Friday, July 22, 2011

Das Ensemble stellt sich vor (VII) – Elias Benito Arranz (Il Conte d‘Almaviva)



Nachdem aus den Vorsingen im April ein spannendes und vielversprechendes Ensemble hervorgegangen ist, möchten wir Ihnen dessen Mitglieder nicht vorenthalten und stellen Ihnen die Solistinnen und Solisten im Verlauf der nächsten Monate an dieser Stelle kurz vor. Wir haben sie auch gebeten, einen kleinen Fragebogen zu beantworten.

Der Bariton Elias Benito Arranz stammt aus Barcelona. Nach einem Klavier- und geisteswissenschaftlichen Studium in Spanien begann er eine Gesangsausbildung an der Royal Academy of Music in London, die er mit einem Postgraduiertendimplom abschloss und am Opernstudio des Theater La Monnaie und der Chapelle Musicale Reine Elisabeth in Brüssel fortsetzte. Er ist Träger des Arthur Burcher Prize 2004 der Royal Academy of Music und war Stipendiat des Sir Richard Stapley Educational Trust und des Simon Fletcher Charitable Trust.

Den Conte d’Almaviva hat Elias Benito Arranz bereits am Teatre de la Farandula in Sabadell gesungen, im vergangenen Jahr debütierte er als Papageno in der Zauberflöte beim Jackdaws Festival und gab den Uberto in Pergolesis La serva padrona beim Festival d’Été Mosan. Zudem sang er den Leporello in Mozarts Don Giovanni, diverse Rollen in mehren Pasticcios und Brittens Death in Venice und den Guccio in Puccinis Gianni Schicchi.

Auch als Oratorien- und Konzertsolist tritt Elias Benito Arranz regelmäßig in Erscheinung, unter anderem in Beethovens Neunter Symphonie (London Chamber Orchestra unter Christopher Warren-Green, St John Smith Square London), mit Bachs Magnificat in Antwerpen, der Johannespassion in Uxbridge oder mit Mendelssohns Elias in Bilbao (Bilbao Symphony Orchestra unter Juan Jose Mena). Er sang in der h-Moll Messe beim Spitalfields Festival mit dem Royal Academy Baroque Orchestra unter der Leitung von Trevor Pinnock, Mozarts Requiem mit der Brandenburg Sinfonia in St. Martin in the Fields, u.v.a. Recitals mit Liedprogrammen in Frankreich und Belgien vervollkommnen sein künstlerisches Profil.


In der diesjährigen Le nozze di Figaro-Produktion der Sommer Oper Bamberg übernimmt er die Rolle des Grafen Almaviva.


Ein paar Fragen an Elias Benito Arranz ...

Geboren und lebt in Barcelona.

Wenn ich nicht Sänger geworden wäre, würde ich heute … Sprachen oder Literatur unterrichten.

Als ich zum ersten Mal auf einer Bühne stand, … geriet ich zuerst in Panik; als ich mich schließlich beruhigen konnte, war es ganz wunderbar. Ich liebe es, auf der Bühne zu stehen!

Ein Leben ohne Musik wäre … unvollständig und nicht erfüllend.

Wenn ich eine Zeitreise unternehmen könnte, … würde ich in die Zukunft reisen.

Meine Lieblingsfigur (nicht: Gesangspartie) aus einer Mozart-Oper? Ich würde mich für die Gräfin entscheiden, aus literarischen Gründen, vor allem, wenn man an den ersten Teil [der literarischen Vorlage] von Beaumarchais denkt. Mich interessiert dabei vor allem die Komplexität ihrer Gefühle, die Einfachheit der menschlichen Existenz mit gesellschaftlichen Erwartungen in Einklang bringen zu müssen. Das macht ihr das Leben zu einer Falle, mit der sie ständig umgehen muss.

Spielte ich ein Instrument im Orchester, dann wäre es … Oboe.

Bei der SOB habe ich mich beworben, weil … ich das ganze Projekt überaus reizvoll finde. Und ich möchte die Rolle des Grafen erkunden und singen.

In zehn Jahren möchte ich … gerne eine ordentliche und wunderbare Gesangskarriere haben und mit Vergnügen die unterschiedlichsten Repertoires singen.

Welche Tempobezeichnung entspricht am ehesten meinem Temperament? Allegro Vivo.



Sunday, July 17, 2011

Das Ensemble stellt sich vor (VI) – Mareike Braun (Cherubino)

Nachdem aus den Vorsingen im April ein spannendes und vielversprechendes Ensemble hervorgegangen ist, möchten wir Ihnen dessen Mitglieder nicht vorenthalten und stellen Ihnen die Solistinnen und Solisten im Verlauf der nächsten Monate an dieser Stelle kurz vor. Wir haben sie auch gebeten, einen kleinen Fragebogen zu beantworten.

Die Mezzosopranistin Mareike Braun stammt aus Hannover. Sie begann ihr Gesangsstudium an der Hochschule für Musik und Theater ihrer Heimatstadt bei Prof. Christiane Iven, machte ihren Master-Abschluss bei Prof. Rudolf Piernay an der Guildhall School of Music and Drama in London und wird ihre Studien demnächst an der Opernschule Mannheim fortsetzen. Sie gewann 2008 den ersten Preis beim Liedwettbewerb des Braunschweig Classix Festivals, im Jahr darauf ein Stipendium des Richard-Wagner-Verbands und ist Stipendiatin der Bischöflichen Studienförderung Cusanuswerk und von „Yehudi Menuhin Live Music Now“.

Zu ihren bisherigen Opernrollen gehören der Ottone in Händels Agrippina und Marcellina aus Le nozze di Figaro bei Hochschulproduktion in Hannover, die dritte Dame in der Zauberflöte beim Braunschweig Classix Festival, die Titelrolle in Purcells Dido und Aeneas bei den Herrenhäuser Festwochen und eine Partie in Passaggio von Luciano Berio, bei einem Gastengagement am Nationaltheater Mannheim.
Das Konzertfach ist ein weiterer Schwerpunkt Mareike Brauns: 2011 war sie mehrfach mit Werken Gustav Mahlers zu hören. Sie sang Lieder aus Des Knaben Wundernhorn und die Kindertotenlieder in Hannover, die Rückert-Lieder mit dem Philharmonischen Staatsorchester Mainz unter Catherine Rückwardt sowie mehrfach die Alt-Solopartie in Mahlers Zweiter Symphonie, zuletzt in der Barbican Hall London mit dem Guildhall Symphony Orchestra unter der Leitung von James Gaffigan. Sie war zudem in Schumanns Requiem für Mignon (NDR Radiophilarmonie, Cornelius Meister), in Mendelssohn Zweiter Symphonie (Alte Oper Frankfurt, Museumsorchester Frankfurt, Christopher Hogwood), in der Matthäuspassion und mit einem Liederprogramm beim Musikfest Stuttgart zu erleben.

In der diesjährigen Le nozze di Figaro-Produktion der Sommer Oper Bamberg übernimmt sie die Rolle des Cherubino.

Ein paar Fragen an Mareike Braun ...

Geboren 1985 in Hannover
Ich lebe bald in Mannheim

Wenn ich nicht Sängerin geworden wäre, wäre ich heute … im Auswärtigen Amt in der Südostasienabteilung tätig.

Als ich zum ersten Mal auf einer Bühne stand, … habe ich mich wahrscheinlich ganz wohl gefühlt, ansonsten wäre ich nicht dort geblieben.

Ein Leben ohne Musik … wäre nicht das Ende der Welt.

Wenn ich eine Zeitreise unternehmen könnte, … würde ich in die Kindheit meiner Großeltern reisen.

Spielte ich ein Instrument im Orchester, dann wäre es … Fagott: toller Klang und immer wieder mal ein Solo zu spielen.

Bei der SOB habe ich mich beworben, weil … ich Lust auf Cherubin hatte.

In zehn Jahren möchte ich … einen Mann und Kinder haben und mit dem Singen so viel Geld verdienen, dass ich mir keine Sorgen machen muss.

Saturday, July 16, 2011

Das Ensemble stellt sich vor (V) – Martin Js. Ohu (Bartolo)



Nachdem aus den Vorsingen im April ein spannendes und vielversprechendes Ensemble hervorgegangen ist, möchten wir Ihnen dessen Mitglieder nicht vorenthalten und stellen Ihnen die Solistinnen und Solisten im Verlauf der nächsten Monate an dieser Stelle kurz vor. Wir haben sie auch gebeten, einen kleinen Fragebogen zu beantworten.

Der Bass Martin Js. Ohu stammt aus Südkorea. Nach einem Studium der Luftfahrttechnik und fünf Jahren als Forschungsingenieur nahm er ein Gesangsstudium bei Philip Kang an der Seoul National University auf. Nach seinem Bachelor-Abschluss studierte er dann an der Musikhochschule Köln/Aachen und erhielt seinen Master-Abschluss Sologesang am Maastrichter Konservatorium bei Mya Besselink, wo er auch die Opernschule besuchte. Seit 2009 setzt er seine Studien bei Thomas Dewald an der Musikhochschule Mainz mit dem Ziel des Konzertexamens fort und ist seit 2010 Mitglied im Jungen Ensemble am Staatstheater Mainz.
Er vervollkommnete seine Ausbildung durch Meisterkurse bei Stoyan Popov (Sofia), Renata Ackermann (Weikersheim) und Edda Moser (Salzburg) sowie Privatunterricht bei Kammersänger Jan-Hendrik Rootering in Düsseldorf.

