Friday, June 3, 2011

Das Ensemble stellt sich vor (I) – Georgia Tryfona (Barbarina)



Nachdem aus den Vorsingen im April ein spannendes und vielversprechendes Ensemble hervorgegangen ist, möchten wir Ihnen dessen Mitglieder nicht vorenthalten. Dieser Beitrag eröffnet eine regelmäßige Serie, mit der wie Ihnen die Solistinnen und Solisten im Verlauf der nächsten Monate an dieser Stelle kurz vorstellen möchten. Wir haben sie auch gebeten, einen kleinen Fragebogen zu beantworten.

Georgia Tryfona wurde 1988 auf der griechischen Insel Korfu geboren. Sie beendet gerade ihr Gesangsstudium bei Rosa Poulimenou an der Musikabteilung der Ionian University. Während eines Erasmus-Aufenthaltes in Wien war sie Teil der Klasse von Christine Schwarz am Konservatorium, zuvor hat sie Französische Barockmusik bei Iakovos Pappas am Mantzaros Conservatory in Athen studiert und Meisterklassen mit Angela Nick und Andreas Reibenspiess absolviert.

Sie wirkte als Solistin an etlichen (Hochschul)-Produktionen mit, zuletzt als Belinda in Purcells Dido and Aeneas, davor als 2. Knabe in Mozarts Zauberflöte oder als Sangaride in Lullys Atys (mit der Petit Opéra du Monde). Neben der Oper widmet sie sich auch der geistlichen Musik, unter anderem als Solistin in Werken von Buxtehude (Membra Jesu Nostri mit dem Ionian Early Music Ensemble), Vivaldi und Bach (Kantate Christ lag in Todes Banden BWV 4). Als Liedinterpretin ist sie ebenso aufgetreten wie als Chorsängerin (u.a. European Chamber Choir).

In der diesjährigen Le nozze di Figaro-Produktion der Sommer Oper Bamberg übernimmt Georgia Tryfona die Rolle der Barbarina.


Ein paar Fragen an Georgia Tryfona ...

Geboren 1988 in Korfu
Ich lebe wieder in Korfu ...

Wenn ich nicht Sängerin geworden wäre, wäre ich heute … unglücklich.

Als ich zum ersten Mal auf einer Bühne stand, … merkte ich, es war genau der richtige Ort!

Ein Leben ohne Musik wäre … langweilig.

Wenn ich eine Zeitreise unternehmen könnte, würde ich … in der Gegenwart bleiben, einen aufregenderen Ort gibt es nicht!

Meine Lieblingsfigur (nicht: Gesangspartie) aus einer Mozart-Oper ist … Papageno, denn er ist verletzlich, furchtsam und selbstsüchtig, genau wie jeder Sterbliche.

Spielte ich ein Instrument im Orchester, dann wäre es … die Violine, sie hat meist die interessantesten Parts zu spielen!

Bei der SOB habe ich mich beworben, weil … ich es liebe, mit anderen Menschen zu arbeiten und Musik zu machen. Musik verbindet! Zudem ist "Le nozze di Figaro" ein wunderbarer Anfang für junge Stimmen.

In zehn Jahren möchte ich … auf der Bühne stehen, irgendwo auf der Welt.

Welche Tempobezeichnung entspricht am ehesten meinem Temperament? Allegretto!

Wednesday, May 18, 2011

Orchesterprobespiele in Europa | Sänger-Casting im Fernsehen

Die Orchesterprobespiele sind in vollem Gang. Nach Mannheim, Berlin und Salamanca folgen in den nächsten Tagen noch Vicenza, Nürnberg, Linz, Prag, Stockholm und Düsseldorf. Wir werden demnächst ausführlicher dazu berichten. In der Zwischenzeit sei noch ein kleiner Fernsehbeitrag von TV Oberfranken zum Sänger-Vorsingen im April nachgereicht. Viele Vergnügen.

Wednesday, April 20, 2011

Das Ensemble steht! – Vorsingen zur Sommer Oper Bamberg 2011 beendet


Die Sommer Oper Bamberg ist begehrter als je zuvor: Fast vierhundert Sängerinnen und Sänger haben sich im Vorfeld um die Plätze im Ensemble 2011 beworben. Verständlich, denn neben den sechs Aufführungen von Mozarts "Le nozze di Figaro" und ausgiebiger Opernerfahrung enthält das Paket noch einen Meisterkurs mit Angelika Kirchschlager, Kurse in Opernitalienisch und Sängercoaching, die Chance auf ein Stipendium, ein Engagement am Mainfranken-Theater oder die Vertretung durch eine Agentur.

Die Vorauswahl hat der künstlerische Leiter Till Fabian Weser zum ersten Mal gemeinsam mit dem Berliner Agentur-Partner Artistainternational getroffen. Das war auch ohne ständige Treffen und Reisen problemlos möglich, da alle Bewerber Ihre Hörbeispiele online einreichen mussten. Über die Auswahl herrschte schnell ein breiter Konsens: 70 Sängerinnen und Sänger wurden zu den Vorsingen am 8., 9. und 16. April eingeladen und stellten sich der fünfköpfigen Jury, bestehend aus Till Fabian Weser, Rainer Lewandowski (Intendant E.T.A.-Hoffmann-Theater Bamberg und Regisseur der Inszenierung), Valentina di Taranto (Italienisch Coach, Opera Studio Nederland), Hermann Schneider (Intendant Mainfranken Theater Würzburg) und Franziska Hunke (Agentur Artistainternational, Berlin).

Die Entscheidung blieb bis zum letzten Tag spannend. Und einfach war sie auch nicht immer: "Bei einer solch großen Vorauswahl geht es schon gar nicht mehr um die Frage, ob jemand gut oder schlecht singt," erzählt Till Fabian Weser. Eher darum: "Spricht einen die Stimme an, passt sie zur Partie? Wie versteht man den Text, wie tragfähig ist die Stimme? Agieren die Sänger souverän, wie ausgeprägt ist ihr Gestaltungswille, etc."

Aus einer beeindruckenden Zahl von hervorragenden Bewerbern hat die Jury schließlich fünfzehn Sängerpersönlichkeiten ausgewählt – die fünf Hauptpartien wurden doppelt besetzt, die beiden Ensembles werden aber erst während der Probenphase endgültig zusammengestellt.
Auf vergleichbar hohem Niveau gehören zu der international bunt zusammengewürfelten Gruppe sowohl sehr junge Sängerinnen und Sänger, die ihr Studium noch nicht abgeschlossen haben, als auch schon etwas erfahrenere, die schon erste Engagements aufzuweisen haben. Manchmal, wenn die Jury völlig regungslos lauschte und man eine Stecknadel hätte fallen hören, wenn allein eine Stimme einen ganzen Raum in ihren Bann schlug und die Emotionen der Zuhörer anrührte, dann war die Entscheidung sofort klar: Der oder die ist es!

Die Sängerinnen und Sänger der Sommer Oper Bamberg werden wir Ihnen im Laufe der nächsten Monate an diesem Ort vorstellen. Nachdem das Ensemble nun feststeht, werden im Mai mehrere Probespiele für das Orchester stattfinden. Die Bewerbungsfrist wurde gerade bis zum 2. Mai verlängert! Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Wednesday, April 6, 2011

Orchester gesucht! Bewerbungsfrist 22.4.

Nachdem eine überaus beeindruckende Zahl von Sängerinnen und Sängern sich um einen Platz in der Besetzung der diesjährigen Sommer Oper Bamberg beworben hat, darf man ein spannendes Vorsingen am kommenden und dem darauffolgenden Wochenende erwarten. Von der ersten Runde werden wir in der nächsten Woche berichten.

