haben und mit Vergnügen die unterschiedlichsten Repertoires singen.

Welche Tempobezeichnung entspricht am ehesten meinem Temperament? Allegro Vivo.



Sunday, July 17, 2011

Das Ensemble stellt sich vor (VI) – Mareike Braun (Cherubino)

Nachdem aus den Vorsingen im April ein spannendes und vielversprechendes Ensemble hervorgegangen ist, möchten wir Ihnen dessen Mitglieder nicht vorenthalten und stellen Ihnen die Solistinnen und Solisten im Verlauf der nächsten Monate an dieser Stelle kurz vor. Wir haben sie auch gebeten, einen kleinen Fragebogen zu beantworten.

Die Mezzosopranistin Mareike Braun stammt aus Hannover. Sie begann ihr Gesangsstudium an der Hochschule für Musik und Theater ihrer Heimatstadt bei Prof. Christiane Iven, machte ihren Master-Abschluss bei Prof. Rudolf Piernay an der Guildhall School of Music and Drama in London und wird ihre Studien demnächst an der Opernschule Mannheim fortsetzen. Sie gewann 2008 den ersten Preis beim Liedwettbewerb des Braunschweig Classix Festivals, im Jahr darauf ein Stipendium des Richard-Wagner-Verbands und ist Stipendiatin der Bischöflichen Studienförderung Cusanuswerk und von „Yehudi Menuhin Live Music Now“.

Zu ihren bisherigen Opernrollen gehören der Ottone in Händels Agrippina und Marcellina aus Le nozze di Figaro bei Hochschulproduktion in Hannover, die dritte Dame in der Zauberflöte beim Braunschweig Classix Festival, die Titelrolle in Purcells Dido und Aeneas bei den Herrenhäuser Festwochen und eine Partie in Passaggio von Luciano Berio, bei einem Gastengagement am Nationaltheater Mannheim.
Das Konzertfach ist ein weiterer Schwerpunkt Mareike Brauns: 2011 war sie mehrfach mit Werken Gustav Mahlers zu hören. Sie sang Lieder aus Des Knaben Wundernhorn und die Kindertotenlieder in Hannover, die Rückert-Lieder mit dem Philharmonischen Staatsorchester Mainz unter Catherine Rückwardt sowie mehrfach die Alt-Solopartie in Mahlers Zweiter Symphonie, zuletzt in der Barbican Hall London mit dem Guildhall Symphony Orchestra unter der Leitung von James Gaffigan. Sie war zudem in Schumanns Requiem für Mignon (NDR Radiophilarmonie, Cornelius Meister), in Mendelssohn Zweiter Symphonie (Alte Oper Frankfurt, Museumsorchester Frankfurt, Christopher Hogwood), in der Matthäuspassion und mit einem Liederprogramm beim Musikfest Stuttgart zu erleben.

In der diesjährigen Le nozze di Figaro-Produktion der Sommer Oper Bamberg übernimmt sie die Rolle des Cherubino.

Ein paar Fragen an Mareike Braun ...

Geboren 1985 in Hannover
Ich lebe bald in Mannheim

Wenn ich nicht Sängerin geworden wäre, wäre ich heute … im Auswärtigen Amt in der Südostasienabteilung tätig.

Als ich zum ersten Mal auf einer Bühne stand, … habe ich mich wahrscheinlich ganz wohl gefühlt, ansonsten wäre ich nicht dort geblieben.

Ein Leben ohne Musik … wäre nicht das Ende der Welt.

Wenn ich eine Zeitreise unternehmen könnte, … würde ich in die Kindheit meiner Großeltern reisen.

Spielte ich ein Instrument im Orchester, dann wäre es … Fagott: toller Klang und immer wieder mal ein Solo zu spielen.

Bei der SOB habe ich mich beworben, weil … ich Lust auf Cherubin hatte.

In zehn Jahren möchte ich … einen Mann und Kinder haben und mit dem Singen so viel Geld verdienen, dass ich mir keine Sorgen machen muss.

Saturday, July 16, 2011

Das Ensemble stellt sich vor (V) – Martin Js. Ohu (Bartolo)



Nachdem aus den Vorsingen im April ein spannendes und vielversprechendes Ensemble hervorgegangen ist, möchten wir Ihnen dessen Mitglieder nicht vorenthalten und stellen Ihnen die Solistinnen und Solisten im Verlauf der nächsten Monate an dieser Stelle kurz vor. Wir haben sie auch gebeten, einen kleinen Fragebogen zu beantworten.

Der Bass Martin Js. Ohu stammt aus Südkorea. Nach einem Studium der Luftfahrttechnik und fünf Jahren als Forschungsingenieur nahm er ein Gesangsstudium bei Philip Kang an der Seoul National University auf. Nach seinem Bachelor-Abschluss studierte er dann an der Musikhochschule Köln/Aachen und erhielt seinen Master-Abschluss Sologesang am Maastrichter Konservatorium bei Mya Besselink, wo er auch die Opernschule besuchte. Seit 2009 setzt er seine Studien bei Thomas Dewald an der Musikhochschule Mainz mit dem Ziel des Konzertexamens fort und ist seit 2010 Mitglied im Jungen Ensemble am Staatstheater Mainz.
Er vervollkommnete seine Ausbildung durch Meisterkurse bei Stoyan Popov (Sofia), Renata Ackermann (Weikersheim) und Edda Moser (Salzburg) sowie Privatunterricht bei Kammersänger Jan-Hendrik Rootering in Düsseldorf.

Martin Js. Ohu wird im August den Kezal in Smetanas Verkaufter Braut bei den Bad Hersfelder Festspielen geben. Zuletzt sang er der Sarastro in der Hochschulproduktion der Zauberflöte am Landestheater Rudolstadt und in Mainz, dieselbe Rolle bei der Opéra Royal de Wallonie-Liège, den Reinmar von Zweter in Tannhäuser am Staatsheater Mainz, den Commendatore in Don Giovanni in Odessa, Betto in Puccinis Gianni Schicchi, in Moses und Aron in Willy Deckers Inszenierung für die Ruhr Trienalle 2009, desweiteren in Brittens The rape of Lucretia, La Cenerentola, Acis and Galatea, Mahagonny, u.a. Neben dem Opernfach ist er auch mit geistlicher Musik aufgetreten, u.a. in Messen von Bach, Mozart oder Puccini.