Martin Js. Ohu wird im August den Kezal in Smetanas Verkaufter Braut bei den Bad Hersfelder Festspielen geben. Zuletzt sang er der Sarastro in der Hochschulproduktion der Zauberflöte am Landestheater Rudolstadt und in Mainz, dieselbe Rolle bei der Opéra Royal de Wallonie-Liège, den Reinmar von Zweter in Tannhäuser am Staatsheater Mainz, den Commendatore in Don Giovanni in Odessa, Betto in Puccinis Gianni Schicchi, in Moses und Aron in Willy Deckers Inszenierung für die Ruhr Trienalle 2009, desweiteren in Brittens The rape of Lucretia, La Cenerentola, Acis and Galatea, Mahagonny, u.a. Neben dem Opernfach ist er auch mit geistlicher Musik aufgetreten, u.a. in Messen von Bach, Mozart oder Puccini.

In der diesjährigen Le nozze di Figaro-Produktion der Sommer Oper Bamberg übernimmt er die Rolle des Bartolo.


Ein paar Fragen an Martin Ohu ...

Geboren 1972 in Seoul, Südkorea
Ich lebe in Aachen

Wenn ich nicht Sänger geworden wäre, wäre ich heute … Das ist eine längere Geschichte, denn ich hatte erst einen anderen Beruf und wurde dann Sänger. Nach meinem Master-Abschluss als Ingenieur habe ich fünf Jahre lang für einen Flugzeughersteller gearbeitet, Fahrwerke, Bremskontrollen und Flugsteuerungen entworfen, auch für unbemannte Fluggeräte. Als ich den Prototypen, an dem ich mitgearbeitet hatte, sicher fliegen sah, habe ich mich schliesslich doch dafür entschieden, Opernsänger zu werden. Wäre ich also nicht Sänger geworden, würde ich weiter als Ingenieur arbeiten … oder als etwas anderes? Wer weiss?

Als ich zum ersten Mal auf einer Bühne stand, … war das etwas ganz anderes. Als Ingenieur kann man eine Berechnung oder einen Entwurf ändern, wenn es ein Problem gibt. Wenn man aber auf der Bühne einen Fehler macht, dann ist es bereits zu spät dazu. Deswegen war ich sehr nervös. Ich habe aber nicht mit dem Singen begonnen, um mich von diesem Stress quälen zu lassen, sondern weil es mir Spaß macht. Insofern habe ich mich entschieden, mein Bestes zu geben und es zu genießen. Das Dasein als Sänger wäre sonst bedeutungslos.

Ein Leben ohne Musik … müsste irgend etwas anderes haben, das gleichwertig mit Musik ist.

Wenn ich eine Zeitreise unternehmen könnte, … würde ich Einstein treffen und ihm sagen, es sei MÖGLICH.

Meine Lieblingsfigur (nicht: Gesangspartie) aus einer Mozart-Oper ist … vielleicht Figaro? Ich denke, seine Figur ähnelt Mozart am meisten.

Spielte ich ein Instrument im Orchester, dann wäre es … Violoncello, der Klang ist der menschlichen Stimme am nächsten.

Bei der SOB habe ich mich beworben, weil … ich Bamberg liebe!!!!!

In zehn Jahren möchte ich … durch Operngesang ein Publikum beglücken, egal wo und egal womit.

Welche Tempobezeichnung entspricht am ehesten meinem Temperament? Allegro moderato, nicht zu schnell, nicht zu langsam, nicht zu langweilig.

Tuesday, July 5, 2011

Das Ensemble stellt sich vor (IV) – Sören Richter (Basilio/Don Curzio)



Nachdem aus den Vorsingen im April ein spannendes und vielversprechendes Ensemble hervorgegangen ist, möchten wir Ihnen dessen Mitglieder nicht vorenthalten und stellen Ihnen die Solistinnen und Solisten im Verlauf der nächsten Monate an dieser Stelle kurz vor. Wir haben sie auch gebeten, einen kleinen Fragebogen zu beantworten.

Der Tenor Sören Richter stammt aus Chemnitz und war bis zum Abitur Mitglied des Dresdner Kreuzchores. Er studiert seit 2005 Gesang an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main, zunächst bei Prof. Karl Markus und seit April 2008 bei Prof. Thomas Heyer. Er ergänzte seine Ausbildung durch Meisterkurse bei Prof. Kammersänger Kurt Moll (FfM), Georges Delnon und Wiebke Weidanz („Il nuovo Teatro musicale“, Montepulciano), u.a. Er ist Stipendiat des Richard-Wagner-Verbandes Chemnitz und war 2009 Stipendiat bei „Yehudi Menuhin Live Music Now“.

Sören Richter sang im Februar den Dritten Juden in Salome an der Oper Monte Carlo, im vergangenen Jahr u.a. Cascada in der Lustigen Witwe an Opéra National de Lorraine Nancy, die Knusperhexe in Humperdincks Hänsel & Gretel bei der Frankfurter Orchestergesellschaft, in R. Dennemanns Kein Wasser runterschütten beim Festival Ruhr 2010 in Essen sowie in Werken von Pierre Schäffer beim Festival junger Künstler Bayreuth und bei den Händelfestspielen Karlsruhe. Zuvor ist er auch als Dancairo in Carmen, Lehrbube in den Meistersingern, Doktor Blind in Die Fledermaus und als Solo-Madrigalist in Monteverdis L'Orfeo, zudem in Purcells Dido und Aeneas und John Blows Venus und Adonis in Erscheinung getreten.

Er ist Mitglied im Ensemble Hochmusik unter Leitung von Stephan Schreckenberger und hat als Chorist an etlichen Projekten mitgewirkt, u.a. an der Oper Frankfurt, beim Hessischen Rundfunk, oder im Juni 2010 bei einer ARTE-Fernseh-/CD-Produktion mit dem Kammerensemble des Bachchors Mainz unter Leitung von Ralf Otto bei einer Einspielung wiederendeckter Kantaten von Wilhelm Friedmann Bach.

In der diesjährigen Le nozze di Figaro-Produktion der Sommer Oper Bamberg übernimmt er die Rollen des Basilio und des Don Curzio.



Ein paar Fragen an Sören Richter ...

Geboren 1984 in Chemnitz
Ich lebe in Frankfurt am Main

Wenn ich nicht Sänger geworden wäre, wäre ich heute … Pilot oder Fluglotse.

Als ich zum ersten Mal auf einer Bühne stand, … war ich ein „klitzekleines” Bisschen aufgeregt ...

Ein Leben ohne Musik wäre … sehr arm.

Wenn ich eine Zeitreise unternehmen könnte, ginge sie nach … Wien, 19. Jahrhundert.

Meine Lieblingsfigur (nicht: Gesangspartie) aus einer Mozart-Oper ist … Don Giovanni. Warum? Man schaue sich nur sein “Register” an ;-p

Spielte ich ein Instrument im Orchester, dann wäre es … Klarinette! Ich liebe diesen warmen, sich irgendwo im Unendlichen verlierenden Klang.

Bei der SOB habe ich mich beworben, weil … ich gerne mal den Basilio auf die Bühne “stellen“ möchte und der Kurs mit Angelika Kirchschlager, einer großartigen Künstlerin als Dozentin, das “Gesamtpaket” mehr als nur abrundet.

In zehn Jahren möchte ich … gerne David (Meistersinger) auf dem “Grünen Hügel” singen ;-)

Welche Tempobezeichnung entspricht am ehesten meinem Temperament? Um es nicht italienisch, sondern mit Augenzwinkern & Mahler zu sagen: “Lustig im Tempo und keck im Ausdruck”.


Sunday, July 3, 2011

Das Ensemble stellt sich vor (III) – Christoph Seidl (Antonio)



Nachdem aus den Vorsingen im April ein spannendes und vielversprechendes Ensemble hervorgegangen ist, möchten wir Ihnen dessen Mitglieder nicht vorenthalten und stellen Ihnen die Solistinnen und Solisten im Verlauf der nächsten Monate an dieser Stelle kurz vor. Wir haben sie auch gebeten, einen kleinen Fragebogen zu beantworten.

Der österreichische Bass Christoph Seidl wurde 1987 in Zwettl geboren. Nach erstem Gesangsunterricht in seiner Heimatstadt Weitra begann er 2008 sein ordentliches Studium in der Sologesangsklasse von Prof. Ralf Döring an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, an der er zuvor ein Jahr lang den Lehrgang Stimmbildung bei Martin Vacha belegt hatte.

Zu Beginn seines Studiums nahm er an einigen Chorprojekten teil. Er war im Schlosstheater Schönbrunn in Händels Alcina als Chorsolist, in Don Giovanni, sowie in Haydns L'Anima del Filosofo zu sehen. Im Rahmen der Oper Klosterneuburg wirkte er in Donizettis La Fille du Régiment und in Carmen mit. In der Kirchenmusik war er unter anderem als Solist in Schuberts G-Dur-Messe, Haydns Nikolaimesse und Mozarts Krönungsmesse zu hören.