Und auch für die Orchestermusikerinnen und -musiker ist es bald soweit. Am 22. April, in etwas mehr als zwei Wochen, endet die Bewerbungsfrist. Kurzentschlossene finden hier alle Informationen zur Bewerbung, den Vorspielterminen und Vorspielstellen.

Die Erarbeitung der Oper “Le nozze di Figaro” von Wolfgang Amadeus Mozart und der Orchesterworkshop Historische Aufführungspraxis (siehe auch das Interview mit der Flötistin und Dozentin Claire Genewein) der Sommer Oper Bamberg richtet sich an qualifizierte Musikstudenten (insbesondere im Fach Orchestermusik) sowie Musiker mit abgeschlossenem Musikstudium. Das Höchstalter beim Bewerbungsschluss beträgt 28 Jahre, einzige weitere Bedingung: ein Wohnsitz in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union.


Die Vorteile einer Teilnahme liegen auf Hand: Neben dem Vergnügen an der musikalischen Arbeit und der Begegnung mit neuen und talentierten Kolleginnen und Kollegen aus der ganzen Welt steht vor eines im Vordergrund: Das Sammeln von Orchester- und Opernerfahrung in einem realistischen Umfeld. Das haben uns auch die Teilnehmer der letzten Jahre immer wieder bestätigt. Drei Beispiele:

„Ich spiele in unserem Hochschulorchester, da haben wir auch schon Opern einstudiert. Aber das ist kein Vergleich zur Sommer Oper Bamberg. Hier läuft alles viel authentischer und auch die Sänger sind viel besser. Ich habe viel Praktisches gelernt, was eine Hochschule nicht leisten kann.“

„Ich würde mich sofort wieder bei der Sommer Oper Bamberg bewerben. Till Fabian Weser hat sein Ziel immer vor Augen. Er korrigiert einen mit einem Lächeln. Das ist selten.“

„Die Sommer Oper Bamberg ist eine tolle Möglichkeit [...], einmal wirklich zu erleben, wie eine Bühnenproduktion funktioniert. [...] Ich war überrascht, wie professionell das Bamberger Theater ist. Ich dachte, das hier ist eine kleine Stadt. Aber hier ist alles besser organisiert, als bei mir in Barcelona.“


Bewerbungsschluß ist der 22. April 2011. Wir freuen uns auf Sie!

Alle Informationen zur Sommer Oper finden Sie hier, Details zur Bewerbung gibt es hier.

Monday, March 21, 2011

„Lesen, ganz viel lesen!“ Die Flötistin Claire Genewein im Gespräch

Mozarts „Le nozze di Figaro“ steht diesmal auf dem Programm der Sommer Oper Bamberg. Um den Stil der Zeit und die spezifischen Besonderheiten der Musik des späten 18. Jahrhunderts noch besser kennenzulernen, beginnt die Orchesterprobenphase für die jungen Musikerinnen und Musiker mit einem mehrtägigen Workshop zu historischer Aufführungspraxis. Eine der Dozentinnen: die Traversflötistin Claire Gennewein aus Zürich.

Nach ihrem Studium der Querflöte in Salzburg und dem Konzertdiplom bei Philippe Racine in Zürich spezialisierte sie sich mit einem Diplom in Alter Musik an der Schola Cantorum Basiliensis mit dem Hauptfach Traversflöte und ergänzte es durch einen Master am Royal Conservatorium in Den Haag bei Barthold Kuijken. Claire Genewein arbeitet als freischaffende Flötistin in Ensembles wie La Cetra, Venice Baroque Orchestra, L’Arcadia, Ensemble Miroir und Neue Hofkapelle München. Sie spielte unter der Leitung von Gustav Leonhardt, Andrea Marcon, Jordi Savall, Geoffrey Lancaster, William Christie u.a. Seit Herbst 2006 lehrt sie an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz Traversflöte und historische Aufführungspraxis.

Sommer Oper Bamberg Frau Gennewein, Sie werden als Dozentin den Holzbläser die historische Aufführungspraxis näherbringen. Geht das überhaupt in drei Tagen?

Claire Gennewein Das ist natürlich nicht sehr viel. Aber ich glaube, es geht dabei vor allem darum, dass man heute als Musiker viele verschiedene „Sprachen“ und ihre Grammatiken kennen muss. Man kann sich Mozarts Musik-Sprache natürlich viel sinnvoller nähern, wenn man das von der Renaissance, dem Barock, der Frühklassik aus macht, als wenn man von der Moderne zurückblickt.
Es ist unsere Aufgabe als Dozentinnen, den Musikern zu zeigen, wie man damals „gesprochen“ hat – und wie nicht. Im modernen Musikstudium geht das leider oft unter, weil man gezwungen ist, am gleichen Tag Schostakowitsch, Mozart und Bach zu spielen. Das wichtige ist, diese verschiedenen Sprachen zu kennen und zu unterscheiden. Das fängt bei den Verzierungen an, bei der Bedeutung eines Legatobogens – das ist in der Romantik eben völlig anders als im Barock oder in der Klassik. Und dann natürlich der Klang der Bläser, er ist schlanker als heute, aber das kann man auch auf modernen Instrumenten bewerkstelligen, wenn man nicht so dick spielt, ohne Vibrato … Auch eine moderne Flöte klingt ohne Vibrato gut, das hört man ja auch zunehmend bei Orchestern. Ich glaube, das kann man in drei Tagen schon sehr gut zeigen.

SOB Ist die historische Aufführungspraxis, die vor 20 Jahren noch eine Spezialdisziplin oder – aus der Sicht mancher Musiker – sogar eine etwas abseitige Disziplin gewesen ist, inzwischen "Mainstream" geworden? Wirkt sie sich auf die Spielkultur aus?

„Harnoncourt haben wir sehr viel zu verdanken; er hatte eine ganz andere Klangvision ... ”C.G. Ich denke schon. In der Alten Musik dominiert sie schon fast den Markt. Als Musiker muss man heute anders ausgebildet werden. Es ist meine Vision, dass das, was Nikolaus Harnoncourt damals an der Oper Zürich eingeläutet hat – er hat an einem "normalen" Opernhaus erst einmal mit historischen Blechbläsern angefangen –, sich überall durchsetzt, so wie jetzt auch bei der Sommer Oper Bamberg. Und gerade haben wir in Zürich "Le nozze di Figaro" mit einem Orchester gespielt, das komplett auf historischen Instrumenten musizierte. Für die Bläser holt man sich zwar externe Unterstützung, aber in Zürich klappt das schon ganz toll. Darin liegt die Zukunft der Orchestermusiker. Harnoncourt haben wir sehr viel zu verdanken; er hatte eine andere Klangvision und hat das einfach gefordert, auch an einem "normalen" Opernhaus. An der Oper Zürich hat er auch schon damals Workshops veranstaltet, in denen sich die Musiker weiterbilden mussten. Wenn man da heute Schumann oder Schubert hört, dann klingt das einfach anders, weil diese Musiker historisch gebildet sind. In der Wissenschaft gehört das schon immer dazu, und die Musik war ja im Mittelalter noch ein Teil davon, als eine der sieben freien Künste. Ich finde, man muss als Musiker selber denken und forschen dürfen.

SOB Sie arbeiten ja auch gerade an einer Doktorarbeit …

C.G. Ja, ich forsche gerade über Baldassare Galuppi und den vokalen Einfluss auf die Instrumentalmusik in Italien. Da habe ich etwas ganz Spannendes entdeckt, in einem Text aus Rom von 1780, also genau zu Mozarts Zeit. Darin wird den Instrumentalmusikern empfohlen, sich einen Text zu suchen, der zu ihrem Musikstück passt, und es damit zu unterlegen. Sie sollten es zunächst singen, dann erst spielen. Ein ganz interessantes Lernkonzept …

SOB Wie sind sie selbst zur historisch informierten Aufführungspraxis gekommen?