In der diesjährigen Le nozze di Figaro-Produktion der Sommer Oper Bamberg übernimmt er die Rolle des Bartolo.


Ein paar Fragen an Martin Ohu ...

Geboren 1972 in Seoul, Südkorea
Ich lebe in Aachen

Wenn ich nicht Sänger geworden wäre, wäre ich heute … Das ist eine längere Geschichte, denn ich hatte erst einen anderen Beruf und wurde dann Sänger. Nach meinem Master-Abschluss als Ingenieur habe ich fünf Jahre lang für einen Flugzeughersteller gearbeitet, Fahrwerke, Bremskontrollen und Flugsteuerungen entworfen, auch für unbemannte Fluggeräte. Als ich den Prototypen, an dem ich mitgearbeitet hatte, sicher fliegen sah, habe ich mich schliesslich doch dafür entschieden, Opernsänger zu werden. Wäre ich also nicht Sänger geworden, würde ich weiter als Ingenieur arbeiten … oder als etwas anderes? Wer weiss?

Als ich zum ersten Mal auf einer Bühne stand, … war das etwas ganz anderes. Als Ingenieur kann man eine Berechnung oder einen Entwurf ändern, wenn es ein Problem gibt. Wenn man aber auf der Bühne einen Fehler macht, dann ist es bereits zu spät dazu. Deswegen war ich sehr nervös. Ich habe aber nicht mit dem Singen begonnen, um mich von diesem Stress quälen zu lassen, sondern weil es mir Spaß macht. Insofern habe ich mich entschieden, mein Bestes zu geben und es zu genießen. Das Dasein als Sänger wäre sonst bedeutungslos.

Ein Leben ohne Musik … müsste irgend etwas anderes haben, das gleichwertig mit Musik ist.

Wenn ich eine Zeitreise unternehmen könnte, … würde ich Einstein treffen und ihm sagen, es sei MÖGLICH.

Meine Lieblingsfigur (nicht: Gesangspartie) aus einer Mozart-Oper ist … vielleicht Figaro? Ich denke, seine Figur ähnelt Mozart am meisten.

Spielte ich ein Instrument im Orchester, dann wäre es … Violoncello, der Klang ist der menschlichen Stimme am nächsten.

Bei der SOB habe ich mich beworben, weil … ich Bamberg liebe!!!!!

In zehn Jahren möchte ich … durch Operngesang ein Publikum beglücken, egal wo und egal womit.

Welche Tempobezeichnung entspricht am ehesten meinem Temperament? Allegro moderato, nicht zu schnell, nicht zu langsam, nicht zu langweilig.

Tuesday, July 5, 2011

Das Ensemble stellt sich vor (IV) – Sören Richter (Basilio/Don Curzio)



Nachdem aus den Vorsingen im April ein spannendes und vielversprechendes Ensemble hervorgegangen ist, möchten wir Ihnen dessen Mitglieder nicht vorenthalten und stellen Ihnen die Solistinnen und Solisten im Verlauf der nächsten Monate an dieser Stelle kurz vor. Wir haben sie auch gebeten, einen kleinen Fragebogen zu beantworten.

Der Tenor Sören Richter stammt aus Chemnitz und war bis zum Abitur Mitglied des Dresdner Kreuzchores. Er studiert seit 2005 Gesang an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main, zunächst bei Prof. Karl Markus und seit April 2008 bei Prof. Thomas Heyer. Er ergänzte seine Ausbildung durch Meisterkurse bei Prof. Kammersänger Kurt Moll (FfM), Georges Delnon und Wiebke Weidanz („Il nuovo Teatro musicale“, Montepulciano), u.a. Er ist Stipendiat des Richard-Wagner-Verbandes Chemnitz und war 2009 Stipendiat bei „Yehudi Menuhin Live Music Now“.

Sören Richter sang im Februar den Dritten Juden in Salome an der Oper Monte Carlo, im vergangenen Jahr u.a. Cascada in der Lustigen Witwe an Opéra National de Lorraine Nancy, die Knusperhexe in Humperdincks Hänsel & Gretel bei der Frankfurter Orchestergesellschaft, in R. Dennemanns Kein Wasser runterschütten beim Festival Ruhr 2010 in Essen sowie in Werken von Pierre Schäffer beim Festival junger Künstler Bayreuth und bei den Händelfestspielen Karlsruhe. Zuvor ist er auch als Dancairo in Carmen, Lehrbube in den Meistersingern, Doktor Blind in Die Fledermaus und als Solo-Madrigalist in Monteverdis L'Orfeo, zudem in Purcells Dido und Aeneas und John Blows Venus und Adonis in Erscheinung getreten.

Er ist Mitglied im Ensemble Hochmusik unter Leitung von Stephan Schreckenberger und hat als Chorist an etlichen Projekten mitgewirkt, u.a. an der Oper Frankfurt, beim Hessischen Rundfunk, oder im Juni 2010 bei einer ARTE-Fernseh-/CD-Produktion mit dem Kammerensemble des Bachchors Mainz unter Leitung von Ralf Otto bei einer Einspielung wiederendeckter Kantaten von Wilhelm Friedmann Bach.

In der diesjährigen Le nozze di Figaro-Produktion der Sommer Oper Bamberg übernimmt er die Rollen des Basilio und des Don Curzio.



Ein paar Fragen an Sören Richter ...

Geboren 1984 in Chemnitz
Ich lebe in Frankfurt am Main

Wenn ich nicht Sänger geworden wäre, wäre ich heute … Pilot oder Fluglotse.

Als ich zum ersten Mal auf einer Bühne stand, … war ich ein „klitzekleines” Bisschen aufgeregt ...

Ein Leben ohne Musik wäre … sehr arm.

Wenn ich eine Zeitreise unternehmen könnte, ginge sie nach … Wien, 19. Jahrhundert.