Im März 2011 sang er den Antonio in Le Nozze di Figaro im Schlosstheater Schönbrunn und im Mai den Sperber in der Opernparodie Die schwarze Frau von Adolph Müller senior im Rahmen des Musiktheaterfrühlings Gmunden. Im Juli singt er Masetto und Komtur in Don Giovanni beim Sommertraumfestival am Semmering.

In der diesjährigen Le nozze di Figaro-Produktion der Sommer Oper Bamberg übernimmt er die Rolle des Antonio.



Ein paar Fragen an Christoph Seidl ...

Geboren 1987 in Österreich
Ich lebe in Wien

Wenn ich nicht Sänger geworden wäre, wäre ich heute … auf der Suche nach meiner Bestimmung.

Als ich zum ersten Mal auf einer Bühne stand, … wusste ich, dass es der richtige Ort für mich ist.

Ein Leben ohne Musik wäre … ein Irrtum.

Wenn ich eine Zeitreise unternehmen könnte, würde ich … ins 19. Jahrhundert reisen, um moderne Musik zu machen.

Meine Lieblingsfigur (nicht: Gesangspartie) aus einer Mozart-Oper ist … Papageno, weil er sehr menschlich und nachvollziehbar handelt.

Spielte ich ein Instrument im Orchester, dann wäre es … Cello, weil es meiner Meinung nach eines der wundervollsten Instrumente ist.

Bei der SOB habe ich mich beworben, weil … ich Figaro liebe und das Programm für junge Künstler sehr interessant ist.

In zehn Jahren möchte ich … Ensemblemitglied an einem Opernhaus sein.

Welche Tempobezeichnung entspricht am ehesten meinem Temperament? Moderato.

Monday, June 27, 2011

Das Orchester steht! – Vorspiele zur Sommer Oper Bamberg 2011 beendet



Nach dem Sänger-Ensemble, das aus den Vorsingen im April hervorgegangen ist (und das wir an dieser Stelle regelmäßig vorstellen), stehen nun auch die Mitglieder des Orchesters fest. Zwischen Mitte Mai und Anfang Juni fanden Probespiele in mehreren europäischen Städten statt, in Mannheim, Berlin, Nürnberg und Düsseldorf, sowie an den Partnerhochschulen in Linz, Salamanca und Vicenza.

"Die Vorspiele haben wir in diesem Jahr zum ersten Mal anberaumt", erzählt Till Fabian Weser, der künstlerische Leiter der Sommer Oper Bamberg. Er ist herumgereist, hat sich die jungen Musiker angehört und aus den besten das Orchester für 2011 zusammengestellt. "Und es hat sich gelohnt: Das wird ein sehr gutes Orchester mit wunderbaren Mitgliedern, auf das man wirklich gespannt sein darf. Besser noch, als beim letzten Mal. Und das ist ja auch wichtig, wenn wir Le nozze di Figaro einstudieren wollen".

Ganz im Sinne des internationalen Geistes, der die Sommer Oper Bamberg prägt, kommen die jungen Musikerinnen und Musiker aus den unterschiedlichsten Ländern, aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Tschechien, Ungarn, Rumänien, Italien, Spanien, Luxemburg, Litauen, Japan und der Türkei. "Besonders groß war das Interesse an den Vorspielen übrigens in Spanien", stellt Till Fabian Weser fest, "die jungen Musiker dort sind unglaublich gut vernetzt und haben sich in großer Zahl beworben."

Einige der Orchesterteilnehmer haben gerade ihr Studium abgeschlossen, andere eben erst damit begonnen. Doch das allein sagt noch nichts aus. Es ist das musikalische Können, das zählt, und das hängt nicht nur vom Alter ab. Die jüngste Teilnehmerin, die mit ihrem anrührenden Celloton die Jury begeisterte, wird zu Beginn der Proben gerade einmal 18 Jahre alt geworden sein.

Sie und ihre Kollegen erwartet ein dichtes und vielfältiges Programm. Sie werden die Oper einstudieren, in mehrwöchigem Zusammenspiel ihre Klangkultur schulen und gemeinsam Kammermusik betreiben. Und ganz am Anfang können sie sich Kenntnisse in historischer Aufführungspraxis erarbeiten, angeleitet von Meistern ihres Faches wie der bekannten Barockgeigerin Michi Gaigg, der Barockcellistin Kristin von der Goltz, der Traversflötistin Claire Genewein und der Spanischen Cembalistin und Tänzerin Pilar Montoya. Mitglieder der Bamberger Symphoniker unterstützen sie zudem mit Vorspieltraining.

Wir dürfen uns also auf ein hochmotiviertes, musikalisches und bestens präpariertes Orchester und eine vielversprechende Sommer Oper Bamberg 2011 freuen. Vom Ergebnis kann man sich dann zwischen dem 4. und 12. Oktober im E.T.A.-Hoffmann-Theater in Bamberg überzeugen.

Friday, June 24, 2011

Das Ensemble stellt sich vor (II) – Katerina Roussou (Marcellina)



Nachdem aus den Vorsingen im April ein spannendes und vielversprechendes Ensemble hervorgegangen ist, möchten wir Ihnen dessen Mitglieder nicht vorenthalten und stellen Ihnen die Solistinnen und Solisten im Verlauf der nächsten Monate an dieser Stelle kurz vor. Wir haben sie auch gebeten, einen kleinen Fragebogen zu beantworten.

Die griechische Mezzosopranistin Katerina Roussou studierte bei Ioulia Troussa am Athener Konservatorium und absolvierte gleichzeitig ein elektrotechnisches Studium an der Technischen Universität. Als Stipendiatin der „Maria Callas Scholarship” und der „Propondis Foundation” konnte sie ihre Studien an der Royal Academy of Music in London fortsetzen und nach deren Abschluss mit Unterstützung der „Alexandros Onassis Foundation“ den Royal Academy Opera Course absolvieren, den sie mit Auszeichnung abschloss. Sie vervollkommnete ihre Fähigkeiten durch ein Postgraduiertenstudium bei Alenka Dernač-Bunta in Ljubljana und besuchte zahlreiche Meisterklassen, u.a. bei Teresa Berganza, Paul Esswood, Robert Tear, Gillian Knight, Janis Kelly, Anne Howells (Mozart-Rezitative) oder Helmut Rilling.

Marcellina und Cherubino aus Le nozze di Figaro hat sie bereits in London gesungen, ebenso wie die Dritte Dame in der Zauberflöte (British Young Opera), Il Destino / Furia in Cavallis La Calisto, ein Blumenmädchen in Parsifal (London Wagner Society) und viele andere. Als Oratoriensolistin ist sie bereits mit Helmut Rilling und der Bachakademie Stuttgart in Deutschland und Griechenland aufgetreten, zudem auch mit griechischen, englischen und slowenischen Chören (u.a. mit der Matthäuspassion und dem Weihnachtsoratorium, Haydns Schöpfungsmesse, Saint-Saëns‘ Oratorio de Noël u.a.). Sie gab Konzerte mit dem Athener Staatsorchester, dem griechischen Staatsorchester und dem Philharmonischen Orchester Ljubljana, ist im April 2010 mit dem Tenor Jose Cura bei einer Benefizgala im Athener Megaron aufgetreten und war bei etlichen Festivals zu Gast.

In der diesjährigen Le nozze di Figaro-Produktion der Sommer Oper Bamberg übernimmt sie die Rolle der Marcellina.


Ein paar Fragen an Katerina Roussou ...

Geboren in Montreal, Canada
Ich lebe in Ljubljana, Slovenien

Wenn ich nicht Sängerin geworden wäre, wäre ich heute … unglücklich, hätte einen langweiligen Job im Management irgendeiner Firma oder wäre vielleicht Vollzeit-Mutter von drei Kindern.

Als ich zum ersten Mal auf einer Bühne stand, … war ich drei oder vier Jahre alt und habe auf einer Geige gespielt, die fast größer war als ich …

Ein Leben ohne Musik wäre … ein schwarz-weisser Stummfilm.

Wenn ich eine Zeitreise unternehmen könnte, würde ich dorthin fahren … wo der Mensch sein erstes Wort gesprochen hat.

Meine Lieblingsfigur (nicht: Gesangspartie) aus einer Mozart-Oper ist … Susanna (aus Le nozze di Figaro), denn sie ist süß, wunderschön, liebevoll, offenherzig, lustig, witzig, unglaublich klug, sie beschützt alle, die sie liebt. Sie ist zwar ein bisschen rachsüchtig, bleibt dabei aber immer liebenswert.

Spielte ich ein Instrument im Orchester, dann wäre es … die Klarinette, wegen ihres himmlischen, überirdischen Klanges – oder aber die Schlaginstrumente, die sind einfach "Rock ‘n Roll"!

Bei der SOB habe ich mich beworben, weil … ich diese Oper liebe. Es wird eine großartige Erfahrung sein, und eine Möglichkeit, mit wunderbaren Leuten zu arbeiten und eine Menge zu lernen.

In zehn Jahren möchte ich … in meine Heimat Griechenland zurückkehren, wenn es sie dann noch auf der Landkarte gibt ...

Welche Tempobezeichnung entspricht am ehesten meinem Temperament? Allegro furioso!!