„Zur alten Musik bin ich eigentlich sogar wegen Karlheinz Stockhausen gekommen.”C.G.Eine Schlüsselstelle war für mich die Schola Cantorum Basiliensis. Als ich dort studierte, fand ich es unglaublich befreiend, dass der Lehrer nicht gesagt hat, „so geht’s“, sondern „es könnte so sein, sieh mal da nach, lies mal da“. Es war ein breit angelegtes Suchen nach den Musiksprachen, die man damals gesprochen hat, in Tagebüchern und in Quellen. Auch mit Hilfe von anderen Instrumenten; jeder Instrumentalist ist sonst oft auf seinen Bereich fixiert. Ich habe mich sehr mit Gesang beschäftigt, mit Rezitativen. Das weitete den Horizont unglaublich.

Zur alten Musik bin ich eigentlich sogar wegen Karlheinz Stockhausen gekommen. Ich habe damals sehr viel Stockhausen gespielt und auch mit ihm gearbeitet. Und dabei gemerkt: Obwohl bei ihm alles notiert ist, ist es immer noch so anders, wenn man ihn selber erlebt. Das musste ja mit der Alten Musik auch so sein. Genau diesen Weg wollte ich dann auch einschlagen und so nah wie möglich auch an die Komponisten herankommen, die man nicht mehr einfach anrufen kann. Aber man kann lesen, ganz viel lesen. Und während meiner Zugfahrten zwischen Linz und Zürich habe ich dazu auch immer wieder genug Zeit.

SOB Dann freuen wir uns auf einen spannenden Workshop und auf einen Mozart mit ganz neuem Bewusstsein. Herzlichen Dank für das Gespräch!


Bewerbungsschluss für Musikerinnen und Musiker ist der 22. April 2011.
Weitere Informationen hier.


Thursday, March 3, 2011

Die Sommer Oper Bamberg zu Besuch in Wien


Bild: MCR | Sommer Oper Bamberg
Pressegespräch in Wien
Bild: MCR, Sommer Oper Bamberg
Am 28. Februar 2011 war das Team der Sommer Oper Bamberg zu Gast in der Donaumetropole. Hatte am Vorabend mit "The Rape of Lucretia" noch die gefeierte Aufführung von Benjamin Brittens Oper mit Angelika Kirchschlager in der Hauptrolle (siehe letzter Post) auf dem Programm gestanden, so stellten die Protagonisten der Sommer Oper Bamberg am Montag Mittag bei einem Pressegespräch den österreichen und deutschen Medien Projekt und Pläne für das Jahr 2011 vor.

Mit dabei (von links nach rechts):
– Claire Genewein (Flötistin, Dozentin für historische Aufführungspraxis, Zürich und Linz)
– Dr. Thomas Goppel, MdL (Vorsitzender des Fördervereins der SOB)
– Prof. Dr. Marianne Betz (Rektorin der Anton Bruckner Privatuniversität Linz, Projektpartner)
– Kammersängerin Angelika Kirchschlager (Meisterkurs 2011)
– Till Fabian Weser (künstlerischer Leiter der SOB)
– Katherine Heid (Reseo, European Network for Opera & Dance Education, Brüssel)

Wien hatte man nicht nur gewählt, weil Angelika Kirchschlager hier wohnt, die den diesjährigen Sänger-Meisterkurs leiten wird. Es ist auch das erklärte Ziel der Sommer Oper Bamberg, als durch und durch europäisches Projekt über die Grenzen Bambergs hinaus im Musikleben der Metropolen Europas präsent zu sein – und gleichzeitig zu demonstrieren, dass Nachwuchsförderung und höchste musikalische Qualität nicht nur dort stattfinden muss, wie Dr. Thomas Goppel, Vorsitzender des Fördervereins betonte. Mit dem zunächst in Wirtschaftskreisen gepflegten Ausdruck "think globally, act locally" umschrieb Till Fabian Weser, künstlerischer Leiter der Sommer Oper Bamberg, genau dieses Ansinnen des Orchester- und Opernworkshops.

Er präsentierte mehrere Neuerungen der vierten Ausgabe: Erstmals wird es bereits im Vorfeld Orchesterprobespiele geben, die an mehreren europäischen Partneruniversitäten durchgeführt werden – u.a. an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz, deren Studenten besonders von der gegenseitigen Verflechtung unterschiedlichester Musik-Studiengänge profitieren. Dieses Konzept der musikalischen Begegnung attestierte die Linzer Rektorin, Prof. Dr. Marianne Betz, auch der Sommer Oper Bamberg: Im gemeinsamen Orchesterspiel würden nicht nur Menschen, sondern auch Musiksprachen aus aller Welt in fruchtbarster Weise aufeinandertreffen.

Die Musiker werden sich unter kundiger Anleitung diesmal auch mit historischer Aufführungspraxis auf modernen Instrumenten befassen. Und den Gesangssolisten winkt so mach neues "Zuckerl": Ein Stipendium, ein Engagement am Mainfranken-Theater oder die Vertretung durch eine Agentur können errungen werden.

Angelika Kirchschlager sieht der Arbeit mit den jungen Sängerinnen und Sängern bereits mit großer Freude entgegen. Sie unterrichte, so erzählte sie, nun bereits seit drei Jahren und empfinde es als sehr beglückend, ihre Erfahrungen an den Sängernachwuchs weitergeben zu dürfen. Der Meisterkurs in Bamberg werde übrigens nicht hinter geschlossenen Türen stattfinden, vielmehr sollen sie jedem Interessierten offenstehen. Schliesslich, so sagte sie lachend, "habe ich ja nichts zu verbergen."

Offenheit, gegenseitige Vernetzung und Opernvermittlung fördert auch das "European Network for Opera & Dance Education" (RESEO), als dessen Mitglied die Sommer Oper Bamberg während der Projektphase ein mehrtägiges Fachsymposium ausrichten wird (mehr dazu demnächst).

Teilnehmer, Publikum und Fachwelt dürfen sich also auf ein spannendes Jahr 2011 mit der Sommer Oper Bamberg gefasst machen. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Wednesday, February 23, 2011

Stürmischer Jubel in Wien: Angelika Kirchschlager als "Lucretia"


Bild: © Rolf Bock
Angelika Kirchschlager in Benjamin
Brittens "The Rape of Lucretia".
Bild: © Rolf Bock / Theater an der Wien
Den Meisterkurs der diesjährigen Sommer Oper Bamberg wird im September Angelika Kirchschlager leiten. Von Kunst und Können der gefeierten Mezzosopranistin kann man sich derzeit in Wien überzeugen:

Am 17. Februar hatte im Theater an der Wien Benjamin Brittens Kammeroper "The Rape of Lucretia" Premiere. 1946, direkt nach den Schrecken des Zweiten Weltkriegs uraufgeführt, setzt sie sich vor dem Hintergrund der antiken Geschichte um die Schändung der schönen, keuschen Römerin Lucretia mit den ganz zeitlosen Fragen von Macht und Gier, Begehren und Gewalt, Treue und Verzeihen, Tugend und Versuchung auseinander.

Im Zentrum der hochgelobten Inszenierung von Keith Warner, umgeben von einem hervorragenden Ensemble und getragen von Brittens farbiger, dennoch reduzierter Musik (am Pult des Klangforums Wien: die britische Dirigentin Sian Edwards), steht Angelika Kirchschlager mit ihrer eindringlichen und expressiven Gestaltung der Titelrolle.