Meine Lieblingsfigur (nicht: Gesangspartie) aus einer Mozart-Oper ist … Don Giovanni. Warum? Man schaue sich nur sein “Register” an ;-p

Spielte ich ein Instrument im Orchester, dann wäre es … Klarinette! Ich liebe diesen warmen, sich irgendwo im Unendlichen verlierenden Klang.

Bei der SOB habe ich mich beworben, weil … ich gerne mal den Basilio auf die Bühne “stellen“ möchte und der Kurs mit Angelika Kirchschlager, einer großartigen Künstlerin als Dozentin, das “Gesamtpaket” mehr als nur abrundet.

In zehn Jahren möchte ich … gerne David (Meistersinger) auf dem “Grünen Hügel” singen ;-)

Welche Tempobezeichnung entspricht am ehesten meinem Temperament? Um es nicht italienisch, sondern mit Augenzwinkern & Mahler zu sagen: “Lustig im Tempo und keck im Ausdruck”.


Sunday, July 3, 2011

Das Ensemble stellt sich vor (III) – Christoph Seidl (Antonio)



Nachdem aus den Vorsingen im April ein spannendes und vielversprechendes Ensemble hervorgegangen ist, möchten wir Ihnen dessen Mitglieder nicht vorenthalten und stellen Ihnen die Solistinnen und Solisten im Verlauf der nächsten Monate an dieser Stelle kurz vor. Wir haben sie auch gebeten, einen kleinen Fragebogen zu beantworten.

Der österreichische Bass Christoph Seidl wurde 1987 in Zwettl geboren. Nach erstem Gesangsunterricht in seiner Heimatstadt Weitra begann er 2008 sein ordentliches Studium in der Sologesangsklasse von Prof. Ralf Döring an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, an der er zuvor ein Jahr lang den Lehrgang Stimmbildung bei Martin Vacha belegt hatte.

Zu Beginn seines Studiums nahm er an einigen Chorprojekten teil. Er war im Schlosstheater Schönbrunn in Händels Alcina als Chorsolist, in Don Giovanni, sowie in Haydns L'Anima del Filosofo zu sehen. Im Rahmen der Oper Klosterneuburg wirkte er in Donizettis La Fille du Régiment und in Carmen mit. In der Kirchenmusik war er unter anderem als Solist in Schuberts G-Dur-Messe, Haydns Nikolaimesse und Mozarts Krönungsmesse zu hören.

Im März 2011 sang er den Antonio in Le Nozze di Figaro im Schlosstheater Schönbrunn und im Mai den Sperber in der Opernparodie Die schwarze Frau von Adolph Müller senior im Rahmen des Musiktheaterfrühlings Gmunden. Im Juli singt er Masetto und Komtur in Don Giovanni beim Sommertraumfestival am Semmering.

In der diesjährigen Le nozze di Figaro-Produktion der Sommer Oper Bamberg übernimmt er die Rolle des Antonio.



Ein paar Fragen an Christoph Seidl ...

Geboren 1987 in Österreich
Ich lebe in Wien

Wenn ich nicht Sänger geworden wäre, wäre ich heute … auf der Suche nach meiner Bestimmung.

Als ich zum ersten Mal auf einer Bühne stand, … wusste ich, dass es der richtige Ort für mich ist.

Ein Leben ohne Musik wäre … ein Irrtum.

Wenn ich eine Zeitreise unternehmen könnte, würde ich … ins 19. Jahrhundert reisen, um moderne Musik zu machen.

Meine Lieblingsfigur (nicht: Gesangspartie) aus einer Mozart-Oper ist … Papageno, weil er sehr menschlich und nachvollziehbar handelt.

Spielte ich ein Instrument im Orchester, dann wäre es … Cello, weil es meiner Meinung nach eines der wundervollsten Instrumente ist.

Bei der SOB habe ich mich beworben, weil … ich Figaro liebe und das Programm für junge Künstler sehr interessant ist.

In zehn Jahren möchte ich … Ensemblemitglied an einem Opernhaus sein.

Welche Tempobezeichnung entspricht am ehesten meinem Temperament? Moderato.

Monday, June 27, 2011

Das Orchester steht! – Vorspiele zur Sommer Oper Bamberg 2011 beendet



Nach dem Sänger-Ensemble, das aus den Vorsingen im April hervorgegangen ist (und das wir an dieser Stelle regelmäßig vorstellen), stehen nun auch die Mitglieder des Orchesters fest. Zwischen Mitte Mai und Anfang Juni fanden Probespiele in mehreren europäischen Städten statt, in Mannheim, Berlin, Nürnberg und Düsseldorf, sowie an den Partnerhochschulen in Linz, Salamanca und Vicenza.

"Die Vorspiele haben wir in diesem Jahr zum ersten Mal anberaumt", erzählt Till Fabian Weser, der künstlerische Leiter der Sommer Oper Bamberg. Er ist herumgereist, hat sich die jungen Musiker angehört und aus den besten das Orchester für 2011 zusammengestellt. "Und es hat sich gelohnt: Das wird ein sehr gutes Orchester mit wunderbaren Mitgliedern, auf das man wirklich gespannt sein darf. Besser noch, als beim letzten Mal. Und das ist ja auch wichtig, wenn wir Le nozze di Figaro einstudieren wollen".

Ganz im Sinne des internationalen Geistes, der die Sommer Oper Bamberg prägt, kommen die jungen Musikerinnen und Musiker aus den unterschiedlichsten Ländern, aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Tschechien, Ungarn, Rumänien, Italien, Spanien, Luxemburg, Litauen, Japan und der Türkei. "Besonders groß war das Interesse an den Vorspielen übrigens in Spanien", stellt Till Fabian Weser fest, "die jungen Musiker dort sind unglaublich gut vernetzt und haben sich in großer Zahl beworben."

Einige der Orchesterteilnehmer haben gerade ihr Studium abgeschlossen, andere eben erst damit begonnen. Doch das allein sagt noch nichts aus. Es ist das musikalische Können, das zählt, und das hängt nicht nur vom Alter ab. Die jüngste Teilnehmerin, die mit ihrem anrührenden Celloton die Jury begeisterte, wird zu Beginn der Proben gerade einmal 18 Jahre alt geworden sein.