Friday, June 3, 2011

Das Ensemble stellt sich vor (I) – Georgia Tryfona (Barbarina)



Nachdem aus den Vorsingen im April ein spannendes und vielversprechendes Ensemble hervorgegangen ist, möchten wir Ihnen dessen Mitglieder nicht vorenthalten. Dieser Beitrag eröffnet eine regelmäßige Serie, mit der wie Ihnen die Solistinnen und Solisten im Verlauf der nächsten Monate an dieser Stelle kurz vorstellen möchten. Wir haben sie auch gebeten, einen kleinen Fragebogen zu beantworten.

Georgia Tryfona wurde 1988 auf der griechischen Insel Korfu geboren. Sie beendet gerade ihr Gesangsstudium bei Rosa Poulimenou an der Musikabteilung der Ionian University. Während eines Erasmus-Aufenthaltes in Wien war sie Teil der Klasse von Christine Schwarz am Konservatorium, zuvor hat sie Französische Barockmusik bei Iakovos Pappas am Mantzaros Conservatory in Athen studiert und Meisterklassen mit Angela Nick und Andreas Reibenspiess absolviert.

Sie wirkte als Solistin an etlichen (Hochschul)-Produktionen mit, zuletzt als Belinda in Purcells Dido and Aeneas, davor als 2. Knabe in Mozarts Zauberflöte oder als Sangaride in Lullys Atys (mit der Petit Opéra du Monde). Neben der Oper widmet sie sich auch der geistlichen Musik, unter anderem als Solistin in Werken von Buxtehude (Membra Jesu Nostri mit dem Ionian Early Music Ensemble), Vivaldi und Bach (Kantate Christ lag in Todes Banden BWV 4). Als Liedinterpretin ist sie ebenso aufgetreten wie als Chorsängerin (u.a. European Chamber Choir).

In der diesjährigen Le nozze di Figaro-Produktion der Sommer Oper Bamberg übernimmt Georgia Tryfona die Rolle der Barbarina.


Ein paar Fragen an Georgia Tryfona ...

Geboren 1988 in Korfu
Ich lebe wieder in Korfu ...

Wenn ich nicht Sängerin geworden wäre, wäre ich heute … unglücklich.

Als ich zum ersten Mal auf einer Bühne stand, … merkte ich, es war genau der richtige Ort!

Ein Leben ohne Musik wäre … langweilig.

Wenn ich eine Zeitreise unternehmen könnte, würde ich … in der Gegenwart bleiben, einen aufregenderen Ort gibt es nicht!

Meine Lieblingsfigur (nicht: Gesangspartie) aus einer Mozart-Oper ist … Papageno, denn er ist verletzlich, furchtsam und selbstsüchtig, genau wie jeder Sterbliche.

Spielte ich ein Instrument im Orchester, dann wäre es … die Violine, sie hat meist die interessantesten Parts zu spielen!

Bei der SOB habe ich mich beworben, weil … ich es liebe, mit anderen Menschen zu arbeiten und Musik zu machen. Musik verbindet! Zudem ist "Le nozze di Figaro" ein wunderbarer Anfang für junge Stimmen.

In zehn Jahren möchte ich … auf der Bühne stehen, irgendwo auf der Welt.

Welche Tempobezeichnung entspricht am ehesten meinem Temperament? Allegretto!

Wednesday, May 18, 2011

Orchesterprobespiele in Europa | Sänger-Casting im Fernsehen

Die Orchesterprobespiele sind in vollem Gang. Nach Mannheim, Berlin und Salamanca folgen in den nächsten Tagen noch Vicenza, Nürnberg, Linz, Prag, Stockholm und Düsseldorf. Wir werden demnächst ausführlicher dazu berichten. In der Zwischenzeit sei noch ein kleiner Fernsehbeitrag von TV Oberfranken zum Sänger-Vorsingen im April nachgereicht. Viele Vergnügen.

Wednesday, April 20, 2011

Das Ensemble steht! – Vorsingen zur Sommer Oper Bamberg 2011 beendet


Die Sommer Oper Bamberg ist begehrter als je zuvor: Fast vierhundert Sängerinnen und Sänger haben sich im Vorfeld um die Plätze im Ensemble 2011 beworben. Verständlich, denn neben den sechs Aufführungen von Mozarts "Le nozze di Figaro" und ausgiebiger Opernerfahrung enthält das Paket noch einen Meisterkurs mit Angelika Kirchschlager, Kurse in Opernitalienisch und Sängercoaching, die Chance auf ein Stipendium, ein Engagement am Mainfranken-Theater oder die Vertretung durch eine Agentur.

Die Vorauswahl hat der künstlerische Leiter Till Fabian Weser zum ersten Mal gemeinsam mit dem Berliner Agentur-Partner Artistainternational getroffen. Das war auch ohne ständige Treffen und Reisen problemlos möglich, da alle Bewerber Ihre Hörbeispiele online einreichen mussten. Über die Auswahl herrschte schnell ein breiter Konsens: 70 Sängerinnen und Sänger wurden zu den Vorsingen am 8., 9. und 16. April eingeladen und stellten sich der fünfköpfigen Jury, bestehend aus Till Fabian Weser, Rainer Lewandowski (Intendant E.T.A.-Hoffmann-Theater Bamberg und Regisseur der Inszenierung), Valentina di Taranto (Italienisch Coach, Opera Studio Nederland), Hermann Schneider (Intendant Mainfranken Theater Würzburg) und Franziska Hunke (Agentur Artistainternational, Berlin).

Die Entscheidung blieb bis zum letzten Tag spannend. Und einfach war sie auch nicht immer: "Bei einer solch großen Vorauswahl geht es schon gar nicht mehr um die Frage, ob jemand gut oder schlecht singt," erzählt Till Fabian Weser. Eher darum: "Spricht einen die Stimme an, passt sie zur Partie? Wie versteht man den Text, wie tragfähig ist die Stimme? Agieren die Sänger souverän, wie ausgeprägt ist ihr Gestaltungswille, etc."

Aus einer beeindruckenden Zahl von hervorragenden Bewerbern hat die Jury schließlich fünfzehn Sängerpersönlichkeiten ausgewählt – die fünf Hauptpartien wurden doppelt besetzt, die beiden Ensembles werden aber erst während der Probenphase endgültig zusammengestellt.
Auf vergleichbar hohem Niveau gehören zu der international bunt zusammengewürfelten Gruppe sowohl sehr junge Sängerinnen und Sänger, die ihr Studium noch nicht abgeschlossen haben, als auch schon etwas erfahrenere, die schon erste Engagements aufzuweisen haben. Manchmal, wenn die Jury völlig regungslos lauschte und man eine Stecknadel hätte fallen hören, wenn allein eine Stimme einen ganzen Raum in ihren Bann schlug und die Emotionen der Zuhörer anrührte, dann war die Entscheidung sofort klar: Der oder die ist es!

Die Sängerinnen und Sänger der Sommer Oper Bamberg werden wir Ihnen im Laufe der nächsten Monate an diesem Ort vorstellen. Nachdem das Ensemble nun feststeht, werden im Mai mehrere Probespiele für das Orchester stattfinden. Die Bewerbungsfrist wurde gerade bis zum 2. Mai verlängert! Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Wednesday, April 6, 2011

Orchester gesucht! Bewerbungsfrist 22.4.

Nachdem eine überaus beeindruckende Zahl von Sängerinnen und Sängern sich um einen Platz in der Besetzung der diesjährigen Sommer Oper Bamberg beworben hat, darf man ein spannendes Vorsingen am kommenden und dem darauffolgenden Wochenende erwarten. Von der ersten Runde werden wir in der nächsten Woche berichten.

Und auch für die Orchestermusikerinnen und -musiker ist es bald soweit. Am 22. April, in etwas mehr als zwei Wochen, endet die Bewerbungsfrist. Kurzentschlossene finden hier alle Informationen zur Bewerbung, den Vorspielterminen und Vorspielstellen.

Die Erarbeitung der Oper “Le nozze di Figaro” von Wolfgang Amadeus Mozart und der Orchesterworkshop Historische Aufführungspraxis (siehe auch das Interview mit der Flötistin und Dozentin Claire Genewein) der Sommer Oper Bamberg richtet sich an qualifizierte Musikstudenten (insbesondere im Fach Orchestermusik) sowie Musiker mit abgeschlossenem Musikstudium. Das Höchstalter beim Bewerbungsschluss beträgt 28 Jahre, einzige weitere Bedingung: ein Wohnsitz in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union.


Die Vorteile einer Teilnahme liegen auf Hand: Neben dem Vergnügen an der musikalischen Arbeit und der Begegnung mit neuen und talentierten Kolleginnen und Kollegen aus der ganzen Welt steht vor eines im Vordergrund: Das Sammeln von Orchester- und Opernerfahrung in einem realistischen Umfeld. Das haben uns auch die Teilnehmer der letzten Jahre immer wieder bestätigt. Drei Beispiele:

„Ich spiele in unserem Hochschulorchester, da haben wir auch schon Opern einstudiert. Aber das ist kein Vergleich zur Sommer Oper Bamberg. Hier läuft alles viel authentischer und auch die Sänger sind viel besser. Ich habe viel Praktisches gelernt, was eine Hochschule nicht leisten kann.“

„Ich würde mich sofort wieder bei der Sommer Oper Bamberg bewerben. Till Fabian Weser hat sein Ziel immer vor Augen. Er korrigiert einen mit einem Lächeln. Das ist selten.“

„Die Sommer Oper Bamberg ist eine tolle Möglichkeit [...], einmal wirklich zu erleben, wie eine Bühnenproduktion funktioniert. [...] Ich war überrascht, wie professionell das Bamberger Theater ist. Ich dachte, das hier ist eine kleine Stadt. Aber hier ist alles besser organisiert, als bei mir in Barcelona.“


Bewerbungsschluß ist der 22. April 2011. Wir freuen uns auf Sie!