Der Kurier vom 18.02. lobt unter der Überschrift: Wenn einmal wirklich alles passt

"... Angelika Kirchschlager, die eine vokal wie darstellerisch unglaublich intensive Lucretia gibt, deren Schicksal tatsächlich unter die Haut geht. Wenn die Kirchschlager auf der Bühne steht, hält man unwillkürlich den Atem an. Eine sensationelle Leistung der Mezzosopranistin."

Und die Oberösterreichischen Nachrichten vom 21.02. sekundieren:

"Bleibt noch die Lucretia, die in Angelika Kirchschlager die ideale Interpretin gefunden hat. Hier passte einfach alles. Auch wenn bei allen Partien der stimmliche Einsatz nicht übermäßig aufregend zu sein scheint, zählen hier die inneren Werte, und die brachte Angelika Kirchschlager überaus emotional zur Geltung. Dass Brittens eigenwillige musikalische Disposition und das nicht unproblematische Libretto von Ronald Duncan funktionieren, zeigt wohl der große Jubel – auch in der zweiten Vorstellung."

Weitere Vorstellungen am 25. und 27. Februar, 1. März
Termine, Karten und weitere Informationen hier.

Angelika Kirchschlager wird ihre Erfahrungen in einem Meisterkurs vom 11.9. - 14.9.2011 an die jungen Sängerinnen und Sänger der Sommer Oper Bamberg weitergeben.
Bewerbungsschluss ist der 25. März 2011, weitere Informationen gibt es hier.

SOB in Wien: Das Team der Sommer Oper Bamberg wird die Vorstellung am 27. Februar in Wien besuchen und tags darauf zusammen mit Angelika Kirchschlager Konzept und Programm des erfolgreichen europäischen Opernnachwuchsprojektes, das in diesem Jahr bereits in die vierte Runde geht, der Presse in Wien vorstellen. Mehr dazu demnächst.

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Sunday, February 13, 2011

Opernchor gesucht!

Der Tag des ersten Vorsingens rückt näher – allerdings nicht für die Solisten: die müssen sich noch bis zum März gedulden. Gesucht werden vielmehr die Mitglieder des Opernchores, ohne den auch Mozarts Meisterwerk "Le nozze di Figaro" undenkbar wäre, das diesmal im Zentrum der Sommer Oper Bamberg 2011 stehen wird.

Anders als beim Orchester, das sich aus Musikstudenten am Ende ihres Studiums oder am Anfang ihres Berufseinstieges zusammensetzt, bietet der Chor passionierten und chorbegeisterten Laien-Sängerinnen und Sänger aus der Region um Bamberg die Möglichkeit, an der musikalischen Wunderwelt von Mozarts Oper teilzuhaben – wieder unter der bewährten und inspirierenden Choreinstudierung von Christian Jeub (Chordirektor Musiktheater im Revier). Mit dabei sind auch Mitgliedern des tschechischen Chores Vox Juvenalis aus Brno, der als Partnerchor schon seit vielen Jahren eng mit der Sommer Oper Bamberg zusammenarbeitet. Auch Teilnehmer des Opernchor-Workshops 2010 sind herzlich willkommen.

Wer Spaß am Singen und dazu ausreichend Erfahrung im Chorgesang hat, ist herzlich eingeladen, sich noch bis zum 18. Februar zu einem der beiden Vorsingen zu bewerben: sie finden am 21. und 25. Februar in Bamberg statt.

Alle weiteren Informationen finden Sie hier.

Bewerben Sie sich und werden Sie Teil der diesjährigen Sommer Oper Bamberg!


Tuesday, February 1, 2011

Europa leben, Europa erleben

Die Sommer Oper Bamberg ist nicht nur der größte Opern- und Orchesterworkshop seiner Art in Europa, sondern ein wahrhaft europäisches Projekt.

Vor der zauberhaften Kulisse der Weltkulturerbe-Stadt Bamberg, im Herzen des Kontinents gelegen, findet alle zwei Jahre ein wahrhaft internationales Theaterereignis statt. Die alte fränkische Kaiser- und Bischofsstadt wird zu einem ganz besonderer Begegnungsort für junge Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern, die sich in der universalsten aller Sprachen unterhalten – der Musik. Sie treffen neue Freunde und lassen dabei ein Europa entstehen, das nicht von Brüsseler Verordnungen oder bürokratischen Wucherungen geprägt ist, sondern von Kunst und Kultur, von Kennenlernen und gemeinsamen Entdeckungsreisen.

Grenzenlos ...
Grenzen sind dann gar nicht mehr wichtig. Ganz egal, wo jemand geboren wurde oder welchen Pass er besitzt: Wer seinen momentanen Wohnsitz in einem Land der europäischen Union hat, kann an der Sommer Oper Bamberg teilnehmen.

2005, im ersten Jahr, kamen die Teilnehmer aus Deutschland, der Slowakei, Tschechien, Ungarn und den Niederlanden, 2007 bereits aus 11 Länder. Und beim letzten Mal, 2009, trafen Künstlerinnen und Künstler aus 18 Ländern, aus Europa, Südamerika und Asien in Bamberg zusammen.

... Unterwegs:
Im Jahr 2011 gehen wir noch einen Schritt weiter: Wir laden die jungen Musikerinnen und Musiker nicht nur nach Bamberg ein, sondern gehen auch selbst auf Reisen und präsentieren die Sommer Oper Bamberg als internationales Projekt:
Los geht's Ende Februar mit der Pressekonferenz in Wien, bei der Till Fabian Weser und Kammersängerin Angelika Kirchschlager Konzept und Programm der diesjährigen SOB vorstellen werden.

Im Mai und Juni wird es dann, nicht zuletzt auf vielfachen Wunsch der Teilnehmer selbst, mehrere Probespiele geben. Dabei wollen wir nicht nur die Musiker selbst kennenlernen, sondern auch das bestmögliche Orchester zusammenstellen, um die neuen und spannenden Herausforderungen Mozarts und der historischen Aufführungspraxis zu meistern.

Neben Probespielen an mehreren deutschen Hochschulen suchen wir auch in Spanien, Italien, Österreich, Schweden und Tschechien nach hervorragendem Orchesternachwuchs. Probespiele gibt es in:

Mannheim (Staatliche Hochschule für Musik) am 13.05.
Berlin (Hochschule für Musik Hanns Eisler) am 14.05.
Salamanca (Conservatorio Superior de Música) am 16.05.
Vicenza (Conservatorio di musica di Vicenca) am 18.05.
Nürnberg (Hochschule für Musik) am 22.05.
Linz (Anton Bruckner Privatuniversität) am 26.05.
Prag (Academy of Performing Arts) am 31.05.
Stockholm (t.b.a.) am 02.06. und
Düsseldorf (Robert Schumann Hochschule) am 04.06.
Bewerbungsschluss ist am 22. April 2011

Gelebtes Europa
Wir freuen uns auf eine spannende Sommer Oper Bamberg 2011 mit Wolfgang Amadeus Mozarts "Le nozze di Figaro". Denn wenn sich in einem bayerischen Theater dutzende junge Sängerinnen und Sänger, Musikerinnen und Musiker aus vielerlei Ländern zusammentun, um ein italienisches Libretto mit einer Handlung aus Spanien in der Vertonung eines Österreichers mit Können und Spaß zu klingendem Leben zu erwecken, dann ist das gelebtes Europa.