Sie und ihre Kollegen erwartet ein dichtes und vielfältiges Programm. Sie werden die Oper einstudieren, in mehrwöchigem Zusammenspiel ihre Klangkultur schulen und gemeinsam Kammermusik betreiben. Und ganz am Anfang können sie sich Kenntnisse in historischer Aufführungspraxis erarbeiten, angeleitet von Meistern ihres Faches wie der bekannten Barockgeigerin Michi Gaigg, der Barockcellistin Kristin von der Goltz, der Traversflötistin Claire Genewein und der Spanischen Cembalistin und Tänzerin Pilar Montoya. Mitglieder der Bamberger Symphoniker unterstützen sie zudem mit Vorspieltraining.

Wir dürfen uns also auf ein hochmotiviertes, musikalisches und bestens präpariertes Orchester und eine vielversprechende Sommer Oper Bamberg 2011 freuen. Vom Ergebnis kann man sich dann zwischen dem 4. und 12. Oktober im E.T.A.-Hoffmann-Theater in Bamberg überzeugen.

Friday, June 24, 2011

Das Ensemble stellt sich vor (II) – Katerina Roussou (Marcellina)



Nachdem aus den Vorsingen im April ein spannendes und vielversprechendes Ensemble hervorgegangen ist, möchten wir Ihnen dessen Mitglieder nicht vorenthalten und stellen Ihnen die Solistinnen und Solisten im Verlauf der nächsten Monate an dieser Stelle kurz vor. Wir haben sie auch gebeten, einen kleinen Fragebogen zu beantworten.

Die griechische Mezzosopranistin Katerina Roussou studierte bei Ioulia Troussa am Athener Konservatorium und absolvierte gleichzeitig ein elektrotechnisches Studium an der Technischen Universität. Als Stipendiatin der „Maria Callas Scholarship” und der „Propondis Foundation” konnte sie ihre Studien an der Royal Academy of Music in London fortsetzen und nach deren Abschluss mit Unterstützung der „Alexandros Onassis Foundation“ den Royal Academy Opera Course absolvieren, den sie mit Auszeichnung abschloss. Sie vervollkommnete ihre Fähigkeiten durch ein Postgraduiertenstudium bei Alenka Dernač-Bunta in Ljubljana und besuchte zahlreiche Meisterklassen, u.a. bei Teresa Berganza, Paul Esswood, Robert Tear, Gillian Knight, Janis Kelly, Anne Howells (Mozart-Rezitative) oder Helmut Rilling.

Marcellina und Cherubino aus Le nozze di Figaro hat sie bereits in London gesungen, ebenso wie die Dritte Dame in der Zauberflöte (British Young Opera), Il Destino / Furia in Cavallis La Calisto, ein Blumenmädchen in Parsifal (London Wagner Society) und viele andere. Als Oratoriensolistin ist sie bereits mit Helmut Rilling und der Bachakademie Stuttgart in Deutschland und Griechenland aufgetreten, zudem auch mit griechischen, englischen und slowenischen Chören (u.a. mit der Matthäuspassion und dem Weihnachtsoratorium, Haydns Schöpfungsmesse, Saint-Saëns‘ Oratorio de Noël u.a.). Sie gab Konzerte mit dem Athener Staatsorchester, dem griechischen Staatsorchester und dem Philharmonischen Orchester Ljubljana, ist im April 2010 mit dem Tenor Jose Cura bei einer Benefizgala im Athener Megaron aufgetreten und war bei etlichen Festivals zu Gast.

In der diesjährigen Le nozze di Figaro-Produktion der Sommer Oper Bamberg übernimmt sie die Rolle der Marcellina.


Ein paar Fragen an Katerina Roussou ...

Geboren in Montreal, Canada
Ich lebe in Ljubljana, Slovenien

Wenn ich nicht Sängerin geworden wäre, wäre ich heute … unglücklich, hätte einen langweiligen Job im Management irgendeiner Firma oder wäre vielleicht Vollzeit-Mutter von drei Kindern.

Als ich zum ersten Mal auf einer Bühne stand, … war ich drei oder vier Jahre alt und habe auf einer Geige gespielt, die fast größer war als ich …

Ein Leben ohne Musik wäre … ein schwarz-weisser Stummfilm.

Wenn ich eine Zeitreise unternehmen könnte, würde ich dorthin fahren … wo der Mensch sein erstes Wort gesprochen hat.

Meine Lieblingsfigur (nicht: Gesangspartie) aus einer Mozart-Oper ist … Susanna (aus Le nozze di Figaro), denn sie ist süß, wunderschön, liebevoll, offenherzig, lustig, witzig, unglaublich klug, sie beschützt alle, die sie liebt. Sie ist zwar ein bisschen rachsüchtig, bleibt dabei aber immer liebenswert.

Spielte ich ein Instrument im Orchester, dann wäre es … die Klarinette, wegen ihres himmlischen, überirdischen Klanges – oder aber die Schlaginstrumente, die sind einfach "Rock ‘n Roll"!

Bei der SOB habe ich mich beworben, weil … ich diese Oper liebe. Es wird eine großartige Erfahrung sein, und eine Möglichkeit, mit wunderbaren Leuten zu arbeiten und eine Menge zu lernen.

In zehn Jahren möchte ich … in meine Heimat Griechenland zurückkehren, wenn es sie dann noch auf der Landkarte gibt ...

Welche Tempobezeichnung entspricht am ehesten meinem Temperament? Allegro furioso!!

Friday, June 3, 2011

Das Ensemble stellt sich vor (I) – Georgia Tryfona (Barbarina)



Nachdem aus den Vorsingen im April ein spannendes und vielversprechendes Ensemble hervorgegangen ist, möchten wir Ihnen dessen Mitglieder nicht vorenthalten. Dieser Beitrag eröffnet eine regelmäßige Serie, mit der wie Ihnen die Solistinnen und Solisten im Verlauf der nächsten Monate an dieser Stelle kurz vorstellen möchten. Wir haben sie auch gebeten, einen kleinen Fragebogen zu beantworten.