Alle Informationen zur Sommer Oper finden Sie hier, Details zur Bewerbung gibt es hier.

Monday, March 21, 2011

„Lesen, ganz viel lesen!“ Die Flötistin Claire Genewein im Gespräch

Mozarts „Le nozze di Figaro“ steht diesmal auf dem Programm der Sommer Oper Bamberg. Um den Stil der Zeit und die spezifischen Besonderheiten der Musik des späten 18. Jahrhunderts noch besser kennenzulernen, beginnt die Orchesterprobenphase für die jungen Musikerinnen und Musiker mit einem mehrtägigen Workshop zu historischer Aufführungspraxis. Eine der Dozentinnen: die Traversflötistin Claire Gennewein aus Zürich.

Nach ihrem Studium der Querflöte in Salzburg und dem Konzertdiplom bei Philippe Racine in Zürich spezialisierte sie sich mit einem Diplom in Alter Musik an der Schola Cantorum Basiliensis mit dem Hauptfach Traversflöte und ergänzte es durch einen Master am Royal Conservatorium in Den Haag bei Barthold Kuijken. Claire Genewein arbeitet als freischaffende Flötistin in Ensembles wie La Cetra, Venice Baroque Orchestra, L’Arcadia, Ensemble Miroir und Neue Hofkapelle München. Sie spielte unter der Leitung von Gustav Leonhardt, Andrea Marcon, Jordi Savall, Geoffrey Lancaster, William Christie u.a. Seit Herbst 2006 lehrt sie an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz Traversflöte und historische Aufführungspraxis.

Sommer Oper Bamberg Frau Gennewein, Sie werden als Dozentin den Holzbläser die historische Aufführungspraxis näherbringen. Geht das überhaupt in drei Tagen?

Claire Gennewein Das ist natürlich nicht sehr viel. Aber ich glaube, es geht dabei vor allem darum, dass man heute als Musiker viele verschiedene „Sprachen“ und ihre Grammatiken kennen muss. Man kann sich Mozarts Musik-Sprache natürlich viel sinnvoller nähern, wenn man das von der Renaissance, dem Barock, der Frühklassik aus macht, als wenn man von der Moderne zurückblickt.
Es ist unsere Aufgabe als Dozentinnen, den Musikern zu zeigen, wie man damals „gesprochen“ hat – und wie nicht. Im modernen Musikstudium geht das leider oft unter, weil man gezwungen ist, am gleichen Tag Schostakowitsch, Mozart und Bach zu spielen. Das wichtige ist, diese verschiedenen Sprachen zu kennen und zu unterscheiden. Das fängt bei den Verzierungen an, bei der Bedeutung eines Legatobogens – das ist in der Romantik eben völlig anders als im Barock oder in der Klassik. Und dann natürlich der Klang der Bläser, er ist schlanker als heute, aber das kann man auch auf modernen Instrumenten bewerkstelligen, wenn man nicht so dick spielt, ohne Vibrato … Auch eine moderne Flöte klingt ohne Vibrato gut, das hört man ja auch zunehmend bei Orchestern. Ich glaube, das kann man in drei Tagen schon sehr gut zeigen.

SOB Ist die historische Aufführungspraxis, die vor 20 Jahren noch eine Spezialdisziplin oder – aus der Sicht mancher Musiker – sogar eine etwas abseitige Disziplin gewesen ist, inzwischen "Mainstream" geworden? Wirkt sie sich auf die Spielkultur aus?

„Harnoncourt haben wir sehr viel zu verdanken; er hatte eine ganz andere Klangvision ... ”C.G. Ich denke schon. In der Alten Musik dominiert sie schon fast den Markt. Als Musiker muss man heute anders ausgebildet werden. Es ist meine Vision, dass das, was Nikolaus Harnoncourt damals an der Oper Zürich eingeläutet hat – er hat an einem "normalen" Opernhaus erst einmal mit historischen Blechbläsern angefangen –, sich überall durchsetzt, so wie jetzt auch bei der Sommer Oper Bamberg. Und gerade haben wir in Zürich "Le nozze di Figaro" mit einem Orchester gespielt, das komplett auf historischen Instrumenten musizierte. Für die Bläser holt man sich zwar externe Unterstützung, aber in Zürich klappt das schon ganz toll. Darin liegt die Zukunft der Orchestermusiker. Harnoncourt haben wir sehr viel zu verdanken; er hatte eine andere Klangvision und hat das einfach gefordert, auch an einem "normalen" Opernhaus. An der Oper Zürich hat er auch schon damals Workshops veranstaltet, in denen sich die Musiker weiterbilden mussten. Wenn man da heute Schumann oder Schubert hört, dann klingt das einfach anders, weil diese Musiker historisch gebildet sind. In der Wissenschaft gehört das schon immer dazu, und die Musik war ja im Mittelalter noch ein Teil davon, als eine der sieben freien Künste. Ich finde, man muss als Musiker selber denken und forschen dürfen.

SOB Sie arbeiten ja auch gerade an einer Doktorarbeit …

C.G. Ja, ich forsche gerade über Baldassare Galuppi und den vokalen Einfluss auf die Instrumentalmusik in Italien. Da habe ich etwas ganz Spannendes entdeckt, in einem Text aus Rom von 1780, also genau zu Mozarts Zeit. Darin wird den Instrumentalmusikern empfohlen, sich einen Text zu suchen, der zu ihrem Musikstück passt, und es damit zu unterlegen. Sie sollten es zunächst singen, dann erst spielen. Ein ganz interessantes Lernkonzept …

SOB Wie sind sie selbst zur historisch informierten Aufführungspraxis gekommen?

„Zur alten Musik bin ich eigentlich sogar wegen Karlheinz Stockhausen gekommen.”C.G.Eine Schlüsselstelle war für mich die Schola Cantorum Basiliensis. Als ich dort studierte, fand ich es unglaublich befreiend, dass der Lehrer nicht gesagt hat, „so geht’s“, sondern „es könnte so sein, sieh mal da nach, lies mal da“. Es war ein breit angelegtes Suchen nach den Musiksprachen, die man damals gesprochen hat, in Tagebüchern und in Quellen. Auch mit Hilfe von anderen Instrumenten; jeder Instrumentalist ist sonst oft auf seinen Bereich fixiert. Ich habe mich sehr mit Gesang beschäftigt, mit Rezitativen. Das weitete den Horizont unglaublich.

Zur alten Musik bin ich eigentlich sogar wegen Karlheinz Stockhausen gekommen. Ich habe damals sehr viel Stockhausen gespielt und auch mit ihm gearbeitet. Und dabei gemerkt: Obwohl bei ihm alles notiert ist, ist es immer noch so anders, wenn man ihn selber erlebt. Das musste ja mit der Alten Musik auch so sein. Genau diesen Weg wollte ich dann auch einschlagen und so nah wie möglich auch an die Komponisten herankommen, die man nicht mehr einfach anrufen kann. Aber man kann lesen, ganz viel lesen. Und während meiner Zugfahrten zwischen Linz und Zürich habe ich dazu auch immer wieder genug Zeit.

SOB Dann freuen wir uns auf einen spannenden Workshop und auf einen Mozart mit ganz neuem Bewusstsein. Herzlichen Dank für das Gespräch!


Bewerbungsschluss für Musikerinnen und Musiker ist der 22. April 2011.
Weitere Informationen hier.


Thursday, March 3, 2011

Die Sommer Oper Bamberg zu Besuch in Wien


Bild: MCR | Sommer Oper Bamberg
Pressegespräch in Wien
Bild: MCR, Sommer Oper Bamberg
Am 28. Februar 2011 war das Team der Sommer Oper Bamberg zu Gast in der Donaumetropole. Hatte am Vorabend mit "The Rape of Lucretia" noch die gefeierte Aufführung von Benjamin Brittens Oper mit Angelika Kirchschlager in der Hauptrolle (siehe letzter Post) auf dem Programm gestanden, so stellten die Protagonisten der Sommer Oper Bamberg am Montag Mittag bei einem Pressegespräch den österreichen und deutschen Medien Projekt und Pläne für das Jahr 2011 vor.