Tuesday, January 18, 2011

Sommer Oper Bamberg | Ausblick 2011

Liebe Freunde der Sommer Oper Bamberg,

in weniger als acht Monaten ist es wieder soweit: am 11. September 2011 geht das europaweit einmalige Konzept des Bamberger Opern- und Orchesterworkshops in seine vierte Runde. Nach den "Verismo"-Opern der Workshopjahre 2005, 2007 und 2009 widmen wir uns in diesem Jahr zum ersten Mal einem Werk des 18. Jahrhunderts: Mozarts und da Pontes ›Le nozze di Figaro‹, einer der volkommensten musikalischen Komödien der Operngeschichte.

Das bewährte Zusammenspiel zwischen dem Workshop für angehende Orchestermusiker und der Probenphase der jungen Sängerinnen und Sängern am Anfang ihrer Karriere wollen wir diesmal durch etliche spannende Neuerungen erweitern:

Orchester:
Mit dem Gang zurück zu Mozart wird auch die Frage der Spielweise interessant, und so steht am Anfang der Orchesterprobenphase ein mehrtägiger Workshop zu historisch informierter Aufführungspraxis.

Den Geist Europas, der bei der Sommer Oper Bamberg schon immer eine große Rolle gespielt hat, fördern wir diesmal im Mai und Juni mit Probespielen an verschiedenen europäischen Musikhochschulen.

Bewerbungsgfrist für Musiker ist der 22. April
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Weitere Informationen gibt es hier.



Bild: Nikolaus Karlinsky
Angelika Kirchschlager
Bild: Nikolaus Karlinsky


Gesangssolisten:
Auch den Sängerinnen und Sängern können wir Reizvolles bieten:
Sie können während der Probenphase Agenturförderung, ein Theaterengagement oder ein Stipendium erringen. Hinzu kommen Workshops zu Karrierecoaching, Bühnenpräsenz und Opernitalienisch.

Einen Höhepunkt stellt fraglos der Meisterkurs mit Angelika Kirchschlager dar, den die Wiener Kammersängerin zu Beginn der Sommer Oper Bamberg, vom 11.9.-14.9. 2011 leiten wird. Wir freuen uns sehr, mit ihr eine der wichtigsten und gefeiertsten Mezzo-Sopranistinnen unserer Zeit für Bamberg und die Sommer Oper gewonnen zu haben.

Bewerbungsschluss für Sängerinnen und Sänger ist am 25. März 2011. Weitere Informationen finden Sie hier.




Begleiten Sie uns:
Über all dies und noch viel mehr werden wir in den folgenden Wochen und Monaten regelmäßig und ausführlich an dieser Stelle berichten. Lernen Sie die Leute auf der Bühne, im Orchestergraben und hinter den Kulissen kennen, lassen Sie sich Aktuelles, Spannendes und Wissenswertes erzählen.

Begleiten Sie uns auf diesem Weg, werden Sie Teil der Sommer Oper Bamberg!

Tuesday, October 12, 2010

Sommer Oper Bamberg goes Facebook

Liebe Freunde der Sommer Oper Bamberg,

auch wir möchten die Vorteile des Web 2.0 nutzen, um Ihnen noch mehr über dieses große Projekt und die Leute, die dahinter stehen und welche die Umsetzung erst möglich machen, mitzuteilen. Außerdem legen wir natürlich großen Wert darauf, so nahe wie möglich an den Menschen zu sein, die große Oper in einmaligen Inszenierungen, aufgeführt von großen musikalischen Talenten zu schätzen wissen - nämlich IHNEN!!

Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt des größten europäischen Opern- und Orchesterworkshops seiner Art und treten Sie in Kontakt mit den Menschen, die hinter der Sommer Oper Bamberg stehen!

Exklusiv für Sie haben wir nun auch eine eigene Seite auf der international größten Internetcommunity Facebook angelegt. Besuchen Sie uns dort und unterstützen Sie die Sommer Oper Bamberg, indem sie auf den "Gefällt mir"-Button klicken. Dadurch sind Sie mit Ihrem Profil automatisch mit der Seite verlinkt und zeigen so auch Ihren Freunden und Bekannten, dass Sie die Arbeit, die mit diesem großen Projekt in Bamberg stattfindet, schätzen!

Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie so immer über die aktuellen Entwicklungen und Neuigkeiten informiert werden können. Denn ab jetzt geht es wieder in die spannende Phase. 2011 wird mit "Figaros Hochzeit" erstmals eine Mozart-Oper verwirklicht werden. Die Planungen sind bereits angelaufen und das Team arbeitet mit Hochdruck an der Umsetzung.

Weitere Neuigkeiten rund um die Bamberger Sommer Oper 2011 in Kürze hier und natürlich ganz neu auf unserer Facebook-Präsenz.
Ein Klick verbindet Sie mit uns!!

Hier der Link:

www.facebook.com/SommerOperBamberg

Wir würden uns freuen, Sie auch auf Facebook zu sehen und danken im Voraus für Ihre Unterstützung!!

Wednesday, October 6, 2010

Opernchorseminar in Bamberg


Auf die Bühne - Fertig - Los

Erlebe das simultane Singen und Spielen
Singe mit anderen Teilnehmern einige der schönsten Chorpartien der Opernliteratur
Lerne unter Anleitung eines erfahrenen Opernchordirektors

Die Verbindung von Singen und Spielen stellt für viele eine kaum gekannte Hürde dar. Wir möchten interessierten Sängern und Sängerinnen der Region die Möglichkeit bieten sich nicht nur sängerisch sondern auch im Darstellerischen weiterzubilden. Durch das gleichzeitige Singen und Spielen erfährt man ein ganz neues Bühnenfeeling.
Wir erarbeiten große Opernchöre, die am Ende des Seminares in einer Werkstattaufführung ihren Höhepunkt finden - und natürlich wollen wir auch wissen, ob ihr Lust habt bei der Hochzeit des Figaro in 2011 mit zu wirken.

Von Freitag, den 5.11.10 bis Sonntag, den 7.11.10 können interessierte Teilnehmer unter der Leitung von Christian Jeub berühmte Opernchöre erarbeiten. Neben dem sängerischen Aspekt werden auch der notwendige Umgang zwischen Singen und Spielen exemplarisch erarbeitet. Die Teilnehmer erfahren wichtige Grundlagen für z.B. deren Bewerbungen bei Extrachören der umliegenden Opernhäuser.

In Ergänzung zum Seminar findet ein Gastvortrag von Martin Geißler (ZAV-Künstlervermittlung) zum Thema Opern- und Extrachor statt.

Weitere Informationen und die Online-Anmeldung unter www.opern-workshop.de.


Wednesday, June 9, 2010

Interview mit Till Fabian Weser - Initiator und künstlerischer Leiter der Sommer Oper Bamberg

Nachdem die Sommeroper Bamberg nun bereits zum dritten Mal erfolgreich eine Opernproduktion realisieren konnte (2005; 2007; 2009) ist es an der Zeit, den Menschen zu Wort kommen zu lassen, der das ganze Projekt initiiert hat und seit Beginn für die Organisation und die künstlerische Leitung verantwortlich ist.


Till Fabian Weser, 1965 in Bloomington, Indiana in den USA geboren, ist neben zahlreichen anderen musikalischen Tätigkeiten Trompeter bei den Bamberger Symphonikern, leitet die Big Band des Orchesters und setzt sich als Operndirigent für den Nachwuchs junger Sänger und Orchestermusiker ein. Seine speziellen künstlerischen Interessen liegen vor allem bei den Schnittpunkten von Alter und Neuer Musik. Neben vielen künstlerischen Studien und Dirigierkursen kann er darüber hinaus auf eine lange Konzerttätigkeit im In- und Ausland zurückblicken.