Georgia Tryfona wurde 1988 auf der griechischen Insel Korfu geboren. Sie beendet gerade ihr Gesangsstudium bei Rosa Poulimenou an der Musikabteilung der Ionian University. Während eines Erasmus-Aufenthaltes in Wien war sie Teil der Klasse von Christine Schwarz am Konservatorium, zuvor hat sie Französische Barockmusik bei Iakovos Pappas am Mantzaros Conservatory in Athen studiert und Meisterklassen mit Angela Nick und Andreas Reibenspiess absolviert.

Sie wirkte als Solistin an etlichen (Hochschul)-Produktionen mit, zuletzt als Belinda in Purcells Dido and Aeneas, davor als 2. Knabe in Mozarts Zauberflöte oder als Sangaride in Lullys Atys (mit der Petit Opéra du Monde). Neben der Oper widmet sie sich auch der geistlichen Musik, unter anderem als Solistin in Werken von Buxtehude (Membra Jesu Nostri mit dem Ionian Early Music Ensemble), Vivaldi und Bach (Kantate Christ lag in Todes Banden BWV 4). Als Liedinterpretin ist sie ebenso aufgetreten wie als Chorsängerin (u.a. European Chamber Choir).

In der diesjährigen Le nozze di Figaro-Produktion der Sommer Oper Bamberg übernimmt Georgia Tryfona die Rolle der Barbarina.


Ein paar Fragen an Georgia Tryfona ...

Geboren 1988 in Korfu
Ich lebe wieder in Korfu ...

Wenn ich nicht Sängerin geworden wäre, wäre ich heute … unglücklich.

Als ich zum ersten Mal auf einer Bühne stand, … merkte ich, es war genau der richtige Ort!

Ein Leben ohne Musik wäre … langweilig.

Wenn ich eine Zeitreise unternehmen könnte, würde ich … in der Gegenwart bleiben, einen aufregenderen Ort gibt es nicht!

Meine Lieblingsfigur (nicht: Gesangspartie) aus einer Mozart-Oper ist … Papageno, denn er ist verletzlich, furchtsam und selbstsüchtig, genau wie jeder Sterbliche.

Spielte ich ein Instrument im Orchester, dann wäre es … die Violine, sie hat meist die interessantesten Parts zu spielen!

Bei der SOB habe ich mich beworben, weil … ich es liebe, mit anderen Menschen zu arbeiten und Musik zu machen. Musik verbindet! Zudem ist "Le nozze di Figaro" ein wunderbarer Anfang für junge Stimmen.

In zehn Jahren möchte ich … auf der Bühne stehen, irgendwo auf der Welt.

Welche Tempobezeichnung entspricht am ehesten meinem Temperament? Allegretto!

Wednesday, May 18, 2011

Orchesterprobespiele in Europa | Sänger-Casting im Fernsehen

Die Orchesterprobespiele sind in vollem Gang. Nach Mannheim, Berlin und Salamanca folgen in den nächsten Tagen noch Vicenza, Nürnberg, Linz, Prag, Stockholm und Düsseldorf. Wir werden demnächst ausführlicher dazu berichten. In der Zwischenzeit sei noch ein kleiner Fernsehbeitrag von TV Oberfranken zum Sänger-Vorsingen im April nachgereicht. Viele Vergnügen.

Wednesday, April 20, 2011

Das Ensemble steht! – Vorsingen zur Sommer Oper Bamberg 2011 beendet


Die Sommer Oper Bamberg ist begehrter als je zuvor: Fast vierhundert Sängerinnen und Sänger haben sich im Vorfeld um die Plätze im Ensemble 2011 beworben. Verständlich, denn neben den sechs Aufführungen von Mozarts "Le nozze di Figaro" und ausgiebiger Opernerfahrung enthält das Paket noch einen Meisterkurs mit Angelika Kirchschlager, Kurse in Opernitalienisch und Sängercoaching, die Chance auf ein Stipendium, ein Engagement am Mainfranken-Theater oder die Vertretung durch eine Agentur.

Die Vorauswahl hat der künstlerische Leiter Till Fabian Weser zum ersten Mal gemeinsam mit dem Berliner Agentur-Partner Artistainternational getroffen. Das war auch ohne ständige Treffen und Reisen problemlos möglich, da alle Bewerber Ihre Hörbeispiele online einreichen mussten. Über die Auswahl herrschte schnell ein breiter Konsens: 70 Sängerinnen und Sänger wurden zu den Vorsingen am 8., 9. und 16. April eingeladen und stellten sich der fünfköpfigen Jury, bestehend aus Till Fabian Weser, Rainer Lewandowski (Intendant E.T.A.-Hoffmann-Theater Bamberg und Regisseur der Inszenierung), Valentina di Taranto (Italienisch Coach, Opera Studio Nederland), Hermann Schneider (Intendant Mainfranken Theater Würzburg) und Franziska Hunke (Agentur Artistainternational, Berlin).

Die Entscheidung blieb bis zum letzten Tag spannend. Und einfach war sie auch nicht immer: "Bei einer solch großen Vorauswahl geht es schon gar nicht mehr um die Frage, ob jemand gut oder schlecht singt," erzählt Till Fabian Weser. Eher darum: "Spricht einen die Stimme an, passt sie zur Partie? Wie versteht man den Text, wie tragfähig ist die Stimme? Agieren die Sänger souverän, wie ausgeprägt ist ihr Gestaltungswille, etc."

Aus einer beeindruckenden Zahl von hervorragenden Bewerbern hat die Jury schließlich fünfzehn Sängerpersönlichkeiten ausgewählt – die fünf Hauptpartien wurden doppelt besetzt, die beiden Ensembles werden aber erst während der Probenphase endgültig zusammengestellt.
Auf vergleichbar hohem Niveau gehören zu der international bunt zusammengewürfelten Gruppe sowohl sehr junge Sängerinnen und Sänger, die ihr Studium noch nicht abgeschlossen haben, als auch schon etwas erfahrenere, die schon erste Engagements aufzuweisen haben. Manchmal, wenn die Jury völlig regungslos lauschte und man eine Stecknadel hätte fallen hören, wenn allein eine Stimme einen ganzen Raum in ihren Bann schlug und die Emotionen der Zuhörer anrührte, dann war die Entscheidung sofort klar: Der oder die ist es!