Mit dabei (von links nach rechts):
– Claire Genewein (Flötistin, Dozentin für historische Aufführungspraxis, Zürich und Linz)
– Dr. Thomas Goppel, MdL (Vorsitzender des Fördervereins der SOB)
– Prof. Dr. Marianne Betz (Rektorin der Anton Bruckner Privatuniversität Linz, Projektpartner)
– Kammersängerin Angelika Kirchschlager (Meisterkurs 2011)
– Till Fabian Weser (künstlerischer Leiter der SOB)
– Katherine Heid (Reseo, European Network for Opera & Dance Education, Brüssel)

Wien hatte man nicht nur gewählt, weil Angelika Kirchschlager hier wohnt, die den diesjährigen Sänger-Meisterkurs leiten wird. Es ist auch das erklärte Ziel der Sommer Oper Bamberg, als durch und durch europäisches Projekt über die Grenzen Bambergs hinaus im Musikleben der Metropolen Europas präsent zu sein – und gleichzeitig zu demonstrieren, dass Nachwuchsförderung und höchste musikalische Qualität nicht nur dort stattfinden muss, wie Dr. Thomas Goppel, Vorsitzender des Fördervereins betonte. Mit dem zunächst in Wirtschaftskreisen gepflegten Ausdruck "think globally, act locally" umschrieb Till Fabian Weser, künstlerischer Leiter der Sommer Oper Bamberg, genau dieses Ansinnen des Orchester- und Opernworkshops.

Er präsentierte mehrere Neuerungen der vierten Ausgabe: Erstmals wird es bereits im Vorfeld Orchesterprobespiele geben, die an mehreren europäischen Partneruniversitäten durchgeführt werden – u.a. an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz, deren Studenten besonders von der gegenseitigen Verflechtung unterschiedlichester Musik-Studiengänge profitieren. Dieses Konzept der musikalischen Begegnung attestierte die Linzer Rektorin, Prof. Dr. Marianne Betz, auch der Sommer Oper Bamberg: Im gemeinsamen Orchesterspiel würden nicht nur Menschen, sondern auch Musiksprachen aus aller Welt in fruchtbarster Weise aufeinandertreffen.

Die Musiker werden sich unter kundiger Anleitung diesmal auch mit historischer Aufführungspraxis auf modernen Instrumenten befassen. Und den Gesangssolisten winkt so mach neues "Zuckerl": Ein Stipendium, ein Engagement am Mainfranken-Theater oder die Vertretung durch eine Agentur können errungen werden.

Angelika Kirchschlager sieht der Arbeit mit den jungen Sängerinnen und Sängern bereits mit großer Freude entgegen. Sie unterrichte, so erzählte sie, nun bereits seit drei Jahren und empfinde es als sehr beglückend, ihre Erfahrungen an den Sängernachwuchs weitergeben zu dürfen. Der Meisterkurs in Bamberg werde übrigens nicht hinter geschlossenen Türen stattfinden, vielmehr sollen sie jedem Interessierten offenstehen. Schliesslich, so sagte sie lachend, "habe ich ja nichts zu verbergen."

Offenheit, gegenseitige Vernetzung und Opernvermittlung fördert auch das "European Network for Opera & Dance Education" (RESEO), als dessen Mitglied die Sommer Oper Bamberg während der Projektphase ein mehrtägiges Fachsymposium ausrichten wird (mehr dazu demnächst).

Teilnehmer, Publikum und Fachwelt dürfen sich also auf ein spannendes Jahr 2011 mit der Sommer Oper Bamberg gefasst machen. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Wednesday, February 23, 2011

Stürmischer Jubel in Wien: Angelika Kirchschlager als "Lucretia"


Bild: © Rolf Bock
Angelika Kirchschlager in Benjamin
Brittens "The Rape of Lucretia".
Bild: © Rolf Bock / Theater an der Wien
Den Meisterkurs der diesjährigen Sommer Oper Bamberg wird im September Angelika Kirchschlager leiten. Von Kunst und Können der gefeierten Mezzosopranistin kann man sich derzeit in Wien überzeugen:

Am 17. Februar hatte im Theater an der Wien Benjamin Brittens Kammeroper "The Rape of Lucretia" Premiere. 1946, direkt nach den Schrecken des Zweiten Weltkriegs uraufgeführt, setzt sie sich vor dem Hintergrund der antiken Geschichte um die Schändung der schönen, keuschen Römerin Lucretia mit den ganz zeitlosen Fragen von Macht und Gier, Begehren und Gewalt, Treue und Verzeihen, Tugend und Versuchung auseinander.

Im Zentrum der hochgelobten Inszenierung von Keith Warner, umgeben von einem hervorragenden Ensemble und getragen von Brittens farbiger, dennoch reduzierter Musik (am Pult des Klangforums Wien: die britische Dirigentin Sian Edwards), steht Angelika Kirchschlager mit ihrer eindringlichen und expressiven Gestaltung der Titelrolle.

Der Kurier vom 18.02. lobt unter der Überschrift: Wenn einmal wirklich alles passt

"... Angelika Kirchschlager, die eine vokal wie darstellerisch unglaublich intensive Lucretia gibt, deren Schicksal tatsächlich unter die Haut geht. Wenn die Kirchschlager auf der Bühne steht, hält man unwillkürlich den Atem an. Eine sensationelle Leistung der Mezzosopranistin."

Und die Oberösterreichischen Nachrichten vom 21.02. sekundieren:

"Bleibt noch die Lucretia, die in Angelika Kirchschlager die ideale Interpretin gefunden hat. Hier passte einfach alles. Auch wenn bei allen Partien der stimmliche Einsatz nicht übermäßig aufregend zu sein scheint, zählen hier die inneren Werte, und die brachte Angelika Kirchschlager überaus emotional zur Geltung. Dass Brittens eigenwillige musikalische Disposition und das nicht unproblematische Libretto von Ronald Duncan funktionieren, zeigt wohl der große Jubel – auch in der zweiten Vorstellung."

Weitere Vorstellungen am 25. und 27. Februar, 1. März
Termine, Karten und weitere Informationen hier.

Angelika Kirchschlager wird ihre Erfahrungen in einem Meisterkurs vom 11.9. - 14.9.2011 an die jungen Sängerinnen und Sänger der Sommer Oper Bamberg weitergeben.
Bewerbungsschluss ist der 25. März 2011, weitere Informationen gibt es hier.

SOB in Wien: Das Team der Sommer Oper Bamberg wird die Vorstellung am 27. Februar in Wien besuchen und tags darauf zusammen mit Angelika Kirchschlager Konzept und Programm des erfolgreichen europäischen Opernnachwuchsprojektes, das in diesem Jahr bereits in die vierte Runde geht, der Presse in Wien vorstellen. Mehr dazu demnächst.

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Sunday, February 13, 2011

Opernchor gesucht!

Der Tag des ersten Vorsingens rückt näher – allerdings nicht für die Solisten: die müssen sich noch bis zum März gedulden. Gesucht werden vielmehr die Mitglieder des Opernchores, ohne den auch Mozarts Meisterwerk "Le nozze di Figaro" undenkbar wäre, das diesmal im Zentrum der Sommer Oper Bamberg 2011 stehen wird.

Anders als beim Orchester, das sich aus Musikstudenten am Ende ihres Studiums oder am Anfang ihres Berufseinstieges zusammensetzt, bietet der Chor passionierten und chorbegeisterten Laien-Sängerinnen und Sänger aus der Region um Bamberg die Möglichkeit, an der musikalischen Wunderwelt von Mozarts Oper teilzuhaben – wieder unter der bewährten und inspirierenden Choreinstudierung von Christian Jeub (Chordirektor Musiktheater im Revier). Mit dabei sind auch Mitgliedern des tschechischen Chores Vox Juvenalis aus Brno, der als Partnerchor schon seit vielen Jahren eng mit der Sommer Oper Bamberg zusammenarbeitet. Auch Teilnehmer des Opernchor-Workshops 2010 sind herzlich willkommen.

Wer Spaß am Singen und dazu ausreichend Erfahrung im Chorgesang hat, ist herzlich eingeladen, sich noch bis zum 18. Februar zu einem der beiden Vorsingen zu bewerben: sie finden am 21. und 25. Februar in Bamberg statt.

Alle weiteren Informationen finden Sie hier.

Bewerben Sie sich und werden Sie Teil der diesjährigen Sommer Oper Bamberg!


Tuesday, February 1, 2011

Europa leben, Europa erleben

Die Sommer Oper Bamberg ist nicht nur der größte Opern- und Orchesterworkshop seiner Art in Europa, sondern ein wahrhaft europäisches Projekt.

Vor der zauberhaften Kulisse der Weltkulturerbe-Stadt Bamberg, im Herzen des Kontinents gelegen, findet alle zwei Jahre ein wahrhaft internationales Theaterereignis statt. Die alte fränkische Kaiser- und Bischofsstadt wird zu einem ganz besonderer Begegnungsort für junge Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern, die sich in der universalsten aller Sprachen unterhalten – der Musik. Sie treffen neue Freunde und lassen dabei ein Europa entstehen, das nicht von Brüsseler Verordnungen oder bürokratischen Wucherungen geprägt ist, sondern von Kunst und Kultur, von Kennenlernen und gemeinsamen Entdeckungsreisen.

Grenzenlos ...
Grenzen sind dann gar nicht mehr wichtig. Ganz egal, wo jemand geboren wurde oder welchen Pass er besitzt: Wer seinen momentanen Wohnsitz in einem Land der europäischen Union hat, kann an der Sommer Oper Bamberg teilnehmen.