Für ein Interview nahm sich der sympathische Allround-Musiker mit den vielen Talenten trotzdem gerne Zeit:


Wie kamst du auf die Idee so etwas wie die Bamberger Sommeroper einzurichten? Es gibt in der Regel ja schon Workshops für Orchester, aber selten für Oper UND Orchester.

Ja genau, Im Prinzip ist das einer der Gründe. Ich selbst war 1990 ein Jahr lang Praktikant an der Düsseldorfer Oper. Und mein Studium hat mich nicht wirklich darauf vorbereitet, was es heißt in einem richtigen Orchestergraben zu spielen. Das ist eine ganz andere Atmosphäre als auf der Bühne mit einem Konzertorchester. Allein die Nervosität und das Lampenfieber sind im Graben anders als auf der Bühne. So kann ich aus der Perspektive des Orchestermusikers sagen, da gibt es einen Bedarf. Darüber hinaus kann man verfolgen, wie viele gute Sänger es gibt, die alle auf eine Chance warten. Diese Verbindung an Möglichkeiten werden sonst kaum vermittelt. Es gibt zwar Opernproduktionen an Musikhochschulen, aber die finden in der Regel nicht in einem Opernhaus statt. Also zu den Sachen die ich gesagt habe, wie mit dem Lampenfieber gehört einfach der Graben - der Geruch des Theaters. Und was natürlich auch ganz besonders wichtig ist, dass es eine intensive und nachhaltige Arbeit ist. Das heißt wir arbeiten nicht vier Wochen an einem Stück um es dann einmal aufzuführen, sondern wir haben gleich eine ganze Serie von sechs Konzerten.
Für die Sänger ist es natürlich das Gleiche. Sie atmen Theaterluft, sie haben ein echtes Opernhaus mit moderner Bühnentechnik und allem drum und dran, was in dieser Zeit nur für sie da ist.
Das liegt auch an unserem Projektpartner, dem E.T.A. Hoffmann-Theater. Der ganze technische Stab, der da im Hintergrund wirbelt ist wirklich für das Projekt, für die Aufführung da. Das greift ineinander. Intensiv und harmonisch.


Bamberg selbst hat ja so eigentlich kein Opernhaus, oder?

Bamberg hat das städtische Theater, was später in E.T.A. Hoffmann-Theater umbenannt wurde, weil der Namensgeber dort auch Theaterdirektor war. Es gibt immer noch einen Orchestergraben und speziell nach der Renovierung des Theaters wurde der Bühnenraum im alten Stil belassen und der Orchestergraben wurde auch modernisiert mit Hubbühne etc. Aber es gab schon eine Operntradition in Bamberg vor E.T.A. Hoffmann. Es wurden auch große Opern gespielt: „Der Freischütz“, „Don Giovanni“, etc.
Zur Hundertjahr-Feier von E.T.A-Hoffmann wurde auch Hoffmanns Erzählungen aufgeführt. Also richtig große Opern. Wir greifen die städtische Tradition auf und spielen große Opern, angefangen eben mit Tosca (2005), Bajazzo (2007) und La Bohème (2009).

Gibt es eine Kooperation mit Bayreuth? Ihr vergebt ja auch intern das Richard-Wagner-Stipendium an Teilnehmer der Sommeroper, die sich besonders auszeichnen?

Das hat nur indirekt mit Bayreuth zu tun, weil viele kulturinteressierte Städte einen lokalen Richard-Wagner-Verband haben – bei uns ist es der Richard-Wagner Verband, Sektion Bamberg. Dieser hat von Bayreuth die Möglichkeit bekommen, ein Stipendium zu vergeben. Dazu sind sie aufgefordert, begabte Nachwuchskünstler zu suchen und zu finden. Und das ist eine Kooperation, die wir seit 2007 tätigen, wo ein Sänger ausgesucht wird, an den wir ein Stipendium vergeben.


Zum Stichwort Opern. Es war ja sehr augenfällig, dass viele Puccini-Opern ausgewählt worden sind. War das Zufall, oder Absicht?

Jein. Sagen wir es mal so: Der Grund, warum die Sommeroper beim ersten Projekt „Tosca“ gewählt hat, war natürlich ganz bewusst. Wenn man mit so einem ehrgeizigen Projekt antritt und nicht nur einen Opern- oder einen Orchesterworkshop sondern beides zusammen zu bringen möchte, hat man schon viele Kritiker und Skeptiker im Vorfeld. Wenn man dann auch noch so eine herausfordernde Oper nimmt wie „Tosca“, dann hat man natürlich zunächst noch mehr Bedenkenträger. Aber wenn es dann gelingt, so wie es 2005 ja auch der Fall war, dann hat man sich einfach einen Level erspielt der die Sommer Oper Bamberg als ein interessantes Förderprojekt für junge Instrumentalisten und Sänger wahrnehmen lässt.

Hinzu kommt, dass ich zum einen persönlich eine Vorliebe für Puccini entwickelt habe, zum anderen haben wir Opern ausgesucht, die für alle Instrumentalgruppen gleichermaßen – also von der ersten Geige bis zur Triangel - attraktiv zu spielen sind und zudem einen ganz bestimmten didaktischen Hintergrund haben: das Orchesterspiel in einer veristischen Oper, was sehr schwierig ist. Am schwierigsten von den Opern war sicherlich „La Bohème“ (2009), wo sich auch große Profiorchester gerade mit dem Anfang des Stückes schwer tun. Das zu vermitteln, und mit einem Spaßfaktor so eine Oper zu spielen und gleichermaßen zu lernen, das lag einfach in der Sache selber.
Ohne Genaueres zu verraten, kann ich sagen, dass wir nach 3 Puccini in 2011 eine ganz andere Tür aufstoßen wollen und ganz bewusst in eine ganz andere Richtung gehen.


Inwieweit hat sich dieses Projekt Sommer Oper Bamberg im Lauf der Jahre verändert?

Die Qualität ist stetig gewachsen, bedingt durch den Bekanntheitsgrad und die Akzeptanz. Durch die zunehmende Attraktivität bewerben sich mehr Musiker und Sänger. Vor allem im Sängerbereich hat das drastisch zugenommen, auch z.B. durch den Meisterkurs mit Edda Moser 2009.

Haben sich abgesehen davon noch Dinge verändert, im Laufe der Jahre, die es die Sommer Oper nun gibt?

Vieles geht leichter in der Organisation, weil man natürlich weiß auf was es ankommt. Was immer gleich schwer ist, ist die Akquise der Geldmittel, wobei ich jetzt noch nicht sagen kann, ob das auf Grund der gesamtwirtschaftlichen Situation gleichschwer bleibt oder noch schwerer wird.


Es ist also eher nicht davon auszugehen, dass es auf Grunde des Bekanntheitsgrades und der Beliebtheit der Bamberger Sommeroper in Zukunft vielleicht sogar leichter wird, weil der ein oder andere Geldgeber darauf aufmerksam wird?


Das ist richtig. Bislang kommen die meisten Mittel über Stiftungen in das Projekt hinein und bislang noch zu wenig von Sponsoren und wir wollen versuchen noch mehr Sponsoren darauf aufmerksam zu machen, weil es sich um ein attraktives „Produkt“ handelt, was nicht nur in Bamberg selber stattfindet sondern Europaweit. „Think Global“ (im Sinne von Europa) und „Act local“. Diese Devise gilt besonders eben für die Sommer Oper Bamberg, was eine sehr interessante Konstellation darstellt.