Die Sängerinnen und Sänger der Sommer Oper Bamberg werden wir Ihnen im Laufe der nächsten Monate an diesem Ort vorstellen. Nachdem das Ensemble nun feststeht, werden im Mai mehrere Probespiele für das Orchester stattfinden. Die Bewerbungsfrist wurde gerade bis zum 2. Mai verlängert! Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Wednesday, April 6, 2011

Orchester gesucht! Bewerbungsfrist 22.4.

Nachdem eine überaus beeindruckende Zahl von Sängerinnen und Sängern sich um einen Platz in der Besetzung der diesjährigen Sommer Oper Bamberg beworben hat, darf man ein spannendes Vorsingen am kommenden und dem darauffolgenden Wochenende erwarten. Von der ersten Runde werden wir in der nächsten Woche berichten.

Und auch für die Orchestermusikerinnen und -musiker ist es bald soweit. Am 22. April, in etwas mehr als zwei Wochen, endet die Bewerbungsfrist. Kurzentschlossene finden hier alle Informationen zur Bewerbung, den Vorspielterminen und Vorspielstellen.

Die Erarbeitung der Oper “Le nozze di Figaro” von Wolfgang Amadeus Mozart und der Orchesterworkshop Historische Aufführungspraxis (siehe auch das Interview mit der Flötistin und Dozentin Claire Genewein) der Sommer Oper Bamberg richtet sich an qualifizierte Musikstudenten (insbesondere im Fach Orchestermusik) sowie Musiker mit abgeschlossenem Musikstudium. Das Höchstalter beim Bewerbungsschluss beträgt 28 Jahre, einzige weitere Bedingung: ein Wohnsitz in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union.


Die Vorteile einer Teilnahme liegen auf Hand: Neben dem Vergnügen an der musikalischen Arbeit und der Begegnung mit neuen und talentierten Kolleginnen und Kollegen aus der ganzen Welt steht vor eines im Vordergrund: Das Sammeln von Orchester- und Opernerfahrung in einem realistischen Umfeld. Das haben uns auch die Teilnehmer der letzten Jahre immer wieder bestätigt. Drei Beispiele:

„Ich spiele in unserem Hochschulorchester, da haben wir auch schon Opern einstudiert. Aber das ist kein Vergleich zur Sommer Oper Bamberg. Hier läuft alles viel authentischer und auch die Sänger sind viel besser. Ich habe viel Praktisches gelernt, was eine Hochschule nicht leisten kann.“

„Ich würde mich sofort wieder bei der Sommer Oper Bamberg bewerben. Till Fabian Weser hat sein Ziel immer vor Augen. Er korrigiert einen mit einem Lächeln. Das ist selten.“

„Die Sommer Oper Bamberg ist eine tolle Möglichkeit [...], einmal wirklich zu erleben, wie eine Bühnenproduktion funktioniert. [...] Ich war überrascht, wie professionell das Bamberger Theater ist. Ich dachte, das hier ist eine kleine Stadt. Aber hier ist alles besser organisiert, als bei mir in Barcelona.“


Bewerbungsschluß ist der 22. April 2011. Wir freuen uns auf Sie!

Alle Informationen zur Sommer Oper finden Sie hier, Details zur Bewerbung gibt es hier.

Monday, March 21, 2011

„Lesen, ganz viel lesen!“ Die Flötistin Claire Genewein im Gespräch

Mozarts „Le nozze di Figaro“ steht diesmal auf dem Programm der Sommer Oper Bamberg. Um den Stil der Zeit und die spezifischen Besonderheiten der Musik des späten 18. Jahrhunderts noch besser kennenzulernen, beginnt die Orchesterprobenphase für die jungen Musikerinnen und Musiker mit einem mehrtägigen Workshop zu historischer Aufführungspraxis. Eine der Dozentinnen: die Traversflötistin Claire Gennewein aus Zürich.

Nach ihrem Studium der Querflöte in Salzburg und dem Konzertdiplom bei Philippe Racine in Zürich spezialisierte sie sich mit einem Diplom in Alter Musik an der Schola Cantorum Basiliensis mit dem Hauptfach Traversflöte und ergänzte es durch einen Master am Royal Conservatorium in Den Haag bei Barthold Kuijken. Claire Genewein arbeitet als freischaffende Flötistin in Ensembles wie La Cetra, Venice Baroque Orchestra, L’Arcadia, Ensemble Miroir und Neue Hofkapelle München. Sie spielte unter der Leitung von Gustav Leonhardt, Andrea Marcon, Jordi Savall, Geoffrey Lancaster, William Christie u.a. Seit Herbst 2006 lehrt sie an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz Traversflöte und historische Aufführungspraxis.

Sommer Oper Bamberg Frau Gennewein, Sie werden als Dozentin den Holzbläser die historische Aufführungspraxis näherbringen. Geht das überhaupt in drei Tagen?

Claire Gennewein Das ist natürlich nicht sehr viel. Aber ich glaube, es geht dabei vor allem darum, dass man heute als Musiker viele verschiedene „Sprachen“ und ihre Grammatiken kennen muss. Man kann sich Mozarts Musik-Sprache natürlich viel sinnvoller nähern, wenn man das von der Renaissance, dem Barock, der Frühklassik aus macht, als wenn man von der Moderne zurückblickt.
Es ist unsere Aufgabe als Dozentinnen, den Musikern zu zeigen, wie man damals „gesprochen“ hat – und wie nicht. Im modernen Musikstudium geht das leider oft unter, weil man gezwungen ist, am gleichen Tag Schostakowitsch, Mozart und Bach zu spielen. Das wichtige ist, diese verschiedenen Sprachen zu kennen und zu unterscheiden. Das fängt bei den Verzierungen an, bei der Bedeutung eines Legatobogens – das ist in der Romantik eben völlig anders als im Barock oder in der Klassik. Und dann natürlich der Klang der Bläser, er ist schlanker als heute, aber das kann man auch auf modernen Instrumenten bewerkstelligen, wenn man nicht so dick spielt, ohne Vibrato … Auch eine moderne Flöte klingt ohne Vibrato gut, das hört man ja auch zunehmend bei Orchestern. Ich glaube, das kann man in drei Tagen schon sehr gut zeigen.