2005, im ersten Jahr, kamen die Teilnehmer aus Deutschland, der Slowakei, Tschechien, Ungarn und den Niederlanden, 2007 bereits aus 11 Länder. Und beim letzten Mal, 2009, trafen Künstlerinnen und Künstler aus 18 Ländern, aus Europa, Südamerika und Asien in Bamberg zusammen.

... Unterwegs:
Im Jahr 2011 gehen wir noch einen Schritt weiter: Wir laden die jungen Musikerinnen und Musiker nicht nur nach Bamberg ein, sondern gehen auch selbst auf Reisen und präsentieren die Sommer Oper Bamberg als internationales Projekt:
Los geht's Ende Februar mit der Pressekonferenz in Wien, bei der Till Fabian Weser und Kammersängerin Angelika Kirchschlager Konzept und Programm der diesjährigen SOB vorstellen werden.

Im Mai und Juni wird es dann, nicht zuletzt auf vielfachen Wunsch der Teilnehmer selbst, mehrere Probespiele geben. Dabei wollen wir nicht nur die Musiker selbst kennenlernen, sondern auch das bestmögliche Orchester zusammenstellen, um die neuen und spannenden Herausforderungen Mozarts und der historischen Aufführungspraxis zu meistern.

Neben Probespielen an mehreren deutschen Hochschulen suchen wir auch in Spanien, Italien, Österreich, Schweden und Tschechien nach hervorragendem Orchesternachwuchs. Probespiele gibt es in:

Mannheim (Staatliche Hochschule für Musik) am 13.05.
Berlin (Hochschule für Musik Hanns Eisler) am 14.05.
Salamanca (Conservatorio Superior de Música) am 16.05.
Vicenza (Conservatorio di musica di Vicenca) am 18.05.
Nürnberg (Hochschule für Musik) am 22.05.
Linz (Anton Bruckner Privatuniversität) am 26.05.
Prag (Academy of Performing Arts) am 31.05.
Stockholm (t.b.a.) am 02.06. und
Düsseldorf (Robert Schumann Hochschule) am 04.06.
Bewerbungsschluss ist am 22. April 2011

Gelebtes Europa
Wir freuen uns auf eine spannende Sommer Oper Bamberg 2011 mit Wolfgang Amadeus Mozarts "Le nozze di Figaro". Denn wenn sich in einem bayerischen Theater dutzende junge Sängerinnen und Sänger, Musikerinnen und Musiker aus vielerlei Ländern zusammentun, um ein italienisches Libretto mit einer Handlung aus Spanien in der Vertonung eines Österreichers mit Können und Spaß zu klingendem Leben zu erwecken, dann ist das gelebtes Europa.

Tuesday, January 18, 2011

Sommer Oper Bamberg | Ausblick 2011

Liebe Freunde der Sommer Oper Bamberg,

in weniger als acht Monaten ist es wieder soweit: am 11. September 2011 geht das europaweit einmalige Konzept des Bamberger Opern- und Orchesterworkshops in seine vierte Runde. Nach den "Verismo"-Opern der Workshopjahre 2005, 2007 und 2009 widmen wir uns in diesem Jahr zum ersten Mal einem Werk des 18. Jahrhunderts: Mozarts und da Pontes ›Le nozze di Figaro‹, einer der volkommensten musikalischen Komödien der Operngeschichte.

Das bewährte Zusammenspiel zwischen dem Workshop für angehende Orchestermusiker und der Probenphase der jungen Sängerinnen und Sängern am Anfang ihrer Karriere wollen wir diesmal durch etliche spannende Neuerungen erweitern:

Orchester:
Mit dem Gang zurück zu Mozart wird auch die Frage der Spielweise interessant, und so steht am Anfang der Orchesterprobenphase ein mehrtägiger Workshop zu historisch informierter Aufführungspraxis.

Den Geist Europas, der bei der Sommer Oper Bamberg schon immer eine große Rolle gespielt hat, fördern wir diesmal im Mai und Juni mit Probespielen an verschiedenen europäischen Musikhochschulen.

Bewerbungsgfrist für Musiker ist der 22. April
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Weitere Informationen gibt es hier.



Bild: Nikolaus Karlinsky
Angelika Kirchschlager
Bild: Nikolaus Karlinsky


Gesangssolisten:
Auch den Sängerinnen und Sängern können wir Reizvolles bieten:
Sie können während der Probenphase Agenturförderung, ein Theaterengagement oder ein Stipendium erringen. Hinzu kommen Workshops zu Karrierecoaching, Bühnenpräsenz und Opernitalienisch.

Einen Höhepunkt stellt fraglos der Meisterkurs mit Angelika Kirchschlager dar, den die Wiener Kammersängerin zu Beginn der Sommer Oper Bamberg, vom 11.9.-14.9. 2011 leiten wird. Wir freuen uns sehr, mit ihr eine der wichtigsten und gefeiertsten Mezzo-Sopranistinnen unserer Zeit für Bamberg und die Sommer Oper gewonnen zu haben.

Bewerbungsschluss für Sängerinnen und Sänger ist am 25. März 2011. Weitere Informationen finden Sie hier.




Begleiten Sie uns:
Über all dies und noch viel mehr werden wir in den folgenden Wochen und Monaten regelmäßig und ausführlich an dieser Stelle berichten. Lernen Sie die Leute auf der Bühne, im Orchestergraben und hinter den Kulissen kennen, lassen Sie sich Aktuelles, Spannendes und Wissenswertes erzählen.

Begleiten Sie uns auf diesem Weg, werden Sie Teil der Sommer Oper Bamberg!

Tuesday, October 12, 2010

Sommer Oper Bamberg goes Facebook

Liebe Freunde der Sommer Oper Bamberg,

auch wir möchten die Vorteile des Web 2.0 nutzen, um Ihnen noch mehr über dieses große Projekt und die Leute, die dahinter stehen und welche die Umsetzung erst möglich machen, mitzuteilen. Außerdem legen wir natürlich großen Wert darauf, so nahe wie möglich an den Menschen zu sein, die große Oper in einmaligen Inszenierungen, aufgeführt von großen musikalischen Talenten zu schätzen wissen - nämlich IHNEN!!

Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt des größten europäischen Opern- und Orchesterworkshops seiner Art und treten Sie in Kontakt mit den Menschen, die hinter der Sommer Oper Bamberg stehen!

Exklusiv für Sie haben wir nun auch eine eigene Seite auf der international größten Internetcommunity Facebook angelegt. Besuchen Sie uns dort und unterstützen Sie die Sommer Oper Bamberg, indem sie auf den "Gefällt mir"-Button klicken. Dadurch sind Sie mit Ihrem Profil automatisch mit der Seite verlinkt und zeigen so auch Ihren Freunden und Bekannten, dass Sie die Arbeit, die mit diesem großen Projekt in Bamberg stattfindet, schätzen!

Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie so immer über die aktuellen Entwicklungen und Neuigkeiten informiert werden können. Denn ab jetzt geht es wieder in die spannende Phase. 2011 wird mit "Figaros Hochzeit" erstmals eine Mozart-Oper verwirklicht werden. Die Planungen sind bereits angelaufen und das Team arbeitet mit Hochdruck an der Umsetzung.

Weitere Neuigkeiten rund um die Bamberger Sommer Oper 2011 in Kürze hier und natürlich ganz neu auf unserer Facebook-Präsenz.
Ein Klick verbindet Sie mit uns!!

Hier der Link:

www.facebook.com/SommerOperBamberg

Wir würden uns freuen, Sie auch auf Facebook zu sehen und danken im Voraus für Ihre Unterstützung!!

Wednesday, October 6, 2010

Opernchorseminar in Bamberg


Auf die Bühne - Fertig - Los

Erlebe das simultane Singen und Spielen
Singe mit anderen Teilnehmern einige der schönsten Chorpartien der Opernliteratur
Lerne unter Anleitung eines erfahrenen Opernchordirektors

Die Verbindung von Singen und Spielen stellt für viele eine kaum gekannte Hürde dar. Wir möchten interessierten Sängern und Sängerinnen der Region die Möglichkeit bieten sich nicht nur sängerisch sondern auch im Darstellerischen weiterzubilden. Durch das gleichzeitige Singen und Spielen erfährt man ein ganz neues Bühnenfeeling.
Wir erarbeiten große Opernchöre, die am Ende des Seminares in einer Werkstattaufführung ihren Höhepunkt finden - und natürlich wollen wir auch wissen, ob ihr Lust habt bei der Hochzeit des Figaro in 2011 mit zu wirken.

Von Freitag, den 5.11.10 bis Sonntag, den 7.11.10 können interessierte Teilnehmer unter der Leitung von Christian Jeub berühmte Opernchöre erarbeiten. Neben dem sängerischen Aspekt werden auch der notwendige Umgang zwischen Singen und Spielen exemplarisch erarbeitet. Die Teilnehmer erfahren wichtige Grundlagen für z.B. deren Bewerbungen bei Extrachören der umliegenden Opernhäuser.

In Ergänzung zum Seminar findet ein Gastvortrag von Martin Geißler (ZAV-Künstlervermittlung) zum Thema Opern- und Extrachor statt.

Weitere Informationen und die Online-Anmeldung unter www.opern-workshop.de.