Dazu eine Frage. Legt ihr Wert darauf, dass es ein europäischer Workshop ist und bleibt? Denn es gibt ja inzwischen Musiker und Sänger, die sich aus der ganzen Welt beworben haben.

Wir haben entschieden, dass jeder der in Europa lebt bzw. studiert zugelassen ist. Ich denke, es entspricht nicht dem europäischen Gedanken, wenn nach dem Pass oder der Nationalität geschaut wird. Man sollte Europa wie einen Schmelztiegel – so wie man das in den Vereinigten Staaten von Amerika kennt – betrachten. Aus den vielfältigen kulturellen Möglichkeiten schöpfen und die vielen internationalen Musiker und Sänger zur Teilnahme an der Sommeroper nach bestandener Prüfung zulassen.


Vielen Dank für das Gespräch!

Sunday, May 9, 2010

La Bohème - Hintergründe Teil I

Nachdem wir nun ein bisschen was von Seiten der Mitwirkenden über das Sommeropern Projekt 2009 – Puccinis „La Bohème“ – erfahren haben, sollen in regelmäßigen Abständen auch kleine Blicke auf die Hintergründe der Oper und das Schaffen des Komponisten geworfen werden.

In diesem ersten Blog zu den Hintergründen, soll ein kurzer Spotlight auf den Stoff der Oper geworfen werden, die bis heute einen der Spitzenplätze im weltweiten Opernrepertoire belegt.

Es ist die erste von drei Opern, für die Puccini erfolgreich mit dem Autorenduo Illica und Giacosa zusammenarbeitete. Denn neben der Musik, beteiligte sich Puccini auch stets sehr stark an der Entwicklung der Handlung auf der Opernbühne, dem Verlauf der einzelnen Szenen und den Dialogen.

Für die Oper „La Bohème“ bearbeiteten die drei den einzigen großen Erfolg des Pariser Literaten Henry Mürger (1822-1861), der in seinen „Scènes de la Vie de Bohème“ Episoden des Pariser Künstlerlebens entwirft. Das diese Darstellungen so realistisch sind und es bis zu ihrer Verwendung auf der Opernbühne Puccinis bleiben, liegt daran, dass Müger selbst ein Bohemien in Paris war, der viele seiner Freunde, Freundinnen und Bekannten zu Figuren seines Romans zusammengefügt hat und das eigene Erleben des Lebens als Bohème hat einfließen lassen.

Sämtliche auftretenden Personen hatten real existierende Vorbilder. Das und die sehr differenzierte und detaillierte Szenerie, die sich im Roman entwickelt und in weiten Teilen der Oper übernommen wird, machen einen Großteil des Erfolgsrezeptes von Puccinis Oper aus.

Viele von Puccinis Opern tragen als Titel den Namen der Heldin (Tosca; Madame Butterfly, Manon,…). Bei „La Bohème“ verzichtet Puccini darauf – wenngleich seine „Mimi“ zu den stärksten und ins Herz treffenden Heldinnen überhaupt zählt. Trotz der starken Geschichte zwischen Mimi und Rodolfo setzt Puccini den Schwerpunkt seiner Oper ganz klar auf die Beschreibung eines Künstlerlebens auf der untersten Stufe, welches Henry Mürger zufolge entweder die Vorstufe zur (künstlerischen) Akademie oder aber (im häufigsten Fall) zu Armenhaus und Tod ist – genau diese Vorstufe ist es, was die Bezeichnung „La Bohème“ ausdrückt und was Puccini sowohl im Libretto als auch gleichermaßen in der Musik ausdrücken wollte. So ist dies auch seine erste Oper, in der sich Dramatik und Musik die Waage halten.

Hier der Link zum Filmausschnitt mit Anna Netrebko und Rollando Villazon; "Mimis Sterbeszene", welche die düsteren Schattenseiten des Bohème-Lebens so stark zur Geltung bringt.

Tuesday, April 20, 2010

Quadro Primo 2009

Dear friends of the opera,
we would like to offer you the possibilty to listen to the Quadro Primo of La Bohème.
This is a recording from the Derniere in Bamberg (13th of october 2009).

Elena Nasteska (Mimi)
Pablo Karaman (Rodolfo)
Kwang-suk Chang (Marcello)
Ricardo Velasquez (Schaunard)
Igor Storozhenko (Colline)
Miroslaw Witkowski (Benoit)

Orchestra of the Sommer Oper Bamberg
Conducted by Till Fabian Weser



Sunday, April 11, 2010

Scholarship for Pablo Karaman - Interview

Last time one could read about Pablo Karaman, who was awarded by the Richard-Wagner-Verband Bamberg e.V.
In the meantime we had the chance to talk to Pablo again and get to know something more about this special scholarship he was decorated with.


Pablo, how did you get this award?

"I was awarded and got the scholarschip for my part in "La Bohème." (male leading role; Sommer Oper Bamberg 2009).

And how do you feel about that?

"I am really happy and honored about this. It is a great possibility to leran more about Wagner's operas and his city."

Can you tell us something more about this scholarship? What exactly is its content and why was it arranged?

"The scholarship was made according to Wagner's wish, to make his music accessible to the general public. The scholarship consists of visiting three operas during the festival and various introductions and other activities. It is a great way to participate in the festival."

Did you already have a point of contact with Wagner and his music in the past?

"I already started listening to Wagner in Argentina, where are many "Wagnerians". If asked which opera I like to sing in the future I will chose Lohengrin. But it all depends on how my voice develops and which "street it takes"."


Pablo, thank you very much for the talk.

Sunday, March 28, 2010

A short review and some news from Pablo Karaman

In the last week the baritone Ricardo Velásquez was so friendly to share his personal review about the latest Summer-Opera Bamberg workshop with us. Now we can hear something from the tenor Pablo Karaman, who played “Rodolfo” – the leading role in “La Bohème”.




Pablo, how has the project been for you and what was special?

The project was very nice, also from a human point of view.

What exactly does that mean?

I enjoyed the good feeling between the artists which was also evident on stage. I have the best memories of that experience.

When you take a look at the organisation in general and in comparison with theatres where operas are played regularly – 365 days a year – what can you say?

I was enriched humanly and professionally, it was a good "work out", because the Summer-Oper-Bamberg works like you work in the big theaters.

And what can you tell us about the music?

The musical level was very good.


The latest news about Pablo Karaman is that he was decorated with the studentship of the “Richard-Wagner Verband Bamberg”. He was chosen by the managing-committee (Richard Wagner-Verband Bamberg) and the artist director (Summer-Opera Bamberg).

Congratulations to Pablo!!

We will talk to him about this award and tell you something about the studentship later on.

For everyone who wants to hear Pablo Karaman in conert:
On Thursday, the 15th of April 2010 he takes part at a studentship-winner concert.
Place: Harmonie-Spiegelsaal, Schillerplatz 7; Bamberg
Beginning: at 8 o’clock pm.

The entrance is free.


We would be pleased, to see you there!


Ein kleiner Genuss für Auge und Ohr / A little pleasure for your eyes and ears

Mit dem folgenden Ausschnitt aus "La Bohème" (Opernprojekt der Bamberger Sommeroper 2009) möchten wir Ihnen einen kurzen Eindruck dessen vermitteln, was mit Leidenschaft zur Musik, talentierten jungen Künstlern und viel Organisation hinter den Kulissen innerhalb des europäischen Opern- und Orchesterworkshops in Bamberg alles erreicht werden kann.

Lehnen Sie sich zurück und genießen eine Szene aus "La Bohème" mit Elena Nasteska (Mimi) und Kwang-Suk Chang (Marcello).