SOB Ist die historische Aufführungspraxis, die vor 20 Jahren noch eine Spezialdisziplin oder – aus der Sicht mancher Musiker – sogar eine etwas abseitige Disziplin gewesen ist, inzwischen "Mainstream" geworden? Wirkt sie sich auf die Spielkultur aus?

„Harnoncourt haben wir sehr viel zu verdanken; er hatte eine ganz andere Klangvision ... ”C.G. Ich denke schon. In der Alten Musik dominiert sie schon fast den Markt. Als Musiker muss man heute anders ausgebildet werden. Es ist meine Vision, dass das, was Nikolaus Harnoncourt damals an der Oper Zürich eingeläutet hat – er hat an einem "normalen" Opernhaus erst einmal mit historischen Blechbläsern angefangen –, sich überall durchsetzt, so wie jetzt auch bei der Sommer Oper Bamberg. Und gerade haben wir in Zürich "Le nozze di Figaro" mit einem Orchester gespielt, das komplett auf historischen Instrumenten musizierte. Für die Bläser holt man sich zwar externe Unterstützung, aber in Zürich klappt das schon ganz toll. Darin liegt die Zukunft der Orchestermusiker. Harnoncourt haben wir sehr viel zu verdanken; er hatte eine andere Klangvision und hat das einfach gefordert, auch an einem "normalen" Opernhaus. An der Oper Zürich hat er auch schon damals Workshops veranstaltet, in denen sich die Musiker weiterbilden mussten. Wenn man da heute Schumann oder Schubert hört, dann klingt das einfach anders, weil diese Musiker historisch gebildet sind. In der Wissenschaft gehört das schon immer dazu, und die Musik war ja im Mittelalter noch ein Teil davon, als eine der sieben freien Künste. Ich finde, man muss als Musiker selber denken und forschen dürfen.

SOB Sie arbeiten ja auch gerade an einer Doktorarbeit …

C.G. Ja, ich forsche gerade über Baldassare Galuppi und den vokalen Einfluss auf die Instrumentalmusik in Italien. Da habe ich etwas ganz Spannendes entdeckt, in einem Text aus Rom von 1780, also genau zu Mozarts Zeit. Darin wird den Instrumentalmusikern empfohlen, sich einen Text zu suchen, der zu ihrem Musikstück passt, und es damit zu unterlegen. Sie sollten es zunächst singen, dann erst spielen. Ein ganz interessantes Lernkonzept …

SOB Wie sind sie selbst zur historisch informierten Aufführungspraxis gekommen?

„Zur alten Musik bin ich eigentlich sogar wegen Karlheinz Stockhausen gekommen.”C.G.Eine Schlüsselstelle war für mich die Schola Cantorum Basiliensis. Als ich dort studierte, fand ich es unglaublich befreiend, dass der Lehrer nicht gesagt hat, „so geht’s“, sondern „es könnte so sein, sieh mal da nach, lies mal da“. Es war ein breit angelegtes Suchen nach den Musiksprachen, die man damals gesprochen hat, in Tagebüchern und in Quellen. Auch mit Hilfe von anderen Instrumenten; jeder Instrumentalist ist sonst oft auf seinen Bereich fixiert. Ich habe mich sehr mit Gesang beschäftigt, mit Rezitativen. Das weitete den Horizont unglaublich.

Zur alten Musik bin ich eigentlich sogar wegen Karlheinz Stockhausen gekommen. Ich habe damals sehr viel Stockhausen gespielt und auch mit ihm gearbeitet. Und dabei gemerkt: Obwohl bei ihm alles notiert ist, ist es immer noch so anders, wenn man ihn selber erlebt. Das musste ja mit der Alten Musik auch so sein. Genau diesen Weg wollte ich dann auch einschlagen und so nah wie möglich auch an die Komponisten herankommen, die man nicht mehr einfach anrufen kann. Aber man kann lesen, ganz viel lesen. Und während meiner Zugfahrten zwischen Linz und Zürich habe ich dazu auch immer wieder genug Zeit.

SOB Dann freuen wir uns auf einen spannenden Workshop und auf einen Mozart mit ganz neuem Bewusstsein. Herzlichen Dank für das Gespräch!


Bewerbungsschluss für Musikerinnen und Musiker ist der 22. April 2011.
Weitere Informationen hier.


Thursday, March 3, 2011

Die Sommer Oper Bamberg zu Besuch in Wien


Bild: MCR | Sommer Oper Bamberg
Pressegespräch in Wien
Bild: MCR, Sommer Oper Bamberg
Am 28. Februar 2011 war das Team der Sommer Oper Bamberg zu Gast in der Donaumetropole. Hatte am Vorabend mit "The Rape of Lucretia" noch die gefeierte Aufführung von Benjamin Brittens Oper mit Angelika Kirchschlager in der Hauptrolle (siehe letzter Post) auf dem Programm gestanden, so stellten die Protagonisten der Sommer Oper Bamberg am Montag Mittag bei einem Pressegespräch den österreichen und deutschen Medien Projekt und Pläne für das Jahr 2011 vor.