Wednesday, June 9, 2010

Interview mit Till Fabian Weser - Initiator und künstlerischer Leiter der Sommer Oper Bamberg

Nachdem die Sommeroper Bamberg nun bereits zum dritten Mal erfolgreich eine Opernproduktion realisieren konnte (2005; 2007; 2009) ist es an der Zeit, den Menschen zu Wort kommen zu lassen, der das ganze Projekt initiiert hat und seit Beginn für die Organisation und die künstlerische Leitung verantwortlich ist.


Till Fabian Weser, 1965 in Bloomington, Indiana in den USA geboren, ist neben zahlreichen anderen musikalischen Tätigkeiten Trompeter bei den Bamberger Symphonikern, leitet die Big Band des Orchesters und setzt sich als Operndirigent für den Nachwuchs junger Sänger und Orchestermusiker ein. Seine speziellen künstlerischen Interessen liegen vor allem bei den Schnittpunkten von Alter und Neuer Musik. Neben vielen künstlerischen Studien und Dirigierkursen kann er darüber hinaus auf eine lange Konzerttätigkeit im In- und Ausland zurückblicken.

Für ein Interview nahm sich der sympathische Allround-Musiker mit den vielen Talenten trotzdem gerne Zeit:


Wie kamst du auf die Idee so etwas wie die Bamberger Sommeroper einzurichten? Es gibt in der Regel ja schon Workshops für Orchester, aber selten für Oper UND Orchester.

Ja genau, Im Prinzip ist das einer der Gründe. Ich selbst war 1990 ein Jahr lang Praktikant an der Düsseldorfer Oper. Und mein Studium hat mich nicht wirklich darauf vorbereitet, was es heißt in einem richtigen Orchestergraben zu spielen. Das ist eine ganz andere Atmosphäre als auf der Bühne mit einem Konzertorchester. Allein die Nervosität und das Lampenfieber sind im Graben anders als auf der Bühne. So kann ich aus der Perspektive des Orchestermusikers sagen, da gibt es einen Bedarf. Darüber hinaus kann man verfolgen, wie viele gute Sänger es gibt, die alle auf eine Chance warten. Diese Verbindung an Möglichkeiten werden sonst kaum vermittelt. Es gibt zwar Opernproduktionen an Musikhochschulen, aber die finden in der Regel nicht in einem Opernhaus statt. Also zu den Sachen die ich gesagt habe, wie mit dem Lampenfieber gehört einfach der Graben - der Geruch des Theaters. Und was natürlich auch ganz besonders wichtig ist, dass es eine intensive und nachhaltige Arbeit ist. Das heißt wir arbeiten nicht vier Wochen an einem Stück um es dann einmal aufzuführen, sondern wir haben gleich eine ganze Serie von sechs Konzerten.
Für die Sänger ist es natürlich das Gleiche. Sie atmen Theaterluft, sie haben ein echtes Opernhaus mit moderner Bühnentechnik und allem drum und dran, was in dieser Zeit nur für sie da ist.
Das liegt auch an unserem Projektpartner, dem E.T.A. Hoffmann-Theater. Der ganze technische Stab, der da im Hintergrund wirbelt ist wirklich für das Projekt, für die Aufführung da. Das greift ineinander. Intensiv und harmonisch.


Bamberg selbst hat ja so eigentlich kein Opernhaus, oder?

Bamberg hat das städtische Theater, was später in E.T.A. Hoffmann-Theater umbenannt wurde, weil der Namensgeber dort auch Theaterdirektor war. Es gibt immer noch einen Orchestergraben und speziell nach der Renovierung des Theaters wurde der Bühnenraum im alten Stil belassen und der Orchestergraben wurde auch modernisiert mit Hubbühne etc. Aber es gab schon eine Operntradition in Bamberg vor E.T.A. Hoffmann. Es wurden auch große Opern gespielt: „Der Freischütz“, „Don Giovanni“, etc.
Zur Hundertjahr-Feier von E.T.A-Hoffmann wurde auch Hoffmanns Erzählungen aufgeführt. Also richtig große Opern. Wir greifen die städtische Tradition auf und spielen große Opern, angefangen eben mit Tosca (2005), Bajazzo (2007) und La Bohème (2009).

Gibt es eine Kooperation mit Bayreuth? Ihr vergebt ja auch intern das Richard-Wagner-Stipendium an Teilnehmer der Sommeroper, die sich besonders auszeichnen?

Das hat nur indirekt mit Bayreuth zu tun, weil viele kulturinteressierte Städte einen lokalen Richard-Wagner-Verband haben – bei uns ist es der Richard-Wagner Verband, Sektion Bamberg. Dieser hat von Bayreuth die Möglichkeit bekommen, ein Stipendium zu vergeben. Dazu sind sie aufgefordert, begabte Nachwuchskünstler zu suchen und zu finden. Und das ist eine Kooperation, die wir seit 2007 tätigen, wo ein Sänger ausgesucht wird, an den wir ein Stipendium vergeben.


Zum Stichwort Opern. Es war ja sehr augenfällig, dass viele Puccini-Opern ausgewählt worden sind. War das Zufall, oder Absicht?

Jein. Sagen wir es mal so: Der Grund, warum die Sommeroper beim ersten Projekt „Tosca“ gewählt hat, war natürlich ganz bewusst. Wenn man mit so einem ehrgeizigen Projekt antritt und nicht nur einen Opern- oder einen Orchesterworkshop sondern beides zusammen zu bringen möchte, hat man schon viele Kritiker und Skeptiker im Vorfeld. Wenn man dann auch noch so eine herausfordernde Oper nimmt wie „Tosca“, dann hat man natürlich zunächst noch mehr Bedenkenträger. Aber wenn es dann gelingt, so wie es 2005 ja auch der Fall war, dann hat man sich einfach einen Level erspielt der die Sommer Oper Bamberg als ein interessantes Förderprojekt für junge Instrumentalisten und Sänger wahrnehmen lässt.

Hinzu kommt, dass ich zum einen persönlich eine Vorliebe für Puccini entwickelt habe, zum anderen haben wir Opern ausgesucht, die für alle Instrumentalgruppen gleichermaßen – also von der ersten Geige bis zur Triangel - attraktiv zu spielen sind und zudem einen ganz bestimmten didaktischen Hintergrund haben: das Orchesterspiel in einer veristischen Oper, was sehr schwierig ist. Am schwierigsten von den Opern war sicherlich „La Bohème“ (2009), wo sich auch große Profiorchester gerade mit dem Anfang des Stückes schwer tun. Das zu vermitteln, und mit einem Spaßfaktor so eine Oper zu spielen und gleichermaßen zu lernen, das lag einfach in der Sache selber.
Ohne Genaueres zu verraten, kann ich sagen, dass wir nach 3 Puccini in 2011 eine ganz andere Tür aufstoßen wollen und ganz bewusst in eine ganz andere Richtung gehen.


Inwieweit hat sich dieses Projekt Sommer Oper Bamberg im Lauf der Jahre verändert?

Die Qualität ist stetig gewachsen, bedingt durch den Bekanntheitsgrad und die Akzeptanz. Durch die zunehmende Attraktivität bewerben sich mehr Musiker und Sänger. Vor allem im Sängerbereich hat das drastisch zugenommen, auch z.B. durch den Meisterkurs mit Edda Moser 2009.

Haben sich abgesehen davon noch Dinge verändert, im Laufe der Jahre, die es die Sommer Oper nun gibt?

Vieles geht leichter in der Organisation, weil man natürlich weiß auf was es ankommt. Was immer gleich schwer ist, ist die Akquise der Geldmittel, wobei ich jetzt noch nicht sagen kann, ob das auf Grund der gesamtwirtschaftlichen Situation gleichschwer bleibt oder noch schwerer wird.


Es ist also eher nicht davon auszugehen, dass es auf Grunde des Bekanntheitsgrades und der Beliebtheit der Bamberger Sommeroper in Zukunft vielleicht sogar leichter wird, weil der ein oder andere Geldgeber darauf aufmerksam wird?


Das ist richtig. Bislang kommen die meisten Mittel über Stiftungen in das Projekt hinein und bislang noch zu wenig von Sponsoren und wir wollen versuchen noch mehr Sponsoren darauf aufmerksam zu machen, weil es sich um ein attraktives „Produkt“ handelt, was nicht nur in Bamberg selber stattfindet sondern Europaweit. „Think Global“ (im Sinne von Europa) und „Act local“. Diese Devise gilt besonders eben für die Sommer Oper Bamberg, was eine sehr interessante Konstellation darstellt.

Dazu eine Frage. Legt ihr Wert darauf, dass es ein europäischer Workshop ist und bleibt? Denn es gibt ja inzwischen Musiker und Sänger, die sich aus der ganzen Welt beworben haben.

Wir haben entschieden, dass jeder der in Europa lebt bzw. studiert zugelassen ist. Ich denke, es entspricht nicht dem europäischen Gedanken, wenn nach dem Pass oder der Nationalität geschaut wird. Man sollte Europa wie einen Schmelztiegel – so wie man das in den Vereinigten Staaten von Amerika kennt – betrachten. Aus den vielfältigen kulturellen Möglichkeiten schöpfen und die vielen internationalen Musiker und Sänger zur Teilnahme an der Sommeroper nach bestandener Prüfung zulassen.


Vielen Dank für das Gespräch!