With the following excerpt from "La Bohème" (the latest project of Summer-Opera Bamberg, realised in 2009) we want to give you a short impression of the possibilities one can reach by the passion for music, very talented young artists and a lot of organisation "behind the curtain" during the international Summer-Opera-Workshop in Bamberg.

Take a seat and enjoy a scene from "La Bohème" featuring Elena Nasteska (Mimi) and Kwang-Suk Chang (Marcello).





Was ist passiert?
Einige Zeit nachdem Rodolfo und Mimi sich ineinander verliebt haben, ziehen erste dunkle Wolken am Horizont auf. Rodolfo und seine Freunde leben inzwischen in einem Gasthaus.

Mimi, inzwischen ernsthaft erkrankt, erscheint und hofft Marcello dort zu treffen. Voller Verzweiflung schildert sie ihm, dass Rodolfo und sie sich nur noch streiten. Sie kann nicht verstehen, weshalb Rodolfo rasend vor Eifersucht ist und sie unbedingt loswerden möchte, obwohl sie ihm keinen Grund gibt. Den Tränen nahe bittet sie Marcello um Hilfe, da sie so nicht mit Rodolfo weiterleben kann. Marcello, der die Beziehung der beiden mit seiner eigenen, glücklichen Beziehung zu Musetta vergleicht, sieht die Hoffnungslosigkeit und rät ihr sich zu trennen. Voller Schmerz und durch ihre Krankheit geschwächt, bittet Mimi Marcello darum, Rodolfo zu berichten, dass sie in der Beziehung keine Hoffnung mehr sieht.


What has happened?
Some time after Mimi and Rodolfo fell in love with each other one can see the first direful signs.

Rodolfo and his friends are now living in a tavern.

Mimi, who is seriously ill, appears and hopes to meet Marcello. She describes him despairingly her quarrels with Rodolfo. Mimi can't understand why on earth Rodolfo is eaten up with jealousy and wants her to get herself another lover although she loves him with all her passion. Moved to tears she begs Marcello to help her because she is not longer able to go along this way. Marcello, who compares this relationship to his own with Musetta (which is "full of songs and laughter")realise the hopelessness and advise Mimi to quit her relationship. Nearly out of her mind and enervated by her bad cough Mimi asks him to tell Rodolfo she wants to break up with him.

Friday, March 19, 2010

Sommer Oper 2009 - Rückblicke Teil II


Der Bariton Ricardo Velasquez spielte in der Sommer Oper Bamberg-Produktion „La Bohème“ den Shaunard und blickt mit sehr positiven Gefühlen auf die Zeit des Opern- und Orchesterworkshops zurück.

For me the experience was wonderful. I learned a lot, and working with Edda Moser was very interesting. My technique has improved a lot.

Im Austausch mit ihm kommt heraus, dass, neben den vielen Kontakten zu anderen Musikern, Bamberg und vor allem die professionelle Organisation des Opernworkshop ihn sehr beeindruckt hat.

Bamberg is wonderful and I just wish I could have a good excuse to go back someday.
I met great people and the organization was wonderful. I could say one of the best ones I have ever worked in.


Seit seiner Zeit in Bamberg hat sich auch einiges in seiner künstlerischen Laufbahn getan.

After October I went to LA and did a very god audition for Mr. Domingo, and hopefully I would receive good news soon. Besides that I have been singing a lot in Barcelona, Luxemburg, NY and Panama.

Trotz dieser beeindruckenden Stationen bleibt eine kleine Hoffnung ihn vielleicht mal wieder in Bamberg zu erleben. Denn er schließt sein Statement mit den Worten:

I WOULD DO IT AGAIN FOR SURE

Man darf gespannt sein!

Sommer Oper 2009 - Rückblicke Teil I

Rund ein halbes Jahr nach Probenbeginn zur Sommer Oper Bamberg 2009, die sich erfolgreich mit sechs Aufführungen von Puccinis „La Bohème“ und einem Orchesterkonzert präsentierte, ist die Zeit gekommen um diesen, inzwischen dritten, europäischen Opern- und Orchesterworkshop Revue passieren zu lassen.

Das soll in diesem und den folgenden Blog-Einträgen geschehen.


Allein die bloßen Zahlen, Daten und Fakten erscheinen schon imposant – reichen aber unmöglich aus, um aufzuzeigen, was im Rahmen dieses Workshops stattgefunden hat bzw. geleistet worden ist. Es bleibt auch die Frage, wie unsere Solisten und Instrumentalisten diese intensive Zeit rückblickend betrachten und was sich inzwischen in ihrem Leben und in ihrer künstlerischen Laufbahn ereignet hat. Doch der Reihe nach.






Sommer Oper Bamberg 2009.

Das heißt

- unter anderem allein 74 Bewerberinnen auf die beiden Sopranpartien und Bewerber/innen aus 30 Nationen insgesamt.

- nur zweieinhalb Wochen Probezeit um eine der berühmtesten Opern überhaupt auf die Bühne zu bringen und dort – im E.T.A.-Hoffmann-Theater - sechsmal aufzuführen, sowie ein zusätzliches Kammerkonzert mit einer Uraufführung eines Werkes von Frantisek Fiala zu spielen.

- erstmalig zwei komplette Solistenensembles aus 10 Nationen, die abwechselnd die Aufführungen bestreiten;

- sowie noch mal 38 Orchestermusiker aus rund 15. Nationen.

- nach „Tosca“ (2005) und „Il Tabarro“ / „I Pagliacci“ (2007) das dritte Opernprojekt aus dem veristischen Umfeld und auch das dritte Mal Puccini (neben dem Einakter „I Pagliacci“ von Leoncavollo 2007).

Sommer Oper Bamberg 2009

Das heißt aber auch:

- Kontakte und Freundschaften zu anderen internationalen Künstlern knüpfen.

- jeden Tag mehrere Stunden zu proben und zu lernen und dabei eine unbändige Spielfreude zu entwickeln und entfalten.

- eine Zusammenarbeit von jungen Nachwuchstalenten mit erfahrenen Profis, welche die jungen Musiker nach Kräften unterstützen, beraten und führen. Edda Moser (Gesang); Till Fabian Weser (Orchester und musikalische Gesamtleitung); Rainer Lewandowski (Szene) und Dirk Schauß (Karrieremanagement).

- ein Projekt, das weit über einen normalen Workshop hinausgeht und inzwischen auch viele Künstler außerhalb Europas anzieht

- Bamberg endlich wieder eine feste Operninstitution zu geben

- die Chance Teil eines einmaligen Projektes zu werden und schlichtweg Musik auf dem höchstmöglichen Niveau zu machen

Und so titelte dann auch der Nordbayerische Kurier vom 08. Oktober 2009 „Ein kongeniales Ensemble“ und führte weiter aus: „Das Ensemble ‚Puccini’ bezauberte mit Können, Authentizität und Spielfreude das Publikum.

Das Rathausjournal aus Bamberg zog am 11.November 2009 ein Resumé, setzte mit der Überschrift „Jede Vorstellung ein Erfolg“ noch eins drauf und begründete dies durch „Ausverkaufte Vorstellungen und lang anhaltenden Applaus…[welcher] der verdiente Lohn für die…Sängerensembles…[und das] Orchester [war], die…eine herzzereißende „La Bohème“ auf höchstem musikalischen Niveau am Bamberger Theater sechsmal zur Aufführung brachten.

Und auch das Internetportal Klassik.com bescheinigte der Sommer Oper Bamberg eine in Europa einmalige Form, die „…Sängern und Instrumentalmusikern eine reizvolle und spannende Möglichkeit [gibt], ihr Repertoire zu erweitern und sich mit anderen …Nachwuchskünstlern auszutauschen.