Mit dabei (von links nach rechts):
– Claire Genewein (Flötistin, Dozentin für historische Aufführungspraxis, Zürich und Linz)
– Dr. Thomas Goppel, MdL (Vorsitzender des Fördervereins der SOB)
– Prof. Dr. Marianne Betz (Rektorin der Anton Bruckner Privatuniversität Linz, Projektpartner)
– Kammersängerin Angelika Kirchschlager (Meisterkurs 2011)
– Till Fabian Weser (künstlerischer Leiter der SOB)
– Katherine Heid (Reseo, European Network for Opera & Dance Education, Brüssel)

Wien hatte man nicht nur gewählt, weil Angelika Kirchschlager hier wohnt, die den diesjährigen Sänger-Meisterkurs leiten wird. Es ist auch das erklärte Ziel der Sommer Oper Bamberg, als durch und durch europäisches Projekt über die Grenzen Bambergs hinaus im Musikleben der Metropolen Europas präsent zu sein – und gleichzeitig zu demonstrieren, dass Nachwuchsförderung und höchste musikalische Qualität nicht nur dort stattfinden muss, wie Dr. Thomas Goppel, Vorsitzender des Fördervereins betonte. Mit dem zunächst in Wirtschaftskreisen gepflegten Ausdruck "think globally, act locally" umschrieb Till Fabian Weser, künstlerischer Leiter der Sommer Oper Bamberg, genau dieses Ansinnen des Orchester- und Opernworkshops.

Er präsentierte mehrere Neuerungen der vierten Ausgabe: Erstmals wird es bereits im Vorfeld Orchesterprobespiele geben, die an mehreren europäischen Partneruniversitäten durchgeführt werden – u.a. an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz, deren Studenten besonders von der gegenseitigen Verflechtung unterschiedlichester Musik-Studiengänge profitieren. Dieses Konzept der musikalischen Begegnung attestierte die Linzer Rektorin, Prof. Dr. Marianne Betz, auch der Sommer Oper Bamberg: Im gemeinsamen Orchesterspiel würden nicht nur Menschen, sondern auch Musiksprachen aus aller Welt in fruchtbarster Weise aufeinandertreffen.

Die Musiker werden sich unter kundiger Anleitung diesmal auch mit historischer Aufführungspraxis auf modernen Instrumenten befassen. Und den Gesangssolisten winkt so mach neues "Zuckerl": Ein Stipendium, ein Engagement am Mainfranken-Theater oder die Vertretung durch eine Agentur können errungen werden.

Angelika Kirchschlager sieht der Arbeit mit den jungen Sängerinnen und Sängern bereits mit großer Freude entgegen. Sie unterrichte, so erzählte sie, nun bereits seit drei Jahren und empfinde es als sehr beglückend, ihre Erfahrungen an den Sängernachwuchs weitergeben zu dürfen. Der Meisterkurs in Bamberg werde übrigens nicht hinter geschlossenen Türen stattfinden, vielmehr sollen sie jedem Interessierten offenstehen. Schliesslich, so sagte sie lachend, "habe ich ja nichts zu verbergen."

Offenheit, gegenseitige Vernetzung und Opernvermittlung fördert auch das "European Network for Opera & Dance Education" (RESEO), als dessen Mitglied die Sommer Oper Bamberg während der Projektphase ein mehrtägiges Fachsymposium ausrichten wird (mehr dazu demnächst).

Teilnehmer, Publikum und Fachwelt dürfen sich also auf ein spannendes Jahr 2011 mit der Sommer Oper Bamberg gefasst machen. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Wednesday, February 23, 2011

Stürmischer Jubel in Wien: Angelika Kirchschlager als "Lucretia"


Bild: © Rolf Bock
Angelika Kirchschlager in Benjamin
Brittens "The Rape of Lucretia".
Bild: © Rolf Bock / Theater an der Wien
Den Meisterkurs der diesjährigen Sommer Oper Bamberg wird im September Angelika Kirchschlager leiten. Von Kunst und Können der gefeierten Mezzosopranistin kann man sich derzeit in Wien überzeugen:

Am 17. Februar hatte im Theater an der Wien Benjamin Brittens Kammeroper "The Rape of Lucretia" Premiere. 1946, direkt nach den Schrecken des Zweiten Weltkriegs uraufgeführt, setzt sie sich vor dem Hintergrund der antiken Geschichte um die Schändung der schönen, keuschen Römerin Lucretia mit den ganz zeitlosen Fragen von Macht und Gier, Begehren und Gewalt, Treue und Verzeihen, Tugend und Versuchung auseinander.

Im Zentrum der hochgelobten Inszenierung von Keith Warner, umgeben von einem hervorragenden Ensemble und getragen von Brittens farbiger, dennoch reduzierter Musik (am Pult des Klangforums Wien: die britische Dirigentin Sian Edwards), steht Angelika Kirchschlager mit ihrer eindringlichen und expressiven Gestaltung der Titelrolle.

Der Kurier vom 18.02. lobt unter der Überschrift: Wenn einmal wirklich alles passt

"... Angelika Kirchschlager, die eine vokal wie darstellerisch unglaublich intensive Lucretia gibt, deren Schicksal tatsächlich unter die Haut geht. Wenn die Kirchschlager auf der Bühne steht, hält man unwillkürlich den Atem an. Eine sensationelle Leistung der Mezzosopranistin."

Und die Oberösterreichischen Nachrichten vom 21.02. sekundieren:

"Bleibt noch die Lucretia, die in Angelika Kirchschlager die ideale Interpretin gefunden hat. Hier passte einfach alles. Auch wenn bei allen Partien der stimmliche Einsatz nicht übermäßig aufregend zu sein scheint, zählen hier die inneren Werte, und die brachte Angelika Kirchschlager überaus emotional zur Geltung. Dass Brittens eigenwillige musikalische Disposition und das nicht unproblematische Libretto von Ronald Duncan funktionieren, zeigt wohl der große Jubel – auch in der zweiten Vorstellung."

Weitere Vorstellungen am 25. und 27. Februar, 1. März
Termine, Karten und weitere Informationen hier.

Angelika Kirchschlager wird ihre Erfahrungen in einem Meisterkurs vom 11.9. - 14.9.2011 an die jungen Sängerinnen und Sänger der Sommer Oper Bamberg weitergeben.
Bewerbungsschluss ist der 25. März 2011, weitere Informationen gibt es hier.

SOB in Wien: Das Team der Sommer Oper Bamberg wird die Vorstellung am 27. Februar in Wien besuchen und tags darauf zusammen mit Angelika Kirchschlager Konzept und Programm des erfolgreichen europäischen Opernnachwuchsprojektes, das in diesem Jahr bereits in die vierte Runde geht, der Presse in Wien vorstellen. Mehr dazu demnächst.